iPhone-Produzent Foxconn: China nicht länger Weltfabrik

Apple-Zulieferer Foxconn gab seinen Geschäftszahlen bekannt. Wie erwartet litt das Smartphone-Geschäft unter der Coronavirus-Pandemie. Die Verluste blieben jedoch im prognostizierten Rahmen. Der neue Vorstandsvorsitzende Young Liu kommentierte zudem offensiv die Weltpolitik und den Handelsstreit zwischen den USA und China.

iPhone 11, Bild: Apple

Apple gab vor Kurzem erst einen mehr als ordentlichen Geschäftsbericht für das Q3 2020 ab. Die finanzielle Situation von Apples Zulieferern ist aber eine andere. Denn die Produktion von Geräten ist zeitlich vom Verkauf derselben entzerrt.

Anhaltende Schwierigkeiten wegen Corona

Entsprechend versuchen Analysten die Geschäftsberichte von Firmen wie Foxconn immer auch mit Blick auf Apples zukünftige Ergebnisse zu interpretieren. Foxconn ist einer der größten Produzenten von Apples iPhones und iPads, aber eben nicht der einzige.

Für das kommende Quartal sieht Foxconn deshalb immer noch Auswirkungen durch die Corona-Krise. Sie sollen aber deutlich weniger gravierend ausfallen als im jetzigen Quartal.

China nicht mehr Fabrik der Welt

Foxconns Liu thematisierte mit Blick auf die Zukunft aber auch die Strategie der eigenen Firma. Angesichts des Handelsstreits zwischen China und den USA könne China nicht mehr länger die Fabrik der Welt sein.

Foxconn reagiert(e) darauf mit der Diversifikation seiner Produktionsketten. Man habe bereits und werde außerdem noch weitere Produktionsstandorte schaffen. So will man Produktionsketten für die USA und für China anbieten. Liu wies auf Investments in Wisconsin, Mexiko, Brasilien und Südostasien hin.

„The world factory no longer exists.“
Young Liu

Schon jetzt würden 30 Prozent von Foxconns Produktionskapazitäten außerhalb Chinas genutzt. Man könne dies bei Bedarf in der Zukunft auch weiter ausbauen.

iPhone 12 kommt später

Einfluss auf die Geschäfte Foxconns hat in jedem Fall Apples iPhone. Der Konzern aus Cupertino selbst kündigte bereits an, dass das kommende Apple-Smartphone „einige Wochen später als üblich“ in den Handel gehen werde. Was das konkret bedeutet, müssen wir abwarten. Vermutlich kommen die Geräte dann im Oktober. Sie sollen aber alle mit 5G-Modem ausgeliefert werden.

Spekuliert wurde zuletzt außerdem, dass Apple zusätzlich im ersten Quartal 2021 weitere Modelle in den Handel bringen könnte, die auf ein 5G-Modem verzichten und deshalb günstiger angeboten werden.