Details zu C1-Chip für Apple Car: A12 die Basis?

Analyst Colin Barnden veröffentlichte für die EETimes einen Bericht über etwas, das er Apples C1-Chip nennt. C steht für „Car“, und also Apples Auto. Laut Barnden soll der Prozessor auf Apples A12 Prozessor basieren. Tatsächlich beruht der Beitrag jedoch nicht auf Fakten, sondern auf Annahmen.

Apple Silicon, Bild: Apple

Colin Barnden hat die Idee, dass Apple für sein „Project Titan“ einen eigenen Prozessor entwickelt, der die Elektronik im Auto steuert. Diese Annahme versucht er zu begründen, wie man sie eben derzeit ohne echte Fakten begründen kann, mit Hypothesen.

Apple C1 auf Basis des A12?

Der Name des Prozessors lautet C1. Das C steht dabei für „Car“ (engl.). So weit, so gut. Doch schon die Annahme, der Prozessor würde auf Apples A12 Chip basieren, ist reine Spekulation.

Der Grund ist jedoch ebenfalls schnell gefunden. Barnden geht davon aus, dass Apple nie sein ganzes Potenzial enthüllt und stattdessen die Früchte immer nur so hoch hängt, um dadurch einen Vorteil zu haben. Das kennt man auch aus anderen Situationen, zuletzt erst mit der Veröffentlichung der ersten Macs mit M1 Prozessor, wie dem Mac mini. Tatsächlich sind die Computer ausreichend schnell, hinterlassen Eindruck, und verraten das mögliche Potenzial. Sie lassen aber noch Spielraum genug für andere Prozessoren.

Vergleich mit Tesla

Nun beschäftigt sich Barnden mit der Automobilindustrie und mit Tesla im Speziellen. Daher vergleicht er Apples Anstrengungen mit denen Teslas. In den Fahrzeugen von Elon Musk werkelt ein Chip, der die Elektronik im Auto steuert, darunter auch die Möglichkeiten zum autonomen Fahren. Dieser verfügt über sechs Milliarden Transistoren und konsumiert 36 Watt Strom, rechnet er vor.

Apples A12 Chip, den er als Ausgangspunk für den C1-Chip sieht, bietet 6,9 Milliarden Transistoren und verbraucht nur ein Zehntel Strom, nämlich 3,5 Watt. Apple hätte also einen Vorteil gegenüber Tesla, würde es so handeln, wie Barnden es annimmt.

Samsung oder TSMC als Chip-Produzenten

Vor Kurzem gab es schon einmal Hinweise darauf, dass Apple auch bei seinem „Project Titan“ mit TSMC zusammenarbeiten könnte. Für Barnden gibt es daneben noch Samsung als möglichen Partner für die Produktion der Chips. Grundsätzlich seien die Optionen jedoch eingeschränkt, weshalb dies abermals ein Grund für Apple sein könnte, als Basis auf ein bereits bekanntes Chipdesign zu setzen.

Lizenziert Apple Technologie von Seeing Machines?

Geht es nach Barden, dann wird Apple aber das Rad nicht vollkommen neu erfinden, sondern in manchen Bereichen auch Technologie einkaufen. Der Analyst sieht zum Beispiel eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Apple und Seeing Machines. Der Konzern aus Cupertino könnte zur Analyse der Aufmerksamkeit von Fahrern auf KI-Technologie wie die Occula NPU setzen, die es dann in seinem C1-Chip integriert.

Einziger Anhaltspunkt für Barnden, diesen Schluss zu ziehen, ist das Geschäftsmodell von Seeing Machines, das demjenigen von ARM ähnelt und Apple die Lizenzierung der Technologie erlauben „würde“. Das ist ein sehr seichtes Argument. Sehr gut möglich, dass Apple stattdessen auf eigene Technologie setzt.

Und so ist der Bericht Barndens vieles, aber nicht gerade verlässlich. Davon auszugehen, dass Apple 2024 auf einen dann sechs Jahre alten Chip setzt, ist hochspekulativ, zumal die Konkurrenz in dieser Zeit nicht untätig bleiben wird.