macOS Big Sur: Apple gibt Release Candidate frei

Apple hat am heutigen Donnerstag den Großkampftag ausgerufen, nachdem der Dienstag, der sonst dafür auserkoren ist, mit den US-Präsidentschaftswahlen belegt war. Registrierten Entwicklern steht nun auch macOS 11 als Release Candidate zur Verfügung. Es handelt sich dabei aller Voraussicht nach um die fertige Version des Desktop-Betriebssystems.

Kontrollzentrum in macOS Big Sur, Bild: Apple

Lange genug hat es gedauert. Der Test von macOS Big Sur begann für Entwickler kurz nach der WWDC 2020. Seit Sommer also testet man Apples neues Desktop-Betriebssystem auf Herz und Nieren. Nun dauert es nicht mehr lange, und die finale Version steht auch Endverbrauchern zur Verfügung.

Wie man aber bei iOS 14.2 und iPadOS 14.2 gesehen hat, gab es vom „Release Candidate“ zur finalen Version noch kleine Änderungen. Die ließen sich jedoch nur an der Buildnummer ablesen (18B91 versus 18B92).

Es deutet aber auch bei macOS 11.0.1 Big Sur RC die Buildnummer darauf hin, dass es zumindest noch ein kleines Update geben könnte. Immerhin lautet die Buildnummer auf 20B5022a. Buildnummern finaler Veröffentlichungen sind in der Regel deutlich „kürzer“.

Was kann Big Sur?

Big Sur bringt noch einmal mehr eine Anpassung an iOS mit. Optisch bedeutet dies für Mac-Nutzer in jedem Fall eine Frischzellenkur. Das System wirkt moderner.

Gleichzeitig gibt es weitere Apps, die vom iPhone auch auf den Mac kommen. Mit dazu zählt nun die Nachrichten-App (iMessage). Diese bietet jetzt denselben Funktionsumfang wie am iPhone oder iPad unter iOS 14. Also bekommen Nutzer auch am Mac die Möglichkeit zu Gruppengesprächen, die besser planbar sind, indem man Nutzer direkt ansprechen kann und nicht sofort jeder in der Gruppe benachrichtigt wird.

Warum ist macOS 11 so besonders?

Sieht man von den sichtbaren Änderungen ab, bedeutet dieses Update mit dem Sprung auf Versionsnummer 11 auch eine Gabelung für Apple. Man bereitet damit die Abkehr von Macs mit Intel-Prozessoren vor und wird in Zukunft auch Macs mit eigenen Apple-Prozessoren anbieten.

Bis Ende 2022 möchte das Unternehmen sein gesamtes Mac-Portfolio auf eigene Prozessoren umstellen. Damit Apps aber auf Intel- und auf Apple-Macs laufen, nutzen sie universelle Binärdateien. Intel-Apps können hingegen mithilfe der Rosetta-Technologie auf Apple-Macs genutzt werden.

Wann kommt Big Sur für „normale“ Nutzer?

Apple veranstaltet am kommenden Dienstag, den 10. November, ein Event auf dem es aller Voraussicht nach erste Macs mit eigenem Prozessor vorstellt. Es ist gut möglich, dass der Konzern aus Cupertino an diesem Tag das finale Update auch für jedermann zum Download bereitstellt.