RKI mit App: Daten spenden, um Coronavirus zu bekämpfen

Coronaviren - Symbolbild, Bild: CC0

Den Wissenschaftlern nach gibt es gewisse Merkmale an Gesundheitsdaten, die erkennen können, ob Träger sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben „könnten“ oder nicht. Dazu wird ein Algorithmus anonym mit Daten der „Wearables“ der Nutzer gefüttert. Außerdem werden dazu noch folgende Daten erhoben:

  • Das Geschlecht,
  • das Alter in 5-Jahres-Schritten,
  • das Gewicht in 5 kg-Schritten,
  • die Körpergröße in 5 cm-Schritten,
  • und Gesundheits- und Aktivitätsdaten zum Schlafverhalten, der Herzfrequenz und Körpertemperatur,
  • sowie die Postleitzahl.

Algorithmus soll mögliche Infektion erkennen

Nun werden diese Daten ausgewertet, um festzustellen, ob jemand am Coronavirus erkrankt sein könnte.

Daten aus „kompatiblen“ Fitnesstrackern wie der Apple Watch können zum Beispiel dazu dienen, einen erhöhten Ruhepuls festzustellen. Schon der kann, in Verbindung mit anderen Symptomen wie einem veränderten Schlafverhalten ein Indikator für die Infektion sein.

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Screenshot aus Corona-Datenspende-App, Bild: RKI/mHealth Pioneers

Deutschlandkarte mit potenziell Infizierten

Das RKI wertet die Daten aus und bringt sie in eine auswertbare Form. Am Ende entsteht so eine interaktive Deutschlandkarte mit den Aufenthaltsorten von „potenziell“ Infizierten. Die Analysedaten will das RKI regelmäßig aktualisieren und ebenso die Karte dazu.

Datenspende ist freiwillig

Das Mitmachen bei der Aktion ist freiwillig. Die Daten, die gesammelt werden, sind pseudonymisiert. Keiner der Beteiligten erfährt den Namen der Nutzer, trotzdem gibt es sozusagen ein virtuelles Konto mit einer Nutzer-ID. Das ist notwendig, damit die Daten sinnvoll von denen anderer Nutzer getrennt werden können.

Technisch verantwortet die App die mHealth Pioneers GmbH.

Datenspeicherung

Beim Öffnen führt Euch die App mit Dialogen ans Ziel. Dabei akzeptiert Ihr die Datenschutzbestimmungen. Darin heißt es unter anderem, dass die Daten bis zu 10 Jahre gespeichert werden. Wir thematisieren dies, weil es im App Store bereits negative Kommentare dazu gab.

Denn tatsächlich erhält man ein Pseudonym. Mit diesem kann man jederzeit die Löschung der eigenen Daten beantragen.

Nicht alle Geräte kompatibel

Die Corona-Datenspende-App greift auf Gesundheitsdaten von Fitnesstrackern zurück. Insofern müssen die App-Entwickler technisch jeweils entsprechende Schnittstellen einrichten. Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen deshalb noch Geräte, die möglicherweise eine weite Verbreitung haben. Es werden Geräte von Fitbit, Garmin, Polar, Withings oder andere unterstützt, die mit Apple Health oder GoogleFit zusammenarbeiten.

Apple-Nutzer müssen für die App in jedem Fall iOS 13.0 oder neuer installieren.

Nutzer ohne Wearable können nicht mitmachen?

Zum einen sind nicht alle Wearables kompatibel. Zum anderen ist die Nutzung eines Wearable aber unumgänglich. Denn die Wissenschaftler benötigen gewisse Daten. Der Download der App macht für Nutzer keinen Sinn, die gar kein Wearable haben.

In der Theorie könnte man vermutlich sogar ohne Wearable mitmachen. Zum Beispiel, indem man AppleHealth als Schnittstelle nutzt und aber beispielsweise eine Körperwaage Gesundheitsdaten mit der Schnittstelle teilt. Die sind dann aber mehr oder weniger irrelevant, weil der eigene Ruhepuls fehlt.