Leistung von Apple A15: Chip lässt Konkurrenz hinter sich

AnandTech veröffentlicht eine umfangreiche Analyse von Apples neuem Prozessor im iPhone 13. Der Apple A15 übertrifft demnach in der Praxis und Theorie sogar die Angaben Apples und ist noch schneller, als er beworben wird.

Apple A15 im iPhone 13

Apple backt kleine Brötchen, und das ist vermutlich ein strategischer Schachzug. Denn das Unternehmen legt die Messlatte selbst niedriger an, um für die Zukunft noch Luft nach oben zu lassen.

62 Prozent schneller als die Konkurrenz

In der Analyse sieht AnandTech den Apple A15 62 Prozent schneller als die Konkurrenz. Zu der zählt das Magazin unter anderem den Snapdragon 888, der Ende 2020 vorgestellt wurde und derzeit die Spitze der Android-Smartphones anführt, dicht gefolgt von Samsungs eigenem Exynos 2100.

Die Leistung erkauft der Chip sich trotz größerer Leistungskerne nicht auf Kosten der Energieeffizienz. Im Gegenteil ist der Apple A15 weiterhin sparsamer als die Konkurrenz.

Technische Zugewinne gegenüber dem A14

Die Analysen von AnandTech sind interessant, aber eben immer auch sehr technisch. So erfahren wir unter anderem, dass die Infrastruktur gegenüber Apples A14 Chip relativ gleich geblieben ist. Doch dank TSMCs optimiertem Produktionsprozess auf 5-nm+-Basis (auch N5P genannt) einen Geschwindigkeitszuwachs erlaubt. Denn insgesamt sind die Performance- aber auch die Effizienz-Kerne im Chip nun schneller getaktet als im A14, ohne zu höherem Energiebedarf zu führen. Im Gegenteil konnte Apple diesen sogar noch senken.

„Apple A15 performance cores are extremely impressive – usually increases in performance always come with some sort of deficit in efficiency, or at least flat efficiency. Apple here instead has managed to reduce power whilst increasing performance, meaning energy efficiency is improved by 17% on the peak performance states versus the A14.“

Level 2 Cache wie die großen

Ein weiteres Geheimnis für die Geschwindigkeit des Chips, erklärt AnandTech, sei der Level 2 Cache des Chips. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino spendiert dem A15 50 Prozent mehr L2 Cache als noch im A14. Statt 8 MB sind es nun 12 MB. Dies ist genauso viel wie beim Apple M1. Damit spielt der Prozessor also in der Desktop-Prozessor-Liga mit. Zum Vergleich: Der Snapdragon 888 nutzt lediglich 6 MB.

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Apple A15

Der Systemcache wurde ebenfalls aufgestockt, und zwar von 16 auf nun 32 MB. Damit ermöglicht Apple mehr Berechnungen im selben Chip auszuführen, und muss seltener auf den langsameren und energie-ineffizienteren DRAM-Speicher ausweichen. Dies sei auch ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Was man an dieser Stelle jedoch nicht vergessen darf: Sowohl der L2 Cache als auch der Systemcache sind teurer. Und bei Samsung, Xiaomi, Huawei und anderen erlebt man indes oft, dass diese Geräte eben mit sehr viel mehr DRAM ausgestattet sind als Apples iPhones.

GPU im A15 „erstaunlich“, Wärmeabfuhr nicht

Noch „erstaunlicher“ fallen laut AnandTech jedoch die Ergebnisse der Grafikeinheit im A15 aus. Denn die GPU in dem SoC bewegt sich weit über den von Apple beworbenen Spezifikationen. Wer sich für mehr Details interessiert sollte den oben verlinkten Beitrag öffnen.

Das generelle Fazit lautet:

„While the A15 isn’t the brute force iteration we’ve become used to from Apple in recent years, it very much comes with substantial generational gains that allow it to be a notably better SoC than the A14.“

Eines sei noch angemerkt: Bei seiner Analyse fand das Magazin jedoch auch einen Kritikpunkt und Raum für Verbesserungen. Denn die Leistung wird nicht so lange freigegeben, wie sie könnte, sondern wegen der schlechten Wärmeabfuhr öfter als nötig unter Verschluss gehalten. Das trifft gerade beim iPhone 13 Pro zu. AnandTech sieht da Apples Design der Hauptplatine als Grund und attestiert den Ingenieuren in Cupertino generell eine eher schlechte Umsetzung in Bereich „Thermal Design“. Positiv gedreht bleibt an dieser Stelle aber noch genug Raum für Optimierungen für die Zukunft. Dass dies zum Teil relativ einfach und kostengünstig funktioniert, wurde auch schon gezeigt.