Alexander Trust, den 23. Oktober 2020

Wasserstand #18: Sich selbst auf die Schulter klopfen und die Trennung von Pagespeed

Wasserstand
Wasserstand, Bild: CC0

Anfang August veröffentlichte ich den letzten Wasserstand. Heute ist dann mal wieder Zeit für ein Zwischenfazit mit Blick auf das Projekt Macnotes, das ich im November 2019 erwarb. Rückschlägen zum Trotz, die vor allem den Geldbeutel und die Laune geschmälert haben, entwickelt sich die Webseite mühsam wie das Eichhörnchen.

Über diese Entwicklungen möchte ich Euch nun wieder einen kleinen Einblick geben.

10 Jahre auf und ab mit mod.pagespeed

An den Anfang packe ich eine Randnotiz in diesem Wasserstand, meinen Abgesang auf Pagespeed. Wohlgemerkt geht es hier nicht um die Geschwindigkeit der Webseite, sondern um Module für Webserver wie Apache oder Nginx, die Google bereitstellt.

Diese sollen eigentlich die Geschwindigkeit der Webseite optimieren. Es gibt aber Hinweise, dass Pagespeed je nach Setup die Leistung sogar verschlechtern kann.

So weit würde ich nun nicht gehen. Doch ich habe diese Tools nun viele Jahre lang auf unterschiedlichen Seiten genutzt und musste entnervt die Segel streichen. Immer wieder kommt es bei der Nutzung von Pagespeed zu Problemen. Selbst wenn diese Tools sie nicht selbst auslösen, sondern nur im Zusammenspiel mit anderer Software manchmal „komisch“ reagieren, dann musste ich zweierlei doch deutlich feststellen:

  1. Pagespeed hat in den zehn Jahren mehr geschadet als genutzt.
  2. Blindtests und Vergleiche bei teilweise total unoptimierten Webseiten von verschiedenen Kunden haben mir gezeigt, dass Pagespeed in der Form alles schafft, aber nicht für bessere Rankings sorgt.

Dieses kritische Fazit sorgte dann dafür, dass ich das Tool zuletzt deaktivierte. Stellt Euch einfach vor, es gibt ein WordPress-Update, oder auch nur ein Plug-in-Update bei einem Kunden XY und auf einmal funktioniert die Javascript-Galerie nicht mehr, die dieser einsetzt. Oder ein Plug-in soll eigentlich optimierte Webp-Bilder anzeigen und bei Browsern, die das nicht können, eine JPEG-Alternative nutzen. Als Feedback von Nutzern und Kunden erfährt man dann, dass dies wider Erwarten doch nicht funktioniert. – Ein Update von einem Plug-in hier, das ein Kunde gerne selbst ausführen können soll, damit man für solche Routine-Arbeiten nicht ständig parat stehen muss, sorgt womöglich dafür, dass die Webseite nicht mehr richtig angezeigt wird. Dies sind nur wenige Beispiele davon, wie Pagespeed schon für viel Kopfzerbrechen und noch mehr Stunden der Konfiguration und des Rumprobierens sorgte, nur um am Ende festzustellen: Ohne Pagespeed ist das Leben so viel einfacher!

Ich bin auf dem richtigen Weg

Als ich Macnotes kaufte, wusste ich, wo ich mit der Seite hinwill. Nun jährt sich die Übernahme demnächst. Tatsächlich hab ich „ein wenig“ was geschafft, aber es gibt eben immer noch sehr viel zu tun. Als ich im Januar 2020 den ersten Wasserstand schrieb, erklärt ich Euch schon damals, dass ich chronologisch alle Beiträge auf Macnotes überarbeiten „will“. Doch es sind eben mehrere zehntausend Stück, und also habe ich mir viel vorgenommen.

Dass ich mich aber nicht überschätze, das erzählen mir manchmal auch ehemalige Weggefährten. Sie schauen ein wenig mit Bewunderung darauf, dass ich wie ein Uhrwerk funktioniere und jede freie Stunde in das Projekt investiere. Als ich also im Januar den Wasserstand schrieb, war ich mit der Überarbeitung der Beiträge im Oktober 2006 gelandet, begonnen hatte ich im Mai 2006. Stand heute bin ich im Juli 2009 angekommen. Ich habe also von Januar bis September immerhin ein paar tausend Beiträge eingenordet. Sie sind nicht hochgradig optimiert, sondern einfach nur mit korrekten Links ausgestattet, semantisch mit Zwischenüberschriften versehen und passenden Kategorien und Schlagworten versehen. Doppelte Beiträge habe ich zusammengelegt, „Thin Content“ gelöscht und Weiterleitungen eingerichtet.

Warum tu ich mir das an?

Ich bin seit vielen Jahren im Web unterwegs, kenne noch die Zeit „vor“ dem Internet in Mailboxen und artverwandten Systemen. Ich habe schon mehrfach eigene Webseiten aus der Taufe gehoben, die auf dem Höhepunkt mehrere hunderttausend Besucher monatlich erreichten. Das werde ich mit Macnotes wieder erreichen und genau deshalb tue ich mir das an.

Immer wieder versuchte ich davor „anderen“ zu zeigen, dass ich das kann. Doch am Ende war das nicht von Erfolg gekrönt, weil ich meine Arbeit vor wirtschaftlich unrealistischen Hintergründen rechtfertigen musste. Das führte dann zu faulen Kompromissen, die meine Arbeit zunichtemachten. Nun bin ich bei Macnotes der Chef und mach es so, weil ich es „mir“ beweisen will.

Sich selbst auf die Schulter klopfen

Schauen wir uns doch einfach an, was ich „bis jetzt“ erreicht habe. Als ich Macnotes im November 2019 übernahm, hatte diese Webseite 13 Top-10-Rankings – in Worten dreizehn. Das geht aus meiner Recherche bei Sistrix hervor. Ich war selbst erschrocken, als ich das für diesen Beitrag noch einmal recherchierte.

Mit meiner Sisyphusarbeit an der Webseite habe ich die Sichtbarkeit seitdem vervielfacht. Stand heute verfügt Macnotes über 6473 Top-10-Rankings. Darunter sind alleine tausende Suchergebnisse mit Beiträgen aus den Jahren 2006 bis 2009, die ich bis hierhin überarbeitet habe. Dazu kommen weitere Top-10 Rankings, die es vorher nicht gab und stattdessen auf neue Inhalte entfallen, die ich seit der Übernahme produziert habe. Und ja, meine Optimierung der Seite führte auch dazu, dass bereits vorhandene Inhalte, die noch nicht überarbeitet wurden, wieder sichtbarer wurden. So kann man sehr schön feststellen, dass sich meine Arbeit auszahlt. Wir haben außerdem heute 63.045 Top-100-Rankings. Im November 2019 waren es noch nur 435. Dreimal dürft Ihr raten, aus welchen Zeiträumen hier die zusätzliche Sichtbarkeit stammt? ;)

Dass dies monetär noch nicht reicht, habe ich mehrfach betont. Dass wir aber zuletzt zugelegt haben, ist spürbar. Denn in diesem Monat erreichen wir Zugriffszahlen, die weitaus höher liegen als noch im November 2019. Tatsächlich haben wir Macnotes bei den Besucherzahlen verdoppelt und bei den Zugriffszahlen sogar verdreifacht. „Wenn“ es so weitergeht, dann dürfte Macnotes Ende 2020 oder spätestens Anfang 2021 bei den Zugriffszahlen wieder monatlich sechsstellig sein.

Was noch nicht funktioniert

Ich will aber auch nicht verhehlen, dass es Dinge gibt, die eben noch nicht funktionieren. Denn die ganze Arbeit wird tatsächlich noch nicht monetarisiert. Die Werbepreise sind im Keller und davon abgesehen läuft es aber auch beim Affiliate-Marketing nicht. Amazon wollte uns nicht, bei eBay warte ich jetzt bereits 10 Monate auf die Freischaltung. Doch auch bei Programmen, bei denen wir angemeldet sind, kommt nichts rum. Da ich selbst kein Freund von zu viel Werbung bin, veröffentliche ich sowieso nur hin und wieder Beiträge, die in die Zeit passen. Zum Start des iPhone 12 beispielsweise, veröffentlichte ich Hinweise zur Vorbestellung bei O2, der Telekom oder weiteren Anbietern. Bei Apple selbst kommen wir nicht ins Affiliate-Programm und wirklich lohnen täte es sich auch nicht, weil Apple in den letzten zwei, drei Jahren neue Geräte in den ersten Monaten nicht mehr vergütet. Genutzt hat uns das Affiliate-Marketing rund um den iPhone-Start nichts. Es gab zwar mehrere hundert Klicks, aber keine Konversion. Leider hat niemand von Euch über Macnotes ein iPhone 12 geordert, oder falls er es getan hat, haben Browser oder AdBlocker oder beide das Tracking so unterbunden, dass Macnotes nicht als Vermittler ausgemacht werden konnte.

Steigende Nutzerzahlen sind Lichtstreif am Horizont

Doch es gibt trotzdem versöhnliche Töne am Ende. Denn die steigenden Nutzerzahlen sind ein Grund zur Freude. Da Macnotes bei der VG Wort gemeldet ist, hoffen wir, dass zumindest hier einige Beiträge sich im nächsten Jahr dann für uns „bezahlt“ machen. Auch da kann es sein, dass mancher AdBlocker uns übel mitspielt, aber das ist dann so. Dann müssen wir eben noch mehr Leute erreichen, damit unter dem Strich etwas übrig bleibt. Wir können schließlich nicht die Leute dafür verdammen, dass die Situation so ist, wie sie ist.

Ich wollte, das kündigte ich im November 2019 an, Vertrauen aufbauen und das scheint sich langsam aber sicher zu erfüllen. Wir bekommen ab und an Hinweise, und Ihr stellt uns Fragen über die sozialen Medien und wir versuchen diese zu beantworten, so gut es geht.

Es gibt noch viel mehr

Neben Arbeit und Arbeit und noch mehr Arbeit an Macnotes gibt es aber auch noch mehr Arbeit, die durchaus auch Vergnügen sein kann. So habe ich vor Kurzem das erste Mal erfolgreich einen vergilbten Computer wieder zum Strahlen gebracht.

Auch habe ich an einem 486er-Mainboard erfolgreich eine oxidierende Batterie gegen eine externe Lösung ausgetauscht und tatsächlich ein AT-Netzteil in einem Pentium durch ein ATX-Netzteil ersetzen können sowie gleichzeitig ein weiteres AT-Netzteil reparieren können, indem ich ein paar Kondensatoren und einen kaputten Thermistor ersetzt habe.

Diese Computer, die sollen irgendwann Platz in einem Retro-Keller finden und aus diesem sollen in den nächsten Jahren irgendwann auch einmal Videoaufnahmen zu sehen sein, die dann auf YouTube oder anderswo landen werden.

In diesem Sinne: Es bleibt spannend!


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