Craig Federighi: Windows auf Apple Silicon? Funktioniert, wenn Microsoft es will

Alexander Trust, den 20. November 2020
Apple M1
Apple M1

Apples Softwarechef, Craig Federighi, hat dem Konkurrenten Microsoft nun den Fehdehandschuh hingeworfen. Man könne Windows auch nativ auf Apple Silicon und aktuellen Macs mit M1-Chip betreiben. Dazu müsste jedoch der Hersteller aus Redmond mitspielen.

Es wird spannend sein zu sehen, ob Microsoft den Fehdehandschuh aufnimmt.

Apples neue Macs mit M1-Prozessor sind da. Sie stellen die erste Generation von Apple Silicon dar, die sich in ersten Tests als äußerst sparsam und gleichzeitig leistungsstark herauskristallisieren. In Benchmarks setzen sich die neuen Macs sogar fast immer vor die alten Geräte mit Intel-Chips. Nur einige wenige sind in der Mehrkernfunktionalität noch schneller. Aber irgendwie müssen diese Geräte ja ihren ehemaligen Kaufpreis rechtfertigen.

Es funktioniert vieles, manches sogar noch besser als vorher. Doch es gibt auch ein paar Achillesfersen im Moment. Virtualisierung ist so eine (VirtualBox, Docker und andere funktionieren nicht mehr), Windows eine andere. Zwar läuft CrossOver auf Apple-Silicon-Macs und erlaubt so das Ausführen von Windows-Software und -Spielen. Das funktioniert aber mal besser und mal schlechter, manchmal auch überhaupt nicht, und ist für Neugierige geeignet, nicht aber für Nutzer, die zwingend auf Software angewiesen sind.

Kein Boot Camp mehr

Mit macOS Big Sur und der Einführung von Macs mit Apple-Prozessor hat das Unternehmen aus Cupertino Boot Camp entfernt. Beobachter wollten schon vorher Apple aber nicht den schwarzen Peter in die Schuhe schieben, wussten Sie doch um Microsofts Lizenzierungspraxis für Windows für ARM. Bislang ist die Lizenzierung nur möglich, wenn das Betriebssystem bereits ab Werk auf dem Gerät installiert ist.

Nun bestätigt Apples Federighi in einem Interview mit Ars Technica, dass es an Microsoft sei, zu entscheiden, ob Windows auf Apple Silicon liefe. Es sei möglich, aber eben, wenn MS mitspielt. Zum jetzigen Zeitpunkt wollte das Unternehmen aus Redmond dazu aber keine Stellungnahme abgeben. Man hätte darüber derzeit nichts zu sagen, hieß es gegenüber The Verge noch im Juni.

Warum ziert sich Microsoft?

Ein Grund, warum Microsoft sich vermutlich so ziert, ist die schlechte Softwareunterstützung für Windows für ARM. Denn selbst die eigene Produktivsoftware gibt es für die Plattform nicht in ebenbürtigen Versionen, sondern nur in abgespeckter Form. Auch wäre Windows für ARM nicht die erwartete „Rettung“. Denn viele Apps, die unter „Wintel“ funktionieren, verweigern unter „Warm“ den Dienst. Auch hier hat Apple mit Rosetta 2 einen deutlich besseren Job gemacht.

Kurios ist, dass Microsoft manche Tools besser für Linux präpariert hat als für das eigene Windows 10 für ARM. Doch das ist bislang nur eine Nische und entsprechend aus betriebswirtschaftlicher Sicht bislang die Investitionen nicht wert. Windows-Nutzer mokieren sich darüber, dass Office für Apple Silicon vermutlich früher fertig wird als für das eigene Windows 10 für ARM.

Hinweis: Wir aktualisieren regelmäßig eine Liste von Software, die unter macOS Big Sur, aber auch Apple Silicon funktioniert.


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