Epic Games gibt keine Ruhe: neue Beschwerde bei EU-Kartellwächtern

Epic Games hat eine weitere „Klage“ gegen Apple eingereicht. Schauplatz der Auseinandersetzungen ist diesmal die EU-Kommission. Der Spielehersteller reichte eine Beschwerde bei der Kartellbehörde ein. Dies berichtet das Wall Street Journal.

Fortnite, Bild: Epic Games

Dabei sieht Geschäftsführer Tim Sweeney nichts weniger als die Freiheit eingeschränkt. Für ihn sollte es ein Spielfeld geben, auf dem viele Teilnehmer partizipieren können, wo derzeit aber ausschließlich der iPhone-Hersteller aus Cupertino kontrolliert, wer mitspielen darf, und wer nicht.

Epic Games, so erklärt Sweeney weiter, stünde aber nicht nur im Konflikt mit Apple. Es mag sein, erklärte der Gründer der Firma, dass derzeit Apple am Pranger stehe, aber viele der Vorwürfe könne man genauso gut auch auf Google anwenden.

Die EU-Kommission als Strohhalm?

Die Europäische Union unterscheidet sich in Ihrer Wirtschaftspolitik von den USA. Aus diesem Grund hofft nicht nur Epic Games, sondern beispielsweise auch Spotify, dass die Politik hierzulande womöglich anders entscheidet als es Gerichte und Politiker in den Vereinigten Staaten tun (werden).

Mittlerweile gibt es allerdings eine fast schon Plethora an „Kriegsschauplätzen“, die der Spielehersteller womöglich mit Absicht erzeugt, um den Gegner Mürbe zu machen.

Das Unternehmen klagt in Australien, es klagt aber auch in Großbritannien, und den USA und nun auch in der Europäischen Union.

Erste Entscheidung im Sommer?

Wie es zwischen Apple und Epic Games weitergeht, das dürfte frühestens im Sommer entschieden werden. Denn ab Mai kommt es zu Verhandlungen in den USA. Im Vorfeld müssen aber bereits einige hochrangige Apple-Mitarbeiter sich Befragungen gefallen lassen. Zuletzt entscheid ein Richter, dass Tim Cook sieben Stunden seiner Zeit für diesen Quatsch opfern müsse.

Ich habe meine Meinung unter anderem schon in einer Podcast-Ausgabe zum Besten gegeben und finde, dass Epic Games es sich viel zu leicht macht. Man muss mit Apple keine Geschäfte machen und man muss auch nicht auf dem iPhone seine Apps anbieten. Worüber Epic Games sich beschwert, sind die Spielregeln auf einem Spielfeld, das jemand anderem gehört.

Stattdessen könnte es versuchen, ein eigenes Spielfeld zu schaffen, so wie es zum Beispiel Valve gemacht hat. Denn das Unternehmen investierte viel Zeit darin, Linux als alternatives Betriebssystem fürs Gaming zu etablieren, und ging sogar so weit, mit Partnern Hardware in Form von Steam Boxen anzubieten, als Alternative zu Windows.

Epic Games wirkt vor diesem Hintergrund nur als Schmarotzer, der die Ideen anderer versucht zu seinen eigenen Gunsten zu nutzen. Wehe man wirft dem Unternehmen Steine in den Weg, dann schmollt es. Es ist an der Zeit, dass Epic Games etwas Eigenes erfindet, statt anderen immer nur etwas zu neiden. Ich mag diese destruktive Haltung nicht leiden.