Philip Shoemaker: Hat Apple alle hinters Licht geführt?

Dokumente der Befragung von Philip Shoemaker im US-Repräsentantenhaus zeigen, dass der ehemalige Apple-Mitarbeiter kein gutes Haar am iPhone-Anbieter lässt. Demzufolge entscheidet Apple willkürlich darüber, welche Apps im App Store angeboten werden und nutzt den App Store, um die Konkurrenz auszustechen.

Apple Arcade, Bild: Apple

Es sind schwere Vorwürfe, die Philip Shoemaker gegenüber dem US-Repräsentantenhaus äußerte. Dieses strengte zuletzt Untersuchungen gegen die großen US-Digitalkonzerne (Apple, Amazon, Facebook und Google) an, weil es der Auffassung ist, dass die Unternehmen zu viel Macht haben.

Deshalb lehnt Apple Spieleabos ab

Es gab gerade in der jüngeren Vergangenheit viele Vorwürfe und viel Zwist. Auch Microsoft entschied sich, seinen Service Xcloud zunächst für Android anzubieten. Das Unternehmen beteuerte zuletzt zwar, den Service 2021 auch für iPhone- und iPad-Nutzer anbieten zu wollen, doch vor allem Apples App-Store-Regeln standen bislang dementgegen. Doch das Unternehmen änderte diese kürzlich, sodass zumindest die Hoffnung besteht, dass Unternehmen die Software anbieten können. Voraussetzung ist allerdings, dass Nutzer für jede einzelne App eine Übersichtsseite angezeigt bekommen können. Die Anbieter solcher Game-Streaming-Apps müssten dann viel Aufwand betreiben ihr eigentlich zentralistisches Konzept zu dezentralisieren. Wie groß der Aufwand tatsächlich wäre, können nur die Firmen selbst beurteilen, anhand der Struktur Ihrer Daten. Facebook jedenfalls scheint, anders als Microsoft, den Aufwand nicht betreiben zu wollen.

Doch bis vor Kurzem wollte Apple solche Apps erst überhaupt nicht im App Store anbieten. Philip Shoemaker behauptete vor dem US-Repräsentantenhaus, dass das Unternehme dies mit vollster Absicht tut. Die Ablehnung würde erfolgen, weil die Services gegen das eigene Apple Arcade Angebot konkurrieren.

Apple nicht ehrlich?

Shoemaker äußerte sich äußerst kritisch. Er gab zu Protokoll, dass Apple „nicht ehrlich“ war und nannte die App-Store-Regeln „willkürlich“ und „zweifelhaft“. Sehr wohl würde Apple zudem seine eigenen Apps bevorzugen.

Wer ist Philip Shoemaker?

S. arbeitete von März 2009 bis April 2016 bei Apple. Eigenen Angaben zufolge kümmerte er sich zum Beispiel darum, das App-Store-Review-Team aufzubauen. Von anfänglich vier Personen baute er es auf über 300 Personen aus. Dies geschah auch im Zuge der Internationalisierung.

Der ehemalige Apple-Mitarbeiter behauptet, dass der Review-Prozess für Apps zeitweise auf drei Personen pro App ausgebaut wurde. Er fand dies gut. Doch zuletzt sei die Zahl wieder zurückgegangen.

Zu viel Müll im App Store?

Er betonte außerdem, dass Apples kuratierte App-Hinweise tatsächlich von Menschen und nicht von Algorithmen erstellt würden. Gleichwie fand er, dass nach wie vor zu viel Müll im App Store sei. Er benutzte dafür andere Worte, sagte, es gäbe im App Store vieles, was dort nicht hingehört („there’s a lot of stuff in the store that shouldn’t be there.“).

Vor diesem Hintergrund muss man noch ein wenig weiter zurückgehen. Denn vielleicht ist Philip Shoemaker vom Saulus zum Paulus geworden. Bevor er anfing bei Apple zu arbeiten, entwickelte er mit der eigenen Firma GrayNoodle Apps für den App Store. Unter anderem fand sich darunter die App „iWiz“, die das Pinkeln vor einem Urinal simulierte oder ein Furz-Simulator namens „Animal Farts“, der Flatulenzgeräusche von Tieren abspielte.

Derzeit gibt es keine Apps von GrayNoodle im App Store.