Corona-Tracing mit Apple und Google: Die Schweiz ist zuerst dran

Die Eidgenossen gelten wegen der Aussprache gemeinhin als eher „gemütlich“. Doch das ist ein Vorurteil, das sich nicht bestätigt und in diesem Augenblick schon gar nicht. Denn in der Schweiz wurde nun die erste App veröffentlicht, die Apples und Googles Corona-Tracing-Schnittstelle verwendet.

Coronaviren - Symbolbild, Bild: CC0

Wer hat‘s erfunden? – Apple und Google haben eine Schnittstelle zum Kontakte-Nachverfolgen entwickelt, die im Covid-19-Krankheitsfall andere benachrichtigen soll, dass sie mit einem Infizierten über einen gewissen Zeitraum auf engstem Raum nebeneinander standen.

Kontakt-Tracing mit iOS 13.5

Die Schnittstelle wurde im Rahmen des Betatests von iOS 13.5 ausprobiert. Apple veröffentlichte aber nun vor einer Woche das neue Betriebssystem fürs iPhone und iPad. Seitdem warten alle gebannt auf die Entwicklung rund um das technische Hilfsmittel.

Nun dürfen Schweizer ab sofort mit der passenden App das Kontakt-Tracing ausführen. Die App, die auf den Namen „SwissCovid“ lautet, befindet sich jedoch erst einmal im Betatest. Schon seit Montag können einige Soldaten, Mediziner und Verwaltungsbeamte, sowie Teilnehmer der technischen Hochschulen EPFL und ETH Zürich die App ausprobieren.

Vorherige Meldungen zeigten, dass Lettland ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung einer entsprechenden App stünde. In Deutschland wollte man im Juni soweit sein. Hierzulande wollte man zunächst eine zentrale Datenspeicherung nutzen, änderte dann aber die Meinung. Derweil gibt es seit einiger Zeit eine App zur Datenspende vom RKI. Doch die bietet keine Kontakt-Nachverfolgung.

Indien geht anderen Weg

In Indien setzt man nicht auf die Lösung Apples oder Googles. Dort gibt es eine Kontakt-Verfolge-App bereits seit weniger als zwei Monaten. Dafür registrierten sich in der Zeit bereits 114 Millionen InderInnen.

Wegen der anhaltenden Kritik an der Verschlossenheit der App namens Aarogya Setu soll nun der Quellcode auf Github veröffentlicht werden.