Alexander Trust, den 16. September 2020

watchOS 7 von Apple veröffentlicht

Zifferblätter teilen in watchOS 7
Zifferblätter teilen in watchOS 7, Bild: Apple

Wie schon bei iOS 14 und iPadOS 14 folgte auch beim Betriebssystem für die Apple Watch das Update auf die nächste Version. Das neue watchOS 7 hat vor allem für aktive Personen eine Menge zu bieten.

Die jetzt veröffentlichte Version ist identisch mit der auf dem Developer-Portal gestern veröffentlichten GM. Sie trägt die Buildnummer 18R382.

Was bietet watchOS 7?

Apple präsentierte das neue Betriebssystem bereits im Juli im Rahmen der digitalen WWDC 2020. Seitdem wurde getestet, was nun allen Nutzern zur Verfügung steht.

Mehr und individuellere Zifferblätter

Das neue Betriebssystem bietet mehr Möglichkeiten zur Individualisierung. So gibt es schon von Haus aus noch eine ganze Reihe, auch funktioneller Zifferblätter bspw. mit Zeitzonen oder Chronographen-Funktionen. Daneben gibt es auch ein Design-Zifferblatt. Interessanter dürfte für manche Nutzer aber sein, dass sie eigens eingerichtete Zifferblätter nun mit anderen Nutzern teilen dürfen.

Dazu kommt die Möglichkeit, nun mehr als eine Komplikation für eine App zu nutzen.

Schlaftracking

Neu ist eine Schlaf-App, mit der man den eigenen Schlaf analysieren kann. Die App nutzt dazu auch den Beschleunigungssensor in der Watch, um selbst kleine Bewegungen in der Nacht festzustellen. Natürlich stellt sich die Frage, wie das Schlaftracking mit der Batterielaufzeit zusammengeht. Bislang hat Apple – auch auf seinem Time Flies Event nicht – eine Antwort für dieses Problem präsentiert. Eigentlich müsste man nämlich die Uhr über Nacht tragen, doch ursprünglich lautete die Maßgabe Apples, die Uhr über Nacht aufzuladen.

Sehr wohl kann die Uhr einem aber nun helfen, besser in den Schlaf zu kommen, weil Sie Benachrichtigungen unterbindet und man kann dann den Schlafmodus einschalten, in dem gar keine Benachrichtigungen ankommen und in dem besonders wenig Energie verbraucht wird, weil der Bildschirm komplett abgedunkelt wird. Zum Aufwachen nutzt die Watch sanfte Töne oder den Rüttelmotor in der Uhr, um einen aufzuwecken.

Darüber hinaus wird man morgens mit einem Wetterbericht und dem Batterieladezustand begrüßt. So kann man eventuell beim Frühstück die Uhr noch eben aufladen.

Familiensetup: Mehr als eine Watch nutzen

Vor allem für Kinder und pflegebedürftige Personen hat Apple nun die Möglichkeit des Familiensetups in watchOS 7 hinzugefügt. Man kann also mehrere Uhren über ein iPhone einrichten, auch für Nutzer, die selbst gar kein iPhone haben. Das geht allerdings nur mit Modellen, die auch Mobilfunkempfang haben. Denn die bekommen dann auch unabhängig eine eigene Rufnummer. Dazu nutzt man die eSIM im Gerät. Die Mobilfunkanbieter in Deutschland unterstützen die Funktion.

Während dieser Schritt zu begrüßen ist, wird manchen Nutzern der eingeschränkte Abnabelungsprozess aber trotzdem nicht gefallen. Denn für Teenager oder andere Erwachsene ist er eher nicht geeignet. Denn derjenige, der die Watch einrichtet, entscheidet auch darüber, welche Apps darauf installiert werden und welche Kontakte synchronisiert werden, bzw. erreichbar sein sollen. Als Erziehungsmaßnahme ist das vielleicht geeignet. Nur vermutlich ist das auch wieder ein Problem, das in der Realität gar nicht so oft anzutreffen ist, weil Nutzer, die damit ein Problem hätten, vermutlich dann ein eigenes iPhone haben, über das sie ihre eigene Watch einrichten können.

OS7 hilft beim Händewaschen

Zwar hat mir schon meine Großmutter beigebracht, mir regelmäßig die Hände zu waschen. Doch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie bekam diese Hygienemaßnahme wieder mehr öffentliche Bedeutung. Apple packte kurzerhand eine Funktion in das neue watchOS 7. Die Uhr erkennt, wenn man sich die Hände wäscht und zeigt dann auch einen Countdown, wie lange man sich die Hände noch waschen muss, um sie „gründlich“ zu reinigen.

Aktivitäten-App heißt jetzt Fitness

Apple präsentierte auf seiner Time-Flies-Veranstaltung auch ein Service-Angebot namens Fitness+. Das startet zwar noch nicht in Deutschland. Doch die Aktivitäten-App wird auch hierzulande umbenannt. Denn es zeigt sich, wo die Reise hingehen soll: zu mehr Aktivität. Nutzer können sich noch einfacher herausfordern und Apple macht es noch einfacher, Spaß an der Bewegung zu entwickeln. Denn nun kann die Smartwatch auch erkennen, wenn Nutzer tanzen und zählt diese Bewegungen als Workout.

Darüber hinaus kann man die eigenen Fitness-Ziele nun persönlicher festlegen. Möchte man häufiger am Tag stehen, oder mehr Trainingsminuten zubringen, kann man das voreinstellen und wird dann entsprechend erinnert.

Karten-App mit mehr Funktionen für Radfahrer

Wir haben es bereits im Beitrag zu iOS 14 und iPadOS 14 erwähnt. Doch auch watchOS 7 profitiert von Veränderungen in Apples Karten-App. Speziell Radfahrer bekommen nun besondere Routen zugewiesen und können auch Fahrradtouren planen.

Siri und mehr

Das Betriebssytem-Update bietet aber noch viel mehr. Siri kann nun auch Übersetzungen sprechen. Das hilft vielleicht bei der Konversation mit anderen. Zudem führt Apple eine spezielle Kurzbefehle-App für die Watch ein. Somit kann man nun auch individuelle Kurzbefehle zum Steuern von Rollladen, die gar keine HomeKit-Anbindung haben, direkt vom Handgelenk aus steuern.

Stand heute kann man auch am Gerät Texte diktieren, allerdings vorerst nur in US-Englisch und auch nur mit der Watch Series 4 oder neuer. Dies macht das Diktieren von Nachrichten einerseits schneller und erhöht andererseits den Schutz der Privatsphäre.

Welche Apple Watch ist kompatibel?

Leider kann man das neue watchOS 7 nicht auf jeder Apple Watch installieren. Tatsächlich bekommen die neue Software nur die Series 3, Series 4 und Series 5 sowie die neue Apple Watch Series 6, die Apple erst gestern vorstellte, genauso wie die Apple Watch SE. Doch die beiden letztgenannten Modelle kommen erst am Freitag in den Handel und werden bereits mit dem neuen Betriebssystem ausgeliefert.

watchOS 7 auf dem iPhone installieren

Ihr könnt das neue watchOS 7 auf dem iPhone in der Watch-App installieren. Vergesst nicht, dass dazu die Watch auf dem Ladekabel liegen muss und Ihr außerdem die Uhr vorher zu mindestens 50 Prozent aufladen müsst.


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