Microsoft xCloud jetzt auf iPhone und iPad

Microsoft stellt nun auch seinen Cloudgaming-Service xCloud für Nutzer von iPhone, iPad und iPod touch bereit. Diese müssen allerdings den Umweg über den Browser Safari nehmen und können nicht eine eigene App dafür verwenden.

xCloud: Xbox-Spiele jetzt auf iPhone und iPad, Bild: Microsoft

Zuerst gab es einen angedeuteten Streit zwischen Apple und Microsoft über die Regeln im App Store. Dann passte Apple diese letztes Jahr im September an. In der Folge überdachte man in Redmond die Strategie noch einmal.

Xbox Cloud Gaming im Browser

Jetzt also gibt es Xbox Cloud Gaming auch auf iOS, allerdings trotzdem nur im Browser. Natürlich kann man den Service im Browser auch auf anderen Plattformen erreichen. Notwendig ist eine aktuelle Version von Microsoft Edge, Chrome oder Safari. Man muss dazu dann lediglich die Website xbox.com/play ansurfen und kann sich mit seinen Xbox-Log-in-Daten anmelden.

Vor wenigen Wochen gab es einen Hoffnungsschimmer auf eine baldige Veröffentlichung. Denn Microsoft kündigte eine Umsetzung in „wenigen Wochen“ an. Zuvor durften ausgewählte Nutzer den Service bereits ausprobieren.

Hunderte Spiele am Smartphone und Tablet

Nutzer benötigen für den Zugriff auf die xCloud ein Xbox Game Pass Ultimate Spiele-Abo. Laut Microsoft werden die Spiele allesamt in einem Rechenzentrum auf Xbox Series X Hardware abgespielt.

Zu den Abspielbedingungen? Das Unternehmen streamt derzeit maximal mit 1080p Auflösung bei einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde. Auf diese Weise möchte man sicherstellen, dass die Eingabe möglichst reaktionsschnell weitergegeben werden kann.

Neues Zubehör von Microsoft

Darüber hinaus kündigte MS einen neuen Gaming Controller an. Der Xbox Backbone One kann mit einem iPhone zusammen genutzt werden. Dieses Controller-Zubehör bietet unter anderem auch einen Teilen-Button, mit dem man Gameplay-Videoaufnahmen anfertigen kann. Das Zubehör wird an einer Seite mittels Lightning-Stecker verbunden.

Aber statt nur sein eigenes Produkt vorzustellen, präsentierte man auch „Alternativen“. Eine ist der Razer Kishi Universal Gaming Controller für iOS, der dem Backbone One in der Funktion ähnelt. Dazu gibt es dessen ungeachtet auch die OtterBox Power Swap Controller Batteries. Dies sind leicht auswechselbare Batteriepacks für Microsofts eigentliche Xbox Wireless Controller, die man natürlich am iPhone oder iPad ebenfalls nutzen kann.

xCloud, wie funktioniert es?

Wir haben den Service kurz im Browser am Mac angespielt. Nach dem Log-in begrüßt uns eine Kachel-Oberfläche ähnlich derjenigen auf der Konsole. Einmal angetippt folgt eine kurze Ladezeit, die je nach Spiel variiert. Es fliegt dann eine grüne Rakete vor unseren Augen davon, die uns darauf hinweist, dass es sich nach wie vor um eine Beta handelt. Übrigens: Ein Gamepad ist Pflicht, am besten eines von der Xbox, damit man mit den Tastenbezeichnungen nicht durcheinander kommt.

Klickt man während des laufenden Spiels aus dem Browser, dann stoppt die Wiedergabe unverzüglich. Das Bild graut aus und man muss den Fokus erst wieder in den Browser richten.

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Xbox 360 Spiele benötigen in der xCloud etwas länger zum Laden, Screenshot

Ältere Spiele von der Xbox 360 benötigen noch zusätzliche Ladezeit. Dies ähnelt dem Prozedere an der Konsole selbst. Die Reaktion des Gamepads hingegen ist „okay“. Man merkt eine leichte Verzögerung und je nach Genre ist die verschmerzbar oder ein Dorn im Auge. Wir haben zum Test einen Xbox-Controller mittels USB angeschlossen. Aber es gibt hier und dort noch kleinere Wehwehchen. Der RPG-Shooter Rage von id Software beispielsweise startete bei uns in französischer Sprache.

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Rage in der xCloud nur auf Französisch?, Screenshot

Ansonsten sind wir positiv überrascht, wie reibungslos alles funktioniert. Nach wenigen Augenblicken Wartezeit sind selbst anspruchsvolle neue AAA-Spiele wie DOOM, Dishonored 2 oder Gears of War 5 auf dem Bildschirm spielbar. Es gefällt mir besser als Googles Stadia, nur bei der Reaktionszeit muss Microsoft sich eben noch etwas ausdenken.