Alexander Trust, den 18. November 2020

Epic Games klagt jetzt auch in Australien gegen Apple

Fortnite
Fortnite, Bild: Epic Games

Epic Games reichte am Mittwoch Klage gegen Apple ein, in Australien. Obwohl es bereits eine Gerichtsverhandlung in den USA gibt, entschied sich der Spielehersteller und Anbieter von Fortnite nun dazu, den Streit auf einen zweiten Kontinent auszuweiten.

Epic Games klagt vor einem Bundesgericht in Australien. Der Vorwurf gegen Apple lautet, das Unternehmen würde seine Marktmacht missbrauchen.

Apple verhindert Wettbewerb

Das Unternehmen von Gründer und Geschäftsführer Tim Sweeney ist der Auffassung, Apple würde mit seiner Gangart den Wettbewerb einschränken. Damit würde der iPhone-Hersteller aus Cupertino offenbar gegen geltende Verbrauchergesetze in Australien verstoßen („Australian Consumer Law“ und „Competition and Consumer Act 2010“).

In Apples veröffentlichtem Statement liest man, dass die Angelegenheit „viel größer“ sei als nur Apple gegen Epic Games. Offenbar geht es dem Spielehersteller um eine Grundsatzentscheidung. Die Frage lautet laut Tim Sweeney: Dürfen Konsumenten und Firmen auf Onlineplattformen Dritter eigenständig Verträge abschließen, oder werden sie daran gehindert.

Wie alles begann …

Epic Games entschied sich eines Tages dafür sowohl im App Store als auch im Google Play Store eine Version von Fortnite anzubieten, die einen Mechanismus beinhaltete, der an den üblichen In-App-Kaufsystemen der Plattformen vorbeiwirtschaftete. Daraufhin drohten zunächst Apple und Google an, die App wegen des Verstoßes gegen die App-Store-Regularien aus dem App-Shop zu entfernen. Noch am selben Tag hole Epic Games fertige Unterlagen aus der Schublade und reichte Klage gegen Apple und Google ein. Da die Fronten verhärteten, wurde Fortnite schließlich aus dem App Store und Google Play Store entfernt.

Apple wiederum reichte Gegenklage ein und betont, dass Epic Games dem Unternehmen etwas gestohlen habe oder zumindest stehlen würde. Der Spielehersteller sieht das naturgemäß anders. Wie aber kommt Apple auf diesen Vorwurf? Wenn Entwickler Ihre Apps gratis anbieten, verlangt Apple dafür keine Gebühr. Verkaufen diese aber etwas über die App oder die App selbst gegen Geld, möchte Apple einen Anteil davon abhaben (der liegt noch bei 30 Prozent, wird sich für kleinere Entwickler 2021 aber auf 15 Prozent reduzieren). Apple stellt die Infrastruktur zum Verkauf bereit. Es ist also nur fair, wenn das Unternehmen dafür etwas bekommt.

Gleichzeitig erlaubt Apple aber Entwicklern nicht, ihrerseits eigene Infrastrukturen anzubieten. Amazon beispielsweise ist in der Lage, oder Samsung, auf Android-Geräten einen eigenen App-Shop anzubieten und betreiben die passende Infrastruktur dafür selbst. Das geht unter iOS nicht (so einfach). Nutzer von Jailbreaks konnten vor einigen Jahren über Cydia auch Apps kaufen. Ende 2018 stellte der Betreiber die Möglichkeit jedoch ein, weil das Unterfangen für ihn nicht lukrativ gewesen sei. Eine immense Sicherheitslücke hatte die Schließung beschleunigt.

Wie es weitergeht …

Im Mai 2021 wird in den USA ein Streit zwischen Apple und Epic Games vor Gericht ausgetragen. Bis dahin dürfen beide Beteiligten sich entweder außergerichtlich einigen oder noch Dokumente beibringen, um den eigenen Standpunkt zu stärken. Die verhandelnde Richterin, Yvonne Gonzalez Rogers, erkannte zuletzt zwar einen Vertragsbruchs Epic Games’ sieht aber keinen Diebstahl.

Nun hat Epic Games also in Australien ein zusätzliches Kapitel hinzugefügt.


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