Alexander Trust, den 16. Juni 2020

Corona-Warn-App für Deutschland ist da

Coronaviren
Coronaviren – Symbolbild, Bild: CC0

Lange hat‘s gedauert. Doch seit heute gibt es die Corona-Warn-App der Bundesregierung für iOS und Android zum Download. Sie soll helfen Infektionsketten des SARS-CoV-2 nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Die Nutzung der App ist freiwillig. Sie wird als Open-Source-Projekt bereitgestellt, sodass theoretisch jeder Bürger den Quellcode einsehen kann.

Ab sofort steht die Corona-Warn-App der Regierung im App Store und im Google Play Store zum Download bereit.

Dezentrale, anonymisierte Speicherung

Wie funktioniert die App? Sie macht das Smartphone zum Sender und Empfänger von anonymisierten Tokens. Der Nutzer selbst sender an in der Umgebung befindliche Geräte anonymisierte Tokens und umgekehrt. Die Geräte müssen sich dazu in der Reichweite von Bluetooth LE befinden.

Diese Tokens sind anonymisiert, verändern sich alle 10 bis 20 Minuten und werden außerdem jeden Tag mit einem anderen temporären Schlüssel anders codiert.

Die gesammelten Tokens kann der Nutzer freiwillig auf einen Server hochladen, sollte er die Nachricht erhalten haben, dass er oder sie an COVID-19 erkrankt ist. Dabei werden Daten der letzten 14 Tage auf den Server hochgeladen. Das Testergebnis wird zunächst verifiziert, damit kein Missbrauch getrieben werden kann. Erst nach der Verifizierung werden dann die IDs (Tokens) auf eine globale Liste hinzugefügt. Die teilen alle Teilnehmer der App ständig untereinander. Hat man dann festgestellt, dass eine ID auf der Positiv-Liste mit den lokalen Daten übereinstimmt, erhält man nach einer Risikoeinschätzung Hinweise wie man selbst vorzugehen hat.

Weitere Infos findet Ihr auf der offiziellen Homepage zur App.

Corona-Warn-App ist Open-Source

Jeder, der Spaß daran hat, kann übrigens an der App mitwirken. Das Projekt ist Open-Source und der Quellcode wird auf Github bereitgestellt. Dort kann man eigene Codevorschläge einsenden, die dann in ein Update Einzug halten können.

App ließ auf sich Warten

Ursprünglich verfolgte Deutschland eine zentralisierte Lösung. Doch der öffentliche Druck auch bezüglich des Datenschutzes wurde so groß, dass man am Ende auf eine dezentralisierte Lösung setzte und dazu die Corona-Tracing-Schnittstelle von Apple und Google nutzte. Schon Ende Mai veröffentlichte die Schweiz die erste App mit dieser Schnittstelle.


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