Apples Quartalszahlen Q1/2022: Rekord, $123,9 Milliarden, 11 % Umsatzplus

Wie angekündigt präsentierte Apple am Abend seinen Quartalsbericht für das Q1 2022. Der iPhone-Anbieter aus Cupertino dokumentierte abermals einen Rekordgewinn und einen Rekordumsatz. Trotz schwieriger Liefersituation erzielte das Unternehmen 123,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Davon blieben 34,63 Milliarden US-Dollar Gewinn vor Steuern.

Börsenkurse, Bild: CC0

Anfang des Monats gab Apple den Termin für den Kassensturz bekannt. Nach Börsenschluss in den USA übermittelte der Konzern zum einen der US-Börsenaufsicht sein Quartalsergebnis für den Zeitraum von Oktober bis einschließlich 25. Dezember. Außerdem veröffentlichte Apple die Unterlagen auf seiner Website.

Erwartungen übertroffen

Apple liegt über den Erwartungen der Analysten der Wall Street. Diese erwarteten im Schnitt ein Ergebnis von knapp 118 Milliarden US-Dollar (Apple erreichte wie erwähnt $123,9). Sie rechneten mit $1,88 pro verwässertem Anteil. Dieses Ziel konnte Apple ebenfalls ohne Weiteres erfüllen, erreichte es doch $2,10 pro verwässertem Anteil.

Gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr legte Apple erneut zu. Folgerichtig erzielte das Unternehmen einen neuen Rekord für ein Dezember-Quartal.

Das neue MacBook Pro mit M1 Pro und M1 Max Chips und die AirPods der 3. Generation spielen diesmal eine Rolle im Geschäftsbericht, genauso wie die Apple Watch Series 7. Lieferengpässen zum Trotz konnte das Unternehmen beim Mac-Geschäft und den Wearables weiter zulegen. Zudem machten die neuen iPhone 13 Modelle und das iPad mini 6 eine gute Figur. Apple konnte in China erstmals seit sechs Jahren wieder mehr Smartphones verkaufen als einheimische Firmen. Dies lag nicht zuletzt am iPhone 13, wie Counterpoint Research unlängst erläuterte.

Schon im Sommer 2021 hatte Apple gewarnt, es werde bis Jahresende zu Lieferschwierigkeiten für iPads und Macs kommen. Tatsächlich gibt es weiterhin Liefertermine für die neuen MacBooks im März. Dies liegt allen voran an Problemen bei der Versorgung mit Speicherbauteilen.

Apples Quartalszahlen (Q1 2022) auf einen Blick

Mit seinen Smartphones, Tablets, Computern, Wearables und Services erwirtschaftete Apple im ersten Fiskalquartal Q1 2022 123,9 Milliarden US-Dollar Umsatz (+ 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Dem Unternehmen blieben 34,63 Milliarden US-Dollar Gewinn übrig (vgl. Finanzdaten).

  • Das iPhone-Geschäft trug 71,628 Milliarden US-Dollar bei (+ 9,2 %).
  • Die iPad-Verkäufe erzielten 7,248 Milliarden US-Dollar (- 14 %).
  • Der Mac lieferte 10,852 Milliarden US-Dollar für den Umsatz des Konzerns (+ 25 %).
  • Weiterhin verkaufte Apple Wearables, HomePods und weitere Geräte im Wert von 14,701 Milliarden US-Dollar (+ 13,3 %).
  • Das Servicegeschäft rund um Apple Music, Apple TV+ und Co. steuerte weitere 19,516 Milliarden US-Dollar Umsatz bei (+ 23,8 %).

Wie reagiert die Börse?

Nachbörslich reagierte der Handel äußerst positiv auf Apples erneutes Rekordergebnis. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung rangiert das Papier rund 3 % über dem Schlusskurs. Dies ist jedoch nur eine Momentaufnahme und kann sich entsprechend verändern.

Dividende im Februar

Apple gab zudem den Termin für die kommende Dividende bekannt. Aktionäre erhalten pro Anteilsschein eine Vergütung in Höhe von 0,22 US-Cent. Das Unternehmen hatte die Dividende zuletzt im Q2 2021 erhöht. Der Stichtag für den Bonus ist der 7. Februar 2022. Ausgezahlt wird er dann am 10. Februar.

Analyse/Kommentar: 2022 kommt langsam in Schwung

Die US-Notenbank reagiert auf die grassierende Inflation. Am Mittwoch teilte sie mit, dass man im März vermutlich erste Zinsschritte unternehmen werde. Die Börsen brachte das nicht wirklich zur Ruhe, da vor allem Unternehmen, die auf Liquidität durch Zinsen angewiesen sind, in ihren Investitionen eingeschränkt werden könnten, oder unter dem Strich weniger Geld übrig bleibt.

Gerade Apple mit seiner Kriegskasse und immer wieder neuen Anleihen stellt das nur bedingt vor Probleme.

Die Pandemie ebbt ab

Auswirkungen der Covid-Pandemie werden noch einige Monate spürbar sein. Doch wie anfangs die Maßnahmen wie beim Domino weltweit immer schärfer wurden, werden vor dem Hintergrund der Omikron-Variante die Zügel sukzessive wieder lockerer gelassen. Es ist möglich, dass sich schon nach den Olympischen Spielen in Peking die Liefersituation weltweit deutlich freundlicher gestalten wird. Erste Anzeichen gibt es bereits, wenngleich nicht in jeder Branche.

Neue Produkte in diesem Jahr

Sorgen machen um Apple sollte man sich nicht. Das Unternehmen wird 2022 noch weitere neue Produkte vorstellen. Die Transformation zu Apple Silicon geht weiter und nimmt dieses Jahr sein Ende. Schon jetzt deutet viel darauf hin, dass es im Frühjahr ein Apple Event geben wird, auf dem neue Produkte gezeigt werden. Auch plant Apple iPhones und iPads unmittelbar als Bezahlterminals einsetzbar zu machen. Ob sich daraus eine neue Umsatzmöglichkeit für das Unternehmen ergibt, ist noch nicht klar.

In jedem Fall gibt es in diesem Jahr eine ganze Reihe neuer Macs mit Apple-Prozessoren und darüber hinaus möglicherweise einen ersten Versuch eines Mixed-Reality-Headsets, das das von Facebook-Chef Mark Zuckerberg viel gepriesenen Metaverse bedient, also die Realität neben der Realität. Glaubt man Beobachtern, dann ist Apple aber gar nicht so sehr an der virtuellen Realität als an der erweiterten Realität interessiert.

Am Horizont scheint für die kommenden Jahre außerdem das Apple Car auf, das neue Umsätze generieren helfen könnte.

Alternative Bezahlmethoden gar nicht so schlimm?

Als eine Art Damoklesschwert schwingt bei Apple, Google und anderen die zunehmende Forderung nach alternativen App Stores oder zumindest Bezahlmethoden auf. Epic Games möchte sich nicht mit einem Gerichtsurteil abfinden und gleichzeitig gibt es bereits Länder wie Südkorea oder die Niederlande, in denen Apple in manchen Feldern alternative Bezahlmethoden zulassen muss. Auch Google versucht solche umzusetzen und beide aber weiterhin daran mitzuverdienen. Dies könnte die Umsatzausfälle aus der unmittelbaren Provision abfedern.

In diesem Umfeld sollten Apple-Aktionär:innen insbesondere mit deutlich mehr Volatilität in diesem Jahr rechnen als in den letzten beiden. Nervös machen sollte man sich deshalb aber nicht.