Kommentar: ein Kessel Buntes zu Apples Headset

Geht es nach Mark Gurman von Bloomberg, dann legt Apple den Fokus bei seinem ersten Mixed-Reality-Headset auf lediglich drei Anwendungsfelder. So soll das Gerät vornehmlich fürs Spielen, zum Medienkonsum und für die Kommunikation eingesetzt werden.

Virtual Reality Headset, Bild: CC0

Die Einleitung, wie wir sie verfasst haben, ist zulässig. Denn wir betonen, dass Gurman dieser Meinung ist.

Doch die Lesart einer ganzen Reihe von Kollegen dort draußen dreht dem Bloomberg-Redakteur am Ende sogar die eigenen Worte im Mund herum.

Newsletter ist nicht gleich Newsletter

Zunächst wollen viele der Kolleg:innen nicht verstehen, dass der Power-On-Newsletter Gurmans mehr eine Möglichkeit für Bloomberg ist, schon einmal veröffentlichte Themen wieder aufzuwärmen. Dass viele Nachrichtenseiten jede Woche Bezug darauf nehmen, als würden dort Neuigkeiten breitgetreten, ist traurig für eine Branche, in der Nachrichten eine Neuigkeit sein sollten.

Das Format ist mehr etwas wie eine Kolumne, in der Gurman eigene Gedanken noch einmal auffrischt und auch Fragen von Leser:innen aufgreift.

Sollen ist nicht gleich werden

Tragisch ist aber, dass zum Teil nicht mal Muttersprachler in der Lage sind, ihre eigene Sprache richtig zu verstehen. So zitierte letzten Sonntag der MacRumors-Redakteur Hartley Charlton Gurman mit den Worten: „Gaming should be a strong focus of the machine“ (Hervorhebung durch uns). Auf Deutsch bedeutet dies in etwa: Videospiele „sollten“ im Fokus des Geräts stehen.

Mark Gurman hat also selbst nichts geschrieben, dass den Charlton zu einer Überschrift wie dieser verleiten könnte: „First Apple Mixed Reality Headset Rumored to Focus on Gaming, Media, and Communication“. Geht es nach dem MacRumors-Autor, dann „nimmt“ Apples Headset Videospiele, Medien(konsum) und Kommunikation in den Fokus. Gurman hat allerdings nur erklärt, wieso er glaubt, dass dies eine sinnvolle Strategie von Apple wäre. Charlton deutet die Worte Gurmans also um. Das ist wirklich tragisch, zumal er auf seiner eigenen Homepage dafür wirbt, schon für profilierte Publikationen veröffentlicht zu haben.

Welche Rolle das Gerät für Apple spielen wird, werden wir erst noch erfahren. Bis dahin müssen wir uns gedulden.

Nicht alles, was geschrieben steht, ist wichtig

Als ich im November 2019 Macnotes übernahm, trat ich auch an, manche Dinge verändern zu wollen. Die Momente, in denen ich Themen nicht bearbeite, weil mir die Zeit fehlt, und solche, in denen ich nicht darüber schreibe, weil es einfach keinen Sinn stiftet, sind für Euch Leser:innen momentan nicht auseinanderzuhalten.

Trotzdem halte ich es für wichtig, dass wir nicht jede Woche auch über Power On schreiben, oder andere Dinge immer wieder aufwärmen, wie andere Leute kalten Kaffee. Wir haben nur ein Leben und unsere Zeit ist kostbar, also finde ich es persönlich sogar anmaßend, wenn mir jemand etwas als Neuigkeit verkaufen möchte, dass nicht einmal neue Facetten beleuchtet.

Gleichwie weiß ich, dass dieser Eindruck sehr individuell ist. Aber so wie Macnotes sehr individuell sein möchte, so sind es hoffentlich auch unserer Leser:innen und vielleicht gibt es zumindest einige, die das genauso sehen.

Und auch wenn es sich absurd anhört, wir versuchen in diesem Jahr wieder ein paar Zusammenfassungen zu veröffentlichen, die eine Art Jahresrückblick darstellen. Die bieten dann wohl auch nicht so viel Neues. Verrückt.