Von Alexander Trust am 23.06.2020 (letztes Update: 23.06.2020).

macOS 11 Big Sur: Macs mit Apple-Prozessor unterstützen iPhone- und iPad-Apps

WWDC 2020
WWDC 2020, Bild: Apple

Es lag auf der Hand. Doch jetzt haben wir Gewissheit. Sobald Apple Macs mit eigenen Prozessoren herausbringt, können Nutzer auf diesen in macOS Big Sur auch iPhone– und iPad-Apps nutzen. Es ist nur eine kleine Information, die macht aber viele Entwickler glücklich.

Denn deren iPhone- und iPad-Apps werden auch im Mac App Store angezeigt, sobald passende Geräte mit macOS 11 in den Handel gehen. Entwickler können sich allerdings auch dagegen entscheiden, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre App auf dem Mac eine unglückliche Figur abgibt. Um das zu überprüfen, können Entwickler bereits ab dieser Woche einen Mac mini mit Apple-Prozessor als Entwicklerkit ordern. Das Gerät müssen sie am Ende einer Pilotphase jedoch wieder zurückgeben.

Macs mit Apple-Prozessor dürften frühestens Ende 2020 in den Handel kommen. Apple selbst gab an, dass man in den kommenden zwei Jahren, also bis 2022 den Wechsel von Intel zu ARM „vollständig“ abschließen möchte. Ein eng gesteckter Zeitplan.

Was ändert sich bei Macs mit ARM-Prozessor?

Microsoft arbeitet bereits an einer Version von Office für ARM-Macs, Adobe an einer Variante seiner Creative Suite. Darüber informierte Apple bereits während der Keynote zur WWDC 2020.

Doch was ändert sich für Anwender der ARM-Macs? Da Apple Entwicklern genug Zeit gibt und bereits erste Schritte vor zwei Jahren einleitete (Stichwort Catalyst), wird es keinen Flickenteppich von Anwendungen geben, wie einst bei Microsofts Surface-Geräten mit ARM-Prozessor. Denn die scheiterten daran, dass die x86-Plattform nicht kompatibel zu ARM warm und Microsoft aber Windows nicht entsprechend anpasste. Für Entwickler entstand viel Aufwand, den viele scheuten.

Sind Macs mit Apple-Prozessor schneller?

Apple verspricht, die Macs werden schneller. Davon kann man ausgehen. Denn schon jetzt zeigen Benchmarks, dass Apples Chips im iPhone und iPad in „speziellen“ Aufgabenfeldern Leistungswerte erreichen wie große Prozessoren in Laptops oder Desktop-Computern der Konkurrenz. Wichtig wird sein, dass das Betriebssystem diese Leistung abrufen kann; Apple wird dafür sorgen.

Macs mit Apple-Prozessor werden aber vor allem mehr Leistung pro Watt bieten. Denn Apples Chips sind unheimlich energieeffizient und gleichzeitig trotzdem enorm leistungsfähig. Es wird spannend sein zu beobachten, wie Apple die Leistung pro Watt auf seine Laptops und Desktops mit eigenen Prozessoren skalieren wird können. Analysten sehen 50 bis 100% Geschwindigkeitsvorteil schon jetzt voraus.

Apple-ARM-Macs mit weniger Stromverbrauch

Apples Chips werden im Vergleich zur Konkurrenz auch deutlich weniger warm und sie verbrauchen aber eben auch weniger Strom. Nun wird Apple sich aussuchen können, ob man ein Plus an Leistung freigibt oder beispielsweise deutlich bei der Akkulaufzeit von MacBooks draufsatteln wird.

Werden Macs mit Apple-Prozessor günstiger?

Fans würden sich natürlich wünschen, wenn Macs mit Apple-Prozessor günstiger würden. Ob das allerdings zutrifft, wagen wir zu bezweifeln. Apple betreibt derzeit noch einen hohen Entwicklungsaufwand und den muss man zumindest in der Anfangsphase einpreisen.

Wir vermuten, dass Apple Einsteigermodelle anbieten wird und kann, die günstiger sein werden als bisher. Doch leistungsstärkere Geräte werden vermutlich ähnlich viel kosten wie jetzt auch. Für eine Premium-Marke wie Apple macht es gar keinen Sinn sein Image zu verwässern, indem man an der Preisschraube dreht.

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