Bekommt Apples VR-Headset eine nie dagewesene Auflösung?

Die Informationen sind spärlich, und dazu noch schwer vergleichbar. Trotzdem könnte Apple für sein Virtual-Reality-Headset auf eine bislang nie dagewesene Auflösung setzen. Zunächst aber orderte der Konzern aus Cupertino erste Bauteile zur Ansicht.

Wie sieht Apples AR-Brille aus?, Bild: CC0

Der koreanischen News-Site TheElec zufolge orderte Apple bei der Firma APS Holdings erste Muster von feinen Metallmasken für LED-Displays.

Metallbauteile für LED-Anwendungen

Diese feinen Metallmasken (engl. „fine metal mask“, FMM) haben auf kleinsten Abständen Löcher. APS Holdings setzt dazu auf eine Lasertechnologie zum Ausschneiden derselben.

Herkömmliche Verfahren, die momentan dazu dienen FMMs für Smartphone-Displays anzufertigen, nutzen eine Ätz-Methodik unter Einsatz von Flüssigkeiten. Sie erreichen so eine Pixelgröße von 40 bis 300 Mikrometer für OLED-Displays in Smartphones oder Fernsehgeräten. Bei MicroOLED-Anwendungen hingegen sind die Pixel lediglich vier bis 20 Mikrometer groß.

3000 ppi statt 442 ppi?

Der Clou an der neuen Fertigungsmethode ist die hohe Zahl an Löchern. Zusammen mit MicroOLED-Technologie ergibt sich so eine Auflösung von 3.000 Pixeln pro Zoll, jedenfalls bei dem Bauteil, das Apple zur Ansicht bestellte. Zum Vergleich: Ein Virtual-Reality-Headset wie Oculus Quest 2 kommt auf 442 Pixel pro Zoll.

APS Holdings setzt zudem auf RGB-LED. Gegenüber anderen Lösungen, die weiße LED mit Farbfiltern einsetzen, fielen letztere weg. Ohne Farbfilter erreicht man zudem höhere Helligkeitswerte ohne Verlust der Farbechtheit.

Koreas Industrie will noch mehr

Südkoreas Handels- und Energieministerium orderte im Mai 2021 laut TheElec bereits FMMs mit 4.000 Pixel pro Zoll. Sie sollen in Augmented-Reality-Applikationen für die Industrie zum Einsatz kommen.

MicroOLED mit Vorzügen

Die FMMs von APS Holdings kommen für MicroOLED-Applikationen zum Einsatz. Diese bieten einen enormen Vorteil bei der Reaktionszeit. Diese liegt bei wenigen „Mikrosekunden“.

Wann kommt Apples VR-Headset?

Dass Apple erste Bauteile wie diese ordert, deutet womöglich einen Fortschritt in der Entwicklung an. Es würden damit voraussichtlich neue Prototypen gefertigt, die deutlich näher am fertigen Produkt sind.

Seit nun rund zwei Jahren bleiben die Gerüchte um mögliche AR- und VR-Produkte aus Cupertino auch haften. 2019 soll Apple Mitarbeitern im Steve Jobs Theater zwei Prototypen mit den internen Codenamen N301 und N421 vorgestellt haben. In welcher Phase des Tests Apple sich befindet, ist außerdem nicht klar.