Epic Games: Wir haben nichts von Apple gestohlen

Die eigentliche Gerichtsverhandlung im Fall Apple versus Epic Games findet erst im Juli 2021 statt. Doch die vorsitzende Richterin, Yvonne Gonzalez Rogers, gab den Unternehmen die Möglichkeit, in der Zwischenzeit Dokumente einzureichen. Bislang macht Epic davon rege Gebrauch. Ganz aktuell gibt es ein neues 20-seitiges Dokument, in dem Epic Games erklärt, dass es nichts von Apple gestohlen habe.

Fortnite, Bild: Epic Games

Der Vorwurf Apples, so erklärt Epic, sei an den Haaren herbeigezogen. Epics Verhalten sei meilenweit davon entfernt, Apples Vorwürfen zu genügen, man habe gar vorsätzlich kriminell gehandelt.

Epic betont die eigene Schöpfungshöhe

Auf den 20 Seiten versucht der Spieleproduzent Apple als Berater zu beschreiben, der für alle Angelegenheiten zuständig sei, die den App Store betreffen. Gleichwie sei Apple nicht für die Nutzungsbedingungen verantwortlich, die Epic Games mit seinen Nutzern schließe, und erst recht nicht die Geschäftsbeziehungen, die Epic Games mit seinen Kunden eingeht. Dabei beruft sich der Fortnite-Entwickler immer wieder auf Apples eigene iTunes-Dokumente.

„Was erlauben Apple?“

Tatsächlich sind die Formulierungen der Anwälte Epics mitunter sehr wohlfeil. Man nennt Apples Vorwürfe „außergewöhnlich“ und wird nicht müde zu betonen, dass man mit dem Einsammeln von Geld für die „Werke von Epics eigenen Künstlern, Designern und Ingenieuren“ Apple etwas stehlen könne. Indirekt dreht man damit die Perspektive um, und stellt Apple als Dieb am geistigen Eigentum dar.

Wie entscheidet das Gericht?

Es bleibt die Frage, ob Richterin Gonzalez Rogers inhaltlich, aber auch im Ton mit den Erläuterungen des Spieleherstellers etwas anfangen kann. Denn diese argumentierte schon früh, dass Epic den Schaden selbst verschuldet hatte und mit der Entfernung der eigenen Bezahloption den Rauswurf aus dem App Store hätte verhindern können. Darauf wollte Epic Games sich jedoch nicht einlassen.

Tatsächlich hat Epic Games die Nutzungsbedingungen für den Vertrieb im App Store „akzeptiert“, indem es selbst seine Apps darüber anbot. Es wirkt entsprechend wie ziviler Ungehorsam, den Epic Games dann betrieben hat, um am Ende des Tages Recht zu erhalten. Der Sachverhalt, um den es Epic Games jedoch ging, ist ein anderer. Man findet, dass Apple zu viel Tantieme erhält und konnte sich aber am Verhandlungstisch nicht durchsetzen. Dann den Aufstand zu proben, ist, wenn man alle moralischen Kategorien außen vor lässt, nicht sinnvoll.