LG will raus aus dem Smartphone-Geschäft, findet keinen Käufer

Das koreanische Unternehmen LG plant die Schließung seines Smartphone-Geschäfts. Dies berichtet der Korea Herald. Der Konzern habe versucht, Käufer zu finden, war mir der Suche aber wohl glücklos.

LG Optimus 4 x HD, Quelle: LG

Es ist im schnelllebigen Technologiesektor von heute nicht mehr als eine Randnotiz. Doch es ist vielmehr ein Fingerzeig mit Signalwirkung für die gesamte Smartphone-Branche. LG denkt über die Schließung seines Smartphone-Geschäfts nach, nachdem es keine Käufer für eine Übernahme gefunden hatte.

Schon im Januar gab es Hinweise, dass LG auf der Suche nach Kooperationspartnern sei, und mit der Verkleinerung oder der Schließung des Smartphone-Geschäfts liebäugelte. Das gestaltete sich jedoch schwierig.

Smartphone-Markt hart umkämpft

Im Korea Herald erfahren wir, dass LG in Gesprächen über den Verkauf seines Smartphone-Geschäfts sowohl mit der vietnamesischen Vingroup stand als auch mit dem deutschen Autobauer Volkswagen. Doch die Gespräche endeten nicht in einer Übereinkunft.

Der Verkauf des Smartphone-Geschäfts LGs an Volkswagen wirkt auf den ersten Blick sowohl interessant als auch ungewöhnlich. Er hätte aber dem Konzern in erster Linie zusätzliche Technologie für die Zukunft in der Elektromobilität beschert. Denn auch in Elektroautos werden Touchscreens mit Internetanschluss verbaut werden müssen.

Genau in diesem Geschäftsfeld beispielsweise sieht auch LG Potenzial. Das Unternehmen versprach, keine Mitarbeiter zu entlassen und Analysten glauben, dass die Arbeitskräfte dann unter anderem in Bereichen zur Entwicklung von Bauteilen für die Automobilindustrie unterkommen werden.

Entscheidung wohl im April

Dem Bericht zufolge dürfte LG eine Entscheidung im kommenden Monat verkünden. Dann nämlich kommt es zu einem Treffen des Vorstands, bei dem grundlegende Entscheidungen besprochen werden dürften.

Signalwirkung für Smartphone-Industrie

LGs Entscheidung wird in jedem Fall eine Signalwirkung für den Rest der Industrie haben. Denn Marktforschern zufolge handelt es sich bei LGs Smartphonegeschäft um den „neuntgrößten“ Anbieter am Markt. LG erzielte demzufolge rund zwei Prozent Marktanteile und konnte 2020 knapp 25 Millionen Smartphones verkaufen. Trotz allem war das Smartphone-Geschäft des Unternehmens defizitär und erwirtschaftete kein Geld.

Viele Jahre schon gibt es Erkenntnisse, dass neben Apple kaum ein anderer Smartphone-Anbieter wirklich Geld verdient. Zuletzt geriet auch Samsung ins Straucheln. Sieht man davon ab, dass der Apple-Konkurrent wegen anhaltender Chip-Knappheit womöglich 2021 kein Galaxy Note veröffentlichen möchte, fiel es auch Samsung schwer, mit seinem Smartphone-Geschäft profitabel zu sein.