Kommen zentrale iPhone-Komponenten für Apple bald aus Indien?

iPhone 6s auseinandergebaut, Foto: iFixit

Ab April 2020 startet Wistron ein Werk ca. 65 Kilometer außerhalb von Bengaluru. Der Apple-Zulieferer betreibt im Zentrum Bengalurus bereits ein Werk, in dem seit 2017 das iPhone SE, iPhone 6S und iPhone 7 produziert werden.

Apple kann Einfuhrzölle umgehen

Der Schritt zum Wechsel nach Indien kommt vermutlich nicht ganz freiwillig. Denn der indische Premier Narendra Modi würde mit seiner Regierung ansonsten Einfuhrzölle erheben. Bislang fallen 10 Prozent Einfuhrzoll auf montierte PCB an. Im April 2020 steigt der Zoll auf 20 Prozent. Nun berichtet die Agentur Reuters also über die neue Entwicklung.

An der zweiten Produktionsstätte im Land will Wistron außerdem auch iPhone 7 und iPhone 8 fertigen. Die seien in Teilen für den Export bestimmt. Die Kapazitäten der Fabrik sollen demnach acht Millionen Stück jährlich bieten.

Die Inbetriebnahme des zweiten Werks ist Teil eines größeren Investmentprogramms, das über 420 Millionen US-Dollar umfasst und bereits 2018 startete.

Auch Foxconn in Indien

Doch Wistron ist nicht Apples einziger Partner in Indien. Foxconn beispielsweise fertigt das iPhone XR seit vergangenem Jahr in Indien und baut aber auch PCB bereits vor Ort zusammen.

Apple selbst möchte sein Engagement in Indien auch weiter ausbauen. Demnächst soll sowohl der Verkauf online als auch über eigene Ladengeschäfte erfolgen. Bis dato durfte Apple die Geräte nur über Drittanbieter verkaufen. Es bekam keine Genehmigung, auch dies aufgrund von geltenden Gesetzen für ausländische Unternehmen. Apple steigerte jedoch in den letzten Jahren sukzessive die Investitionen in das Land. Im August 2019 lockerte die Regierung zudem die Regeln. Apple plant im dritten Quartal 2020 mit einem eigenen Onlineshop seines iPhones, iPads, Mac und weiteres Zubehör vor Ort zu verkaufen.