macOS 12 Monterey von Apple veröffentlicht

Mac-Nutzern stellt Apple am Abend das neuen macOS 12 alias Monterey zum Download zur Verfügung. Es befand sich nun mehrere Monate im Test und bietet eine ganze Reihe von Neuerungen.

macOS 12 Monterey, Bild: Apple

Mitte letzter Woche gab es zuletzt den Release Candidate 2. Heute gibt es dann die finale Version von Apples Desktop-Betriebssystem macOS 12 für Endkunden.

Welche Neuerungen bringt macOS Monterey?

Die Frage, was es Neues in macOS 12 gibt, kann man relativ umfangreich beantworten. Denn seit der Präsentation im Rahmen der WWDC 2021 im Juni sind Monate vergangen und wurden bereits iOS 15 und iPadOS 15 veröffentlicht. iPhone– und iPad-Nutzer haben also bereits einen Vorgeschmack auf vieles bekommen, das für Mac-User nun ab heute neu dazukommt.

Kurzbefehle-App

Seit zwei Jahren kennt man die Kurzbefehle-App vom iPhone oder iPad. Dort diente sie der Automatisierung von Aufgaben. Vor allem im Bereich Smart-Home konnte man so Sprachbefehle mit Aktionen koppeln. Wegen der Möglichkeit, Abfragen und Resultat zu koppeln, konnte man auch sehr komplexe Aufgaben über Sprachbefehle einrichten.

Eines von Apples Beispielen aus der Anfangszeit diente dazu, Familie und Freunden die eigene Ankunftszeit mitzuteilen. Die fragte das System zunächst ab, indem es Flug- oder andere Reisedaten abglich, die Fahrt- oder Flugzeit für die Strecke berechnete und so dann die Ankunftszeit errechnete.

Mittlerweile ist die Kurzbefehle-App mehr als nur Smart Home. Sie kann auch der Automatisierung im Büro dienen beispielsweise. Denn einige Apps bieten Funktionen für die Kurzbefehle-App an. So könnte man sich im Ulysses-Editor den letzten Stand eines eigenen Manuskripts auf Sprachbefehl hin immer per E-Mail zusenden lassen, oder dem eigenen Verleger. Grundsätzlich könnte man dies aber auch „cleverer“ lösen und den erzeugten Befehl ausführen, wenn man unter anderem das Büro verlässt, oder die Arbeitszeit vorbei ist. Es gibt viele Möglichkeiten zur Automatisierung von Arbeitsabläufen, und gerade am Mac wird die Erstellung komplexer Kurzbefehle einfacher werden.

Universelle Kontrolle kommt noch nicht

Ein anderes Feature, das Apple im Rahmen der WWDC 21 bewarb, nämlich die „Universelle Kontrolle“ (Universal Control), lässt noch auf sich warten. Die Funktion ist noch nicht fertig, soll aber noch im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. Apple will so Nutzern erlauben, mit Maus oder Trackpad eines Geräts gleich mehrere steuern zu können.

Live-Text und visuelle Suche

Wer bereits iOS 15 kennt, für den ist das Live-Text-Feature nicht neu, genauso wenig wie die visuelle Suche. Apple jedenfalls integriert die Funktionen mit macOS Monterey auch am Mac.

Es handelt sich dabei um eine Ausweitung der OCR-Funktionen auf Bilder. So erkennt das System nicht nur mehr Objekte auf Bildern, sondern auch Texte. Man kann sich entsprechend Inhalte einer Speisekarte oder eines Einkaufszettels anzeigen und kopieren lassen. Doch auch in Verbindung mit dem globalen Übersetzungsfeature kann man so Inhalte in fremden Sprachen auf Fotos übersetzen lassen.

Die visuelle Suche hingegen erlaubt den Rechtsklick auf Bilder. Apple stellt dann Wikipedia-ähnliche Informationen zum Beispiel zu Pflanzen, Tieren und mehr in einem Overlay-Fenster bereit. Wie gut das funktioniert, darüber können wir uns nun in Ruhe selbst überzeugen.

Mac als AirPlay-Ziel

Eine Funktion, die in kleineren aber auch größeren Büros von Bedeutung werden könnte, ist die Möglichkeit, den Mac als AirPlay-Ziel zu verwenden. So kann man Inhalte vom iPhone oder iPad auf den Mac projizieren. Gerade für Präsentationen ist dies ein sinnvolles Feature, aber auch für Couch-Potatoes, die beispielsweise einen iMac als Fernsehersatz verwenden und die Inhalte auf YouTube oder in Streaming-Apps gerne auf dem Smartphone oder Tablet recherchieren.

Mehr Sicherheit bei Mails und beim Surfen

Mac-Besitzer und -Besitzerinnen können sich ebenfalls auf die Integration von iCloud+ freuen, sowie einem Update der Sicherheitsfunktionen beim Surfen und Versenden von E-Mails.

Apple fügt nämlich eine Art VPN-Netzwerk „light“ zum Betriebssystem hinzu. Es ermöglicht dem Nutzer seine Anonymität zu wahren, indem es die Kommunikation mit dem Internet über fremde Server realisiert. Auf diese Weise laufen Trackingpixel in E-Mails ins Leere und funktioniert das Nachverfolgen im Web nicht mehr ohne Weiteres. Als Nutzer kann man sich sehr wohl entscheiden, ob man eine IP aus der Umgebung nutzen möchte, um zumindest lokale Services wie unter anderem die Wahl von Kaufhäusern in der Nähe vornehmen zu können, oder eben eine „internationalere“ IP-Adresse.

In Safari wird man als Nutzer sogar aktiv darauf hingewiesen, wenn Webseiten versuchen, die eigenen Bewegungen im Web nachzuverfolgen.

Safari sollte ursprünglich auch optisch stark überarbeitet werden. Doch nach Kritik während des Betatests nahm Apple einige Designänderungen wieder zurück, oder machte sie optional.

Mehr Fokus, egal ob privat oder beruflich

Eine weitere neue Funktion stellt die Option dar, Fokus-Gruppen einzurichten. Über diese kann man Benachrichtigungen filtern. Man verpasst diese nicht, sondern bekommt auch Zusammenfassungen angezeigt. Wenn man also während der Arbeitszeit private Benachrichtigungen deaktivieren möchte, bekommt man am Feierabend die, die man verpasst hat, dann in einer Übersicht gezeigt. Umgekehrt gilt dies auch für berufliche Benachrichtigungen, die in der Freizeit eintrudeln.

macOS Monterey bietet noch mehr Neues

Es fällt schwer, die neuen Funktionen in Monterey komplett aufzulisten. Es gibt mit macOS 12 nun einen neuen „Low Power“-Modus, vergleichbar mit dem am iPhone und iPad. Er spart vorwiegend an Laptops mehr Energie, indem er beispielsweise einige Kommunikationsoptionen einschränkt oder Apps nicht mehr im Hintergrund werkeln lässt.

Außerdem kann man einen Mac nun ebenso einfach wiederherstellen, wie man es mit Apples Smartphone oder Tablets kann.

Die Bücher-App wurde überarbeitet, die Karten-App ebenfalls, man kann auch 3D Audio am Mac mit Apple Silicon genießen. Diese und viele weitere Neuerungen bringt macOS Monterey. Es lohnt sich, das System auszuprobieren.

Weitere neue Betriebssysteme und Software

Ebenfalls stellt Apple die finalen Varianten von iOS 15.1 und iPadOS 15.1, sowie tvOS 15.1 und watchOS 8.1 zur Verfügung. Die Aktualisierungen stehen auf den entsprechenden Geräten jeweils zum Download bereit.

Weiterhin gibt es ein Update für Apples Entwicklungsumgebung Xcode 13.1 und Aktualisierungen für Safari auf älteren Betriebssystemen. Auch stellt Apple ein Update für Nutzer von macOS Big Sur zur Verfügung, nämlich Version 11.6.1.