Apple Silicon wirft Schatten voraus: Apple lädt Entwickler ein

Apple-Entwickler mit einem Developer Transition Kit (DTK) wurden in dieser Woche vom Konzern aus Cupertino eingeladen, sich für Einzel-Videosessions zu registrieren. In den „One-on-one“-Veranstaltungen aus der Reihe der „Mac Labs“ erhalten die Entwickler wichtige Informationen zur Umstellung beim Mac auf Apple-Prozessoren.

Apple Silicon, Bild: Apple

Die Veranstaltungen sind in der Zahl begrenzt und finden außerdem nur am 4. und 5. November statt. Für eine solche „Mac Lab“-Session kann man sich noch bis zum 1. November registrieren, allerdings nur als jemand, der auch über ein DTK verfügt. Ob die Nachfrage das Angebot übersteigt, kann man nicht mit Gewissheit sagen, da es keine Zahlen darüber gibt, wie viele Entwickler sich für das Programm registriert haben.

Apps für Apple Silicon optimieren

In den 30-minütigen Veranstaltungen werden Entwickler mit einem Apple-Ingenieur kurzgeschlossen. Der wird Ihnen Ratschläge geben, wie sie die eigenen iPhone-, iPad- und Mac-Apps für die Verwendung mit Apple-Prozessoren optimieren können.

Was ist das „Universal App Quick Start Program“?

Im Rahmen der WWDC 2020 kündigte Apple den Wechsel auf Macs mit eigenem Prozessor an. Im Vorfeld gab es entsprechende Gerüchte dazu, die dann Bestätigung fanden.

Apple bietet seitdem für Entwickler das „Universal App Quick Start Program“ an. Gegen Zahlung einer „Leihgebühr“ erhalten Entwickler einen speziell modifizierten Mac im Mac-Mini-Gehäuse, der mit einem Apple A12Z Prozessor ausgestattet ist. Das ist der gleiche Chip, der auch im iPad Pro arbeitet. Da Entwickler eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen, um in den Genuss zu kommen, gibt es keine Hinweise dazu. Allerdings: Ein Journalisten-Kollege verplapperte sich. Die Redaktion entwickelte ein „einfaches“ Benchmark-Tool, das zeigen konnte, dass der Mac mit A12Z-Prozessor und einer Beta von macOS Big Sur ähnlich schnell war wie das am besten ausgestattete MacBook Pro 16 Zoll mit Intel-Prozessor. Die Vergleiche waren nicht hochwissenschaftlich und die Ergebnisse allerhöchstens ein Fingerzeig. Nicht auszudenken, was Macs mit einem Apple A14-Prozessor leisten können.

Der Beitrag der Kollegen jedenfalls musste natürlich wieder vom Netz genommen werden, ist aber noch im Internet-Archiv verfügbar.

Alle Macs mit Apple Silicon bis Ende 2022

Das Unternehmen steckt sich selbst einen anspruchsvollen Zeitplan. Der Wechsel des gesamten Mac-Portfolios auf eigene Prozessoren soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Erste Geräte mit Apple Silicon sollen gerüchteweise noch Ende 2020 auf den Markt kommen, vermutlich MacBooks mit dem Apple A14X Prozessor. Der iMac soll dann Anfang 2021 mit dem Apple A14T Prozessor und eigenem Grafikchip noch einen draufsatteln.

Trotzdem muss man sich nicht verrückt machen. Es gibt für Intel-Macs genügend Support, auch über Jahre. Entsprechend muss man nicht zwangsläufig auf einen ARM-Mac warten.