Wisconsin vergibt keine Subventionen an Apple-Partner Foxconn

Zum Zeitpunkt des Spatenstichs sah alles sehr gut aus. US-Präsident Donald Trump machte mit, versprach den Bürgern viele Arbeitsplätze. Doch nun ziehen die Lokalpolitiker in Wisconsin die angebotenen Subventionen für die Errichtung einer Produktionsstätte von Foxconn zurück.

iPhone 11, Bild: Apple

Der Grund ist einfach: Mit dem Fortschreiten des Bauvorhabens wurden die anfangs vollmundigen Versprechungen Foxconns immer halbgarer.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Es hieß zunächst, man wolle 13.000 Arbeitsplätze am Standort schaffen. Natürlich gab es Zielvereinbarungen, die das Unternehmen einhalten sollte, um von den Steuererleichterungen zu profitieren.

Bis Ende 2019 sollte Foxconn beispielsweise 520 eingestellt haben. Das Unternehmen selbst behauptete 550 Personen eingestellt zu haben. Doch die lokale Wirtschaftsbehörde sah lediglich 281 dieser Arbeitskräfte als qualifiziert für die Zielvorstellung an. Möglich, dass das Unternehmen zu viele Billigjobber anstellte.

Wunsch und Wirklichkeit

Als Donal Trump im Juni 2018 zum Spatenstich kam, hieß es, man wolle eine 1,86 Quadratkilometer große Firma aus dem Boden heben.

Doch Foxconn sagte bereits im Sommer 2019, dass man die Firma im Mai 2020 in Betrieb nehmen wolle. Doch daraus wurde nicht. Stattdessen ist das Unternehmen noch immer nicht aktiv am Standort. Doch zu diesem Zeitpunkt hätte man dort 1.500 Jobs schaffen wollen. Damit läge der Apple-Zulieferer Berichten zufolge rund 300 Anstellungen unter einer Grenze, die es für Steuersubventionen qualifiziert hätten.

Lokalpolitik lässt Tür offen

Obwohl sich die Situation anders entwickelte als gehofft, schrieb die Geschäftsführerin der Wirtschaftsbehörde Wisconsins am Montag in einem Brief, dass man trotzdem noch immer einen neuen „Deal“ aushandeln könnte. Unter fairen Bedingungen würde man Foxconn dann auch Subventionen gewähren, die die neue Vision Foxconns für den Standort abbilden.

Wie ernst es Foxconn ist, kann man nur mutmaßen. Doch im August betonte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Young Liu, dass man an einem Punkt angelangt sei, an dem China nicht mehr die Fabrik der Welt sein könne. Er bezog sich damit auf die geopolitischen Probleme zwischen den USA und China.