EU berät Abgaben auf Smartphones

Heute wird in der EU-Kommission beraten, ob importierte Smartphones zukünftig mit Abgaben belegt werden sollen. Je nach Ausstattung sind zusätzliche Steuern von 3,7 bis 14 Prozent geplant, die bei der Einfuhr der Geräte fällig werden sollen. Branchenvertreter geißeln die Pläne als Irrsinn, Deutschland und die Niederlande haben sich bereits für die Mehrabgaben auf die Multimedia-Mobilgeräte ausgesprochen.

iPhone 3G, Bild: Apple

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, mit GPS-Navigation ausgestattete Handys mit 3,7% Steuer zu belegen, TV-fähige Handys oder Geräte mit Kameras, die einen optischen Zoom besitzen, sollen gar mit 14% besteuert werden. Er ist bereits von der Kommission an die EU-Länder gegeben worden. Heute wird das Vorhaben nun in der Kommission beraten. Auch Handys mit übergroßen Displays und Speicher über 16GB könnten von der geplanten Abgabe für die Multifunktionsgeräte betroffen sein.

Die Branche protestiert erwartungsgemäß gegen die ihrer Ansicht nach protektionistische Maßnahme – produziert wird in Europa in immer geringerem Maß. Die ebenfalls von den Kritikern angeführte Werksschließung Nokias in Bochum könnte in diesem Kontext jedoch der Schuss ins eigene Bein sein – wurde doch ohne wirtschaftliche Not eine mit Gewinn arbeitende, inländische Produktionsstätte geschlossen.

Um die 80% der Smartphone-Fertigung findet inzwischen in Asien statt. Bis zu 70 Euro Mehrkosten könnten den EU-Plänen zufolge fällig und an die Kunden weitergereicht werden, wenn aus den dortigen Produktionsstätten ein 500 Euro teures Smartphone in die EU importiert wird.