Tim Cook im Visier: US-Gericht erlaubt Klage von Aktionären

Apples Chef und sein Unternehmen dürfen verklagt werden. Dies entschied eine Richterin in den USA. Sie rückt damit Tim Cook in die Sphären des Elon Musk. Denn dem rückte wegen seiner Aussagen bereits die US-Börsenaufsicht auf die Pelle. Doch diesmal geht es nicht um soziale Medien, sondern die Bekanntgabe von Apples Quartalszahlen.

Tim Cook, Bild: tuaulamac (CC BY-NC-SA 2.0)

Im sogenannten „Earnings Call“, einer Telefonkonferenz nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen für das Weihnachtsquartal 2018 betonte Tim Cook auf Nachfrage, dass die Nachfrage nach den seinerzeit neuen iPhone-Modellen (XS und XS Max) durchweg positiv sei. Die Geräte hätten einen guten Start gehabt, lediglich in aufstrebenden Märkten soll es Nachfrageinbußen gegeben haben. Cook betonte damals, dass China nicht dazu gehöre.

„I would noch put China in that category.“ (Tim Cook)

Bei dieser Gelegenheit gab Apple außerdem an, in Zukunft keine Stückzahlen mehr auszuweisen. Seitdem üben sich Analysten im Blindflug ihrer Prognosen.

Kursknick und Korrektur der Prognose

Doch nur wenige Wochen nach Bekanntgabe des Geschäftsberichts musste Apple Anfang Januar 2019 unerwartet seine eigene Prognose nach unten korrigieren. Dies werfen ihm die Kläger vor. Vor allem im chinesischen Markt seien die Verkäufe gesunken, begründete man die Entscheidung.

Wer parallel zu dieser Entwicklung allerdings die geopolitischen Entscheidungen und vor allem Aussagen Donald Trumps berücksichtigt, der stellt schnell fest, dass vor allem das Säbelrasseln des amtierenden US-Präsidenten zu hektischem Aktionismus an den Börsen führte. Erst als die Zeichen am Ende sogar auf eine wirtschaftliche Annäherung beider Länder deuteten, erholten sich die Börsen. Tatsächlich kam dann allerdings Anfang 2020 die Coronavirus-Pandemie erschwerend hinzu. Entsprechend musste Apple erneut eine Korrektur der eigenen Prognose unternehmen. Absurderweise rangiert der Kurs der Apple-Aktie derzeit beinahe wieder auf dem Höchststand von damals.

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Börse New York in der Wall Street, Bild: CC0

Hat Cook von der Entwicklung in China gewusst?

Die Kläger wollten gegenüber Apple noch viele weitere Dinge geltend machen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers indes schob vielen Anklagepunkten einen Riegel vor.

Sehr wohl aber ließ Gonzalez Rogers die Klage zu, Apple für die damaligen Kursverluste zur Verantwortung zu ziehen.

„Absent some natural disaster or other intervening reason, it is simply implausible that Cook would not have known that iPhone demand in China was falling mere days before cutting production lines“. (Yvonne Gonzalez Rogers)

Diese Entscheidung nimmt natürlich auch heute wieder Einfluss auf den Kurs der Aktie. Nach Bekanntwerden nach Börsenschluss gab der Kurs der Apple-Aktie nach.

Mehr über Alexander Trust:

Bekam seinen ersten PC mit sieben Jahren, einen XT mit 4 MHz und Monochrom-Monitor. Registrierte die erste Domain im Jahr 1998, vorher auch in Mailboxen aktiv, bei AOL und Compuserve. Studierte Computer Science (Anwendungsentwicklung) in Wuppertal und Informatik und Soziologie, Linguistik und Literatur in Aachen. Veröffentlichte bereits einen Roman.

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  • Geschrieben am: 4. Juni 2020
  • Zuletzt aktualisiert am: 18. März 2021
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