Das Apple-Jahr 2020: der Dezember mit viel Kritik und AirPods Max

Der Apple-Rückblick: Vermutlich wird für viele Mac-Fans der November als interessantester Monat in Erinnerung bleiben. Doch den Dezember wollen wir in unserer Jahreschronik 2020 nicht vergessen. Es wurde ziemlich viel Kritik an Apple geäußert in diesem Monat, sei es durch die Politik oder die Konkurrenz. Aber Apple spendierte uns auch eine Weihnachtsüberraschung und veröffentlichte in diesem Monat die AirPods Max Kopfhörer.

AirPods Max mit dem iPhone koppeln, Bild: Apple

Apple hatte nicht viel Zeit, sich über die Vorstellung seiner neuen Macs zu freuen. Anfang Dezember wird bekannt, dass das Unternehmen wegen irreführender Werbung in Italien zur Zahlung von 10 Millionen Euro verdonnert wird. Es sollte nicht die einzige Strafe in diesem Monat bleiben und aber auch nicht das einzige kritische Thema.

Die besten Apps 2020 und die sinnloseste Forderung

Apple stellt zum Jahresende erneut die besten Apps im App Store vor. In diesem Jahr bekamen die „besten“ Enwickler aber sogar einen echten Preis, ein App-Store-Symbol aus einem gefärbten und recycelten Aluminium-Block überreicht.

Nach wie vor gilt übrigens die Wahrheit, dass Apple mit einer deutlich kleineren Nutzerbasis es schafft, mehr als die Hälfte der Umsätze in den App Stores für sich einzuheimsen.

Gleichzeitig fordern Verbraucherschützer in Brasilien, dass Apple Nutzern die Netzteile beim iPhone nicht verwehren darf. Es ist aber zu einfach gedacht, den Vergleich anzustellen, dass, wer den Regenwald verbrennt, eben keinen Sinn darin sieht, Ressourcen zu sparen, indem man Netzteile nicht mehr zwingend bei einem Gerät beilegt. Denn letztlich ist auch unser Konsum schuld daran, dass der Regenwald abgeholzt wird und sind die Arbeitsbedingungen bei der Produktion von iPhone und Co. nicht die besten, selbst wenn Apple mehr und mehr die Daumenschrauben anzieht und zuletzt sogar Unternehmen aus der Zuliefererkette entfernte, die mutwillig gegen Auflagen beim Arbeitsschutz verstießen.

Apple veröffentlicht AirPods Max und neue Software

Es gibt sie tatsächlich, die Weihnachtsüberraschung von Apple. Das Unternehmen veröffentlicht die AirPods Max im Dezember. Dummerweise werden die Kopfhörer für viele Nutzer nicht einmal rechtzeitig zu Weihnachten geliefert. Ein Mix aus Folgen der Coronapandemie, Nachfrage und falscher Einschätzung derselben, führt dazu, dass noch im Dezember der Liefertermin für die Kopfhörer bis in den März 2021 hineinreicht. Nutzer in Kanada, die die Kopfhörer noch 2020 geliefert bekommen sollten, mussten zudem miterleben, wie diese auf halber Strecke wieder zurückgeschickt wurden, weil sie falsch etikettiert waren. Produziert werden die Geräte wohl in Vietnam.

Passend zu den neuen Kopfhörern gibt es von Apple auch iOS 14.3, watchOS 7.2 und weitere Betriebssystemupdates wie macOS 11.1. Die sorgen dafür, dass die Geräte sich auch mit den neuen AirPods Max verbinden können. iOS 14.3 und iPadOS 14.3 bringen außerdem Unterstützung für das neue Bildformat Apple ProRAW mit. Wer mag, kann außerdem auch auf älteren iPhones dank dem neuen iOS 12.5 beim Covid-Tracking mitmachen.

Kein Plug-and-play mehr bei Apple?

Es ist ein Jammer, dass Apple auf der einen Seite Ressourcen sparen möchte, indem es seinen iPhones keine Netzteile mehr beilegt. Doch dann sollte es anderswo sicherstellen, dass die eigenen Geräte auch mit fremden oder anderen eigenen Netzteilen zusammen funktionieren. So kann man aber das MagSafe Duo Ladezubehör nicht ordentlich mit einem 29-Watt-Netzteil betreiben, das früher den 12 Zoll MacBooks beilag. Oder hat schon mal jemand probiert, Apples USB-C-Netzteil vom iPad Pro mit dem HomePod mini zu nutzen? Das geht nicht. Denn der Smartspeaker verweigert dann den Dienst und gibt sogar farblich codiert eine Fehlermeldung an den Nutzer aus. Das ist durchaus absurd.

US-Schulen hacken iPhones, Wistron-Mitarbeiter randalieren in iPhone-Fabrik

Wir erfahren im Dezember außerdem, dass US-Schulen seit Jahren aufrüsten und Hardware einkaufen, um Smartphones zu „hacken“.

Außerdem erleben wir mit, dass Wistron-Mitarbeiter in Indien buchstäblich auf die Barrikaden gehen. Es brennen in der iPhone-Fabrik sogar Autos. Warum? Wohl, weil die Mitarbeiter unterbezahlt wurden. Apple verspricht auch in diesem Fall, besser hinzuschauen und arbeitet mit der lokalen Polizei zusammen, um die Vorfälle aufzuarbeiten. Konsequenzen für Wistron gibt es aber vorerst nicht.

Tesla-Chef Elon Musk verrät Anekdote

Eine interessante Anekdote erfahren wir im Dezember aus dem Munde Elon Musks. Der Tesla-Chef verrät, dass es einen Zeitpunkt gab, an dem er darüber nachdachte, die Firma Apple zum Kauf anzubieten. Tim Cook wollte sich aber gar nicht erst mit ihm verabreden.

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