Das Apple-Jahr 2020: der Juli und August

Der Apple-Rückblick: Das Sommerloch wurde im Juli größer. Die WWDC im Juni bot zwar genügend Gesprächsstoff, doch vieles bewegte sich in dieser Zeit eher nicht. Entsprechend schauen wir uns den August im Rückblick gleich mit an. Es gab immerhin einige bemerkenswerte Gerüchte, auch solche, die sich erfüllten, wie dass Apple seinen iPhones keine Netzteile mehr beilegen wollte. Apples Quartalszahlen machten Mut, und Anschuldigungen von Facebook und Mark Zuckerberg zunehmenden keinen Sinn.

Mark Zuckerberg während der Facebook home Präsentation, Bild: Facebook

iPhone ohne Kopfhörer und Netzteil?

Obwohl die Gerüchte vom iPhone 12 handelten, vollzog Apple den Schritt gleich für alle noch im Handel verfügbaren Geräte, die es selbst verkauft. Es hieß, diese würden in Zukunft ohne Kopfhörer und Netzteil ausgeliefert. Wir wissen heute, dass Apple tatsächlich beides seit Mitte Oktober nicht mehr der Verpackung beilegt, um die Umwelt zu schonen, wie es selbst sagt, und vermutlich auch politischen Druck vom Kessel zu nehmen.

Apples Wechsel zu ARM und dessen Auswirkungen

Apple kündigte im Rahmen der WWDC 2020 im Vormonat an, bis Ende 2022 sein gesamtes Portfolio umstellen zu wollen. Macs werden dann keine Intel-Prozessoren mehr nutzen, wenn denn nichts dazwischen kommt. Apple verkauft von den neuen Modellen immer noch Gegenstücke mit Intel-CPU. Entsprechend ist auch die Unterstützungfür diese Geräte noch auf Jahre sichergestellt.

Die Gerüchteküche behauptet zu diesem frühen Zeitpunkt jedenfalls, dass Apple zunächst das 13 Zoll MacBook Pro und das MacBook Air mit neuem Apple Silicon ausstatten wird. Dies sollte sich bewahrheiten, gleichzeitig aber noch ein Mac mini mit M1-Prozessor sich dazu gesellen. Ein wenig später gibt es Hinweise auf den Preis des ersten ARM-MacBooks.

Quartalsbericht im Juli macht Mut

Trotz der grassierenden Corona-Pandemie macht Apple mit seinen Quartalszahlen im Juli Mut. Denn der iPhone-Hersteller kann tatsächlich wieder zulegen und zeigt, dass andere Produkte wie das iPad und der Mac wieder mehr nachgefragt werden. Dies ist in der Hauptsache dem Mehr an Heimarbeit und der Fernunterricht geschuldet, eine Lösung, die weltweit Schule macht. Wir erfahren zu diesem Zeitpunkt aber auch offiziell, dass das iPhone 12 später als erwartet angeboten werden wird.

Modellpflege für iMac (Pro) im August

Apple war in diesem Jahr bereits fleißig bei der Modellpflege. Im August erwischte es dann den iMac und iMac Pro. Das Pro-Modell gibt es fortan nur noch mit Zehnkern-Intel-Prozessoren und den iMac aber nur noch mit SSD und zusätzlicher Bildschirm-Option.

Apple wechselt munter weiter

Nachdem in den vorherigen Monaten einige Stellen neu besetzt wurden, geht es im August mit einem bekannten und beliebten Gesicht weiter. Phil Schiller bleibt Apple zwar erhalten, räumt aber seinen Posten für Greg Joswiak. Schiller möchte aus persönlichen Gründen kürzertreten.

App Store wird zum Zankapfel

Darüber hinaus entwickelt sich der Monat August schnell zum Ausgangspunkt negativer Presse für Apple. Sowohl Politik als auch die Konkurrenz hacken auf dem Konzern aus Cupertino rum. Die Kontrahenten allerdings tun dies teilweise, weil sie von sich selbst ablenken wollen. Nicht zuletzt strengt die USA eine Untersuchung gegen große Technologiekonzerne an.

Microsoft jedenfalls will seine xCloud zunächst Android-exklusiv vermarkten. Xbox-Chef Phil Spencer beruhigt jedoch später, nachdem Apple Zugeständnisse macht und Änderungen an der App-Store-Agenda vornimmt, dass der Spiele-Streamingservice auch auf die Apple-Plattform kommen wird, über den Umweg Browser.

Besonders medienwirksam zelebriert Epic Games seinen Angriff auf Apple (und Google) und deren App-Store-Monopol. Apple lässt sich das aber nicht gefallen, droht erst mit dem Ende des Entwickleraccounts und macht dann ernst. Ein Gerichtsverfahren zwischen den Parteien wird erst im Mai 2021 verhandelt.

Besonders zynisch wird indes Facebook-Chef Mark Zuckerberg, wirft Apple mehrfach vor, Innovation zu verhindern, weil es Privatsphäre vor Werbetracking setzt. Den Vogel schießen Facebook und Zuckerberg später im Jahr ab, als Werbeanzeigen geschaltet werden, die vor Apples Verhalten warnen. Selbst Mitarbeiter des Social Networks halten das für deutlich übertrieben. Die Bürgerrechtsorganisation EFF wird Facebook dafür noch Bigotterie vorwerfen.

Weitere Teile der Reihe Das Apple-Jahr 2020