Apple arbeitet an eigenem Modem, will Qualcomm loswerden

Apple will offenbar seine eigenen Mobilfunk-Modems entwickeln. Dies hat John Srouji bei einer Zusammenkunft mit Mitarbeitern am Apple Campus verraten. 2020 habe man mit der Entwicklung des ersten eigenen Modems begonnen.

iPhone 12 in Grün, Bild: Apple

Erst waren es Gerüchte, doch dann schaffte Apple 2019 Nägel mit Köpfen. Denn das Unternehmen übernahm Ende 2019 Intels Modemsparte. Seitdem war es nur eine Frage der Zeit, ehe Apple tatsächlich auch eigene Modems für seine iPhones und iPads entwickeln würde.

2020 Startschuss für Entwicklung

Nun kündigte als Apples Hardwarechef, Johny Srouji, gegenüber Mitarbeitern den Start der Arbeiten an einem eigenen Modemchip im Jahr 2020 an. Dies berichtet die Agentur Bloomberg. Wir wissen allerdings nicht, wann das Unternehmen mit dem Projekt begonnen hat.

Ganz gleich kann man annehmen, dass es mindestens ein, eher zwei Jahre dauern sollte, bis Apple auch tatsächlich ein serienreifes Produkt in der Hand hält, eher noch länger. Sehr wohl verkürzen könnte die Entwicklung der Umstand, dass Apple nicht bei null anfangen muss, sondern auf Technologie von Intel aufbauen kann. Es übernahm neben vielen Patenten auch Mitarbeiter aus der Modementwicklung. Entsprechend könnte man schneller als eigentlich anzunehmen wäre, Erfolge erzielen.

Apple vorerst an Qualcomm gebunden

Leser, die nicht nur Macnotes, aber die Apple-Szene regelmäßig verfolgen, werden wissen, dass demgegenüber Apple und Qualcomm noch vor gar nicht allzu langer Zeit in Patentstreitigkeiten standen. Doch im April 2019 erzielten beide Unternehmen eine außergerichtliche Einigung. Es ist anzunehmen, dass Apple bewusst war, dass es so schnell nicht eigene 5G-Modems entwickeln würde können. Also folgte auf die Einigung 2019 auch die Unterzeichnung eines mehrjährigen Lizenzabkommens, das bis 2025 reicht.

Es ist sehr gut möglich, dass Apple sich auch bis dahin Zeit lassen wird, eigene Modemchips zu entwickeln.