Das Apple-Jahr 2020: der April

Gab es im März viele Fragezeichen, folgten im April ein paar Überraschungen und Kontroversen. Amazon Prime Video bekam eine Extrawurst auf dem iPhone und Apple TV und zog anderen die Nase lang. Wichtig war aber vermutlich die Tatsache, dass Apple auch trotz Coronavirus noch Geld verdienen kann, wie die im April veröffentlichten Quartalszahlen zeigten. Noch wichtiger: Apple und Google helfen dabei, Erkrankungen nachzuverfolgen.

Coronaviren - Symbolbild, Bild: CC0

Amazon Prime Video mit exklusiver Funktion auf Apple TV

Wie Jeff Bezos das geschafft hat, würden manche anderen Anbieter gerne wissen: Doch die Prime Video App auf dem iPhone und Apple TV erlaubt im April nun endlich den Kauf und das Ausleihen von Filmen und Serien. Auf diese Weise verdient Amazon aber an Apple vorbei. Genau diese Art von Sonderbehandlungen wird später im Jahr noch Thema werden, auch in der US-Politik.

Apple und Google arbeiten zusammen

Nicht zum ersten, und vermutlich auch nicht zum letzten Mal arbeiten Apple und Google zusammen. Im April wird bekannt, das Ingenieure beider Firmen ein System zur SMS-Authentifizierung mit Tokens etablieren möchte.

Auch beim Kontakt-Nachverfolgen im Rahmen der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie stecken Apples und Googles Ingenieure die Köpfe zusammen und erarbeiten eine Lösung, die Ende April für Entwickler angeboten wird und auf die manche Entscheider in der Politik erst überhaupt nicht und dann viel zu spät anspringen. Die hiesige Bundesregierung wird auch in einem offenen Brief vom CCC gebeten, doch bitte keine eigenproduzierte Insellösung zu verwenden. Schließlich entscheidet sich die Regierung dazu, auf die Silicon-Valley-Schnittstelle zu setzen, zum Nachteil des Fraunhofer Instituts.

Recycling-Partner verscherbeln Prototypen

Sammler Giulio Zompetti berichtet im April, dass Apples Recycling-Partner nicht immer so arbeiten, wie der Konzern aus Cupertino sich das vorstellt. Der Italiener berichtet offenbar aus eigener Erfahrung, kaufte wohl schon Prototypen aus Beständen, die eigentlich verschrottet werden sollten.

Warum läuft der HomePod mit tvOS?

Apple unternimmt im Hintergrund Anpassungen am HomePod. Das Betriebssystem des smarten Lautsprechers fußt nun nicht mehr auf iOS, sondern nimmt sich tvOS zum Vorbild. Vermutlich ist das auch ein Vorgriff, auf das was da noch kommt.

Weitere Umstrukturierungen bei Apple

An der Spitze von Beats gibt es im April einen Wechsel. Oliver Schusser übernimmt von Luke Wood. Letzterer wollte aus privaten Gründen diese Veränderung.

Apple Silicon kündigt sich an

Wenn man jetzt auf den April zurückblickt, stellt man fest, dass manche Entwicklungen nun mehr Sinn machen. Beispielsweise wurde die Blackmagic eGPU Pro von Apple aus dem Programm genommen. Wir wissen heute, dass die M1-Macs keine eGPU unterstützen. Jedenfalls noch nicht.

Doch noch etwas ergibt heute mehr Sinn als im April. Denn die Hinweise auf Xcode und Final Cut fürs iPad dürften einfach der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass Apple die Software fit für sein Testkit mit Apple A12Z Prozessor machte und es aber nicht sofort als neue Mac-Hardware entlarven wollte.

Quartal mit Corona-Einfluss

Während sich die aktuellen Geschehnisse erst noch auf Apples Geschäft auswirken werden, zeigt der Quartalsbericht für das Q2 2020 bereits, dass es unter dem Strich nicht so schlimm ist, wie gedacht.

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