HomePod seit kurzem mit tvOS statt iOS, aber warum?

HomePod von oben, Bild: Apple

Die aktuelle HomePod-Firmware basiert nicht mehr auf iOS 13.4, sondern vielmehr auf tvOS 13.4. Der Wechsel ist aber mehr als nur eine bloße Namensänderung. So kann Apple gewisse Verhaltensweisen zusammenfassen und optimieren, angefangen von der Energieverwaltung, bis hin zur HomeKit-Steuerung.

Filipe Espósito berichtet über die Analyse der aktuellen HomePod-Firmware. Er machte dabei eine interessante Entdeckung. Apple wechselte offenbar mit dem kürzlich erschienen Update auf iOS 13.4 auch mehr oder weniger „heimlich“ die Basis-Firmware für seinen smarten Lautsprecher.

Energieverwaltung à la Apple TV

Der HomePod arbeitet nun mit tvOS. Im Unterschied zum iPhone ist der Smart Speaker nämlich zum Beispiel dauerhaft an die Steckdose angeschlossen. Dies hat er mit dem Apple TV gemeinsam. Entsprechend können beide Geräte ein anderes Energiemanagement einsetzen als die mobilen Endgeräte Apples. Diese Veränderung könnte also kurzfristig Ressourcen bei der Entwicklung sparen.

Wächst zusammen, was zusammen gehört?

Gerüchteweise kann man mit tvOS 14 den HomePod anstelle von HDMI als Standard-Audioausgabeziel auswählen. Zum jetzigen Zeitpunkt ändert sich diese Einstellung immer dann, wenn der HomePod das WLAN-Signal verliert, selbst wenn man die Änderung vornahm. Im Anschluss folgt immer wieder eine Frickelei und viel Ärger für die Nutzer. Das fällt in Zukunft wohl weg.

Echtes Multiroom-Audio?

Der HomePod ist natürlich auch ein prima Lautsprecher für die Wiedergabe auf dem iPhone. Doch nicht selten nutzen ihn vor allem Apple-TV-Besitzer für das Heimkino. Trotz Mehrraum-Audio-Support mit AirPlay 2 ist das bislang noch ein eingeschränktes Vergnügen.

Doch da Apple gerüchteweise auch an neuen, kleineren HomePods arbeitet, könnte mit der nächsten Betriebssystemgeneration auch Dolby statt bislang maximal Stereo mit mehreren HomePods Einzug halten. Das jedenfalls ist unser Wunsch.

Beendet iOS 14 die Unterstützung für den Apple A8?

Aber ohne Apple einfach Vorschusslorbeeren zu geben, könnte man auch vermuten, dass der Konzern den Wechsel auf tvOS nur vornimmt, weil mit dem Wechsel auf iOS 14 dann der Support für Geräte mit Apple A8 Chip endet.

„Eigentlich“ unterstützt bereits iOS 13 den Apple A8 Prozessor nicht mehr. Doch es gibt ein paar wenige Geräte, auf denen es noch läuft, die von einem A8 angetrieben werden. Dazu zählt das iPad mini 4 aus 2015 und das iPad Air 2 aus 2014.

Nun gibt es den HomePod aber erst seit 2018 und um keinen Konflikt mit iOS entstehen zu lassen, könnte dieser Wechsel der Firmware auch aus diesem Grund sinnvoll sein.

Noch mehr Synergien: HomeKit-Zentralen

Was dem Apple TV und dem HomePod ebenfalls gemein ist? Sie fungieren beide (neben dem iPad) als HomeKit-Zentrale. Wegen ihrer dauerhaften Stromversorgung können die Geräte das aber auch viel besser bewerkstelligen – sieht man von einem Stromausfall ab.

Vor diesem Hintergrund macht es noch einmal mehr Sinn, dass Apple beiden Geräten die gleiche Softwarebasis spendiert.

Neues Apple TV mit A14 als Spielekonsole?

Gerüchte um ein neues Apple TV werden am Rande des Berichts von Espósito noch einmal erneuert. Es soll nämlich in diesem Jahr noch eine neue Set-Top-Box Apples in den Handel kommen.

Wohlgemerkt weist Espósito nur darauf hin, dass das kommende Apple TV auch den Apple A14 Chip nutzen würde, der dann im iPhone 12 steckt. Die nächste Generation der Set-Top-Box soll außerdem bis zu 6 GB Arbeitsspeicher erhalten und in Varianten mit 64 oder 128 GB Speicher erhältlich sein.

Unsere Schlussfolgerung lautet vor diesem Hintergrund, dass das Unternehmen das Gerät als Spielekonsole etablieren möchte. Denn Stand heute bietet das Apple TV 4K mit dem A10X Fusion Prozessor für die Wiedergabe von 4K-Inhalten ausreichend Leistung. Wozu also sollte Apple so ein leistungsfähiges Gerät in die Wohnzimmer bringen wollen? Nicht zuletzt lautet die Prognose, dass die Rechenleistung des A14 sich auf dem Level eines High-End-MacBook-Pro 15 Zoll bewegen wird.

Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

Metadaten
  • Geschrieben am: 14. April 2020
  • Zuletzt aktualisiert am: 14. April 2020
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