Alexander Trust, den 30. März 2020

EufyCam 2c im Test: HomeKit-kompatible Überwachungskameras im Handumdrehen

Zwei EufyCam 2C mit Homebase 2
Zwei EufyCam 2C mit Homebase 2, Bild: Alexander Trust

Der Markt von HomeKit-kompatiblen Überwachungskameras ist überraschend groß. Dennoch gibt es einige Kriterien, die einigen Kameras den Vorzug vor anderen geben. Im Test bei Macnotes haben wir aktuell die Eufy 2c. Welche Vorzüge diese Kamera gegenüber anderen bietet, erfahrt Ihr aus unserem Review.

Im Wasserstand 10, Mitte März, erwähnte ich, dass wir „demnächst“ auch eine Überwachungskamera testen würden. Tatsächlich kontaktierte Anker uns. Wir bekamen dann ein Rezensionsmuster der Eufy 2c Kamera zugeschickt.

Nicht im Zeitplan

Eigentlich haben wir nach der Übernahme von Macnotes im November 2019 noch super viel zu tun (Überarbeitung der alten Beiträge, neues Layout, eigene App, eigenes CMS, usf.), dass Angelegenheiten wie Gewinnspiele oder Tests hintenan stehen.

Doch es gibt gute Gründe, warum ich dann bei der Eufy 2c eine Ausnahme gemacht habe. Mir ist das Produkt nämlich nicht fremd. Im Gegenteil. Zu Jahresbeginn baten mich die Schwiegereltern doch um Rat für eine Überwachungskamera. Dreimal dürft Ihr Raten, welches Modell ich Ihnen vorschlug? Genau, die Eufy 2c.

Zwei Kameras und Basisstation

Wenn man sich überlegt, eine Überwachungskamera zuzulegen, spielen viele Kriterien eine Rolle. Zunächst stellt Ihr Euch vielleicht die Frage, wie viele Kameras Ihr benötigt: eine für den Kelleraufgang, für die Garage, für den Hauseingang, etc. pp. Das System muss dies einerseits technisch zulassen und andererseits aber auch zu einem verträglichen Preis.

Denn natürlich gibt es „professionelle“ Überwachungslösungen – so will ich sie mal nennen. Aber diese sind für den „einfachen“ Hausgebrauch nicht empfehlenswert, einfach weil sie das Budget von uns übersteigen.

An dieser Stelle kann die Eufy 2c bereits punkten. Denn die Basisstation inklusive zweier HomeKit-kompatibler Kameras gibt es in Angebotsphasen bereits für deutlich unter 200 Euro. Klar gibt es bei Aldi auch noch günstigere Überwachungskameras. Doch deren Daten gehen über ausländische Cloudspeicher und landen auch schonmal in den Händen Fremder.

Daten lokal speichern und Support für HomeKit Secure Video

Genau dies bringt uns zu einem weiteren Vorteil der Eufy 2(c). Die Überwachungskamera verfügt über lokalen Speicher in der Basisstation (16 GB). Das reicht in der Regel für die Aufzeichnung von 2, 3 Monaten Videomaterial. Und natürlich könnt Ihr jederzeit die einzelnen Videoschnipsel über die iOS-App auf Eure Geräte herunterladen.

Für Apple-Kunden besonders interessant ist neben dem HomeKit-Support, den es jetzt schon gibt auch die zukünftige Unterstützung von HomeKit Secure Video. Ihr könnt die Eufy 2c Kameras dann per Firmware-Update mit Apples Cloud verschlüsselt kommunizieren lassen. Mitte März gab es schonmal einen Fehlalarm. Der Hersteller veröffentlichte für kurze Zeit eine neue Firmware. Die war aber offenbar noch nicht ganz fertig. Wichtig zu wissen ist aber, dass sowohl die EufyCam 2c als auch die EufyCam 2 HomeKit Secure Video Unterstützung erhalten werden.

Einrichtung ist kinderleicht

Kommen wir nun aber zur Anwendung. Die beginnt mit der Einrichtung. Ein Argument für den Kauf der Eufy 2c oder der größeren Eufy 2, das ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Produkt den Schwiegereltern vorschlug, noch nicht aus persönlicher Anschauung kannte, ist die einfache Einrichtung.

  • Ihr packt die Kameras und die Basisstation aus.
  • Verbindet die Basis per mitgeliefertem LAN-Kabel mit dem Router Eures Vertrauens und versorgt mit dem Netzteil mit Strom.
  • Öffnet die Home-App und fügt ein neues Gerät hinzu. Den QR-Code findet Ihr auf der Unterseite der Basisstation. Ist diese in der Home-App hinzugefügt funktioniert der Rest genauso einfach.
  • Auf den Kameras gibt es einen Knopf. Haltet den eine Zeit lang gedrückt. Es gibt ein Audiosignal, das Euch zeigt, dass Ihr loslassen könnt. Dann könnt Ihr einen Knopf auf der Rückseite der Basis drücken und beide Geräte werden gekoppelt. Fertig. Die Kamera erscheint kurz darauf in der Home-App.

Es gibt bei der Einrichtung einen „Aha“-Moment. Denn das System nutzt Sprache, um Euch mit Anweisungen auszustatten. Die erfolgen aber „immer“ zuerst auf Englisch. Erst beim nächsten Mal, wenn ihr in der Eufy Security App die Sprach umgestellt habt, spricht die Basis mit Euch auch auf Deutsch. Das sorgt aber eigentlich nur für kurzes Stirnrunzeln, sollte Euch aber nicht davon abhalten, die Kamera einrichten zu können.

Eufy Security App

Bis hierhin könnt Ihr die Kamera bereits prima über Apples Home-App nutzen. Die Eufy Security App müsst Ihr theoretisch gar nicht installieren.

Ihr solltet es aber trotzdem tun, und kurz einen Account erstellen, um über die App die Kameras deutlich besser einstellen zu können. Denn die Home-App selbst bietet nur die Möglichkeit für einfache Automationen und zum Anschauen und ab dem Zeitpunkt von HomeKit Secure Video dann auch zum Speichern von Videoschnipseln. Letzteres könnt Ihr derzeit dann nur über die Eufy-App tun.

Darüber könnt Ihr aber auch verschiedene Kamera-Modi einrichten, bspw. einen Geofencing-Modus, der die Kamera scharf stellt, wenn Ihr das Haus verlasst. Ihr müsst dazu übrigens in der Einstellungen-App unter „Datenschutz“ der App „dauerhaft“ den Zugriff auf Euren Standort erlauben. Denn wenn Ihr das nur zulasst, wenn Ihr die App verwendet, kann das Geofencing nicht funktionieren.

Die App erlaubt aber auch Einstellungen zur Alarm-Funktion und Ihr könnt darüber Bereiche im Blickfeld der Kamera zeichnen, um eventuell Bereiche auszuklammern.

Automation mit der Eufy 2c ganz einfach

Aktionen wie bspw. die Bewegungserkennung könnt Ihr mit Apples Home- aber auch Kurzbefehle-App nutzen, um Automationen auszuführen. Ihr seid außer Haus, der Bewegungsmelder entdeckt eine Person im Haus? Dann lasst doch die HomePods einfach laut Musik spielen, um die Person vor dem Haus zu irritieren, oder gewisse Lichter anschalten.

Die Kameras und die Basisstation(en) der EufyCam 2c bieten alle miteinander auch noch einen integrierten Alarm. Der hat in etwa die Lautstärke von handelsüblichen Rauchmeldern. Den kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur über die Eufy Security App steuern und in der Lautstärke regulieren, nicht aber über die Home-App.

Ausbaufähig

Ein weiterer Pluspunkt für die Eufy 2c ist die Tatsache, dass das System ausbaufähig ist. Es wird mit 2 Kameras geliefert. Ihr könnt aber weitere noch dazu kaufen und in das bestehende System integrieren.

Momentan ist der Speicher auf 16 GB beschränkt, Ihr könnt ihn in Zukunft aber per USB-Stick oder externer Festplatte auf bis zu 128 GB erweitern. Interessant ist vor dem Hintergrund aber die Möglichkeit von RTSP, die die Eufy 2c Kameras unterstützen. Das ist ein Übertragungsprotokoll für Netzwerklaufwerke. Ihr könnt damit zum Beispiel auf Eurem Synology-NAS über die App „Surveillance Station“ die Daten der Kameras dauerhaft auf dem Netzwerkspeicher ablegen. Bei Interesse werden wir dazu auch noch einen gesonderten Beitrag formulieren.

180 Tage Akkulaufzeit, kabellos und witterungsbeständig

Ebenfalls ein Argument für mich (und die Schwiegereltern) war die kabellose Anbringung der Kameras und der ausreichend große Akku in Verbindung mit der Wetterbeständigkeit. Die Kameras sind IP67 zertifiziert.

Anker/Eufy versprechen, dass die Kameras bis zu 55 Grad Celsius aushalten, aber auch Minusgrade, Schnee und Regen. Vermutlich würde ich die Kamera trotzdem nicht an einem Baum unter freiem Himmel anbringen, sondern vielleicht eher unterm Vordach oder im Wintergarten. Es gibt sicher genügend Anbringungsmöglichkeiten.

Über den Akkustand informieren Euch sowohl die Eufy-App als auch die Home-App. Ihr könnt also sicher sein, frühzeitig davon zu erfahren, wenn die Batterie zur Neige geht. Aufladen funktioniert per Micro-USB. 5 Stunden Aufladen reicht für circa 180 Tage Betrieb. Das ist ein Näherungswert. Es hängt stark davon ab, wie aktiv die Kameras in Benutzung sind.

Die Sache mit der Anbringung

Sieht man davon ab, dass ich unter dem Vordach besser eine Kappe angezogen hätte, um mir an der Dachsparre nicht den Kopf zu stoßen, ist die Anbringung relativ reibungslos.

Ich sage relativ, denn gerade das Halterungsgelenk fällt, verglichen mit der Qualität der Kameras und der Basisstation, eher „einfach” aus. Auch drehen die mitgelieferten Schrauben schnell durch, weshalb Ihr in jedem Fall bei dickeren Balken die Löcher vorbohren solltet. Es sei denn natürlich, Ihr nutzt die Dübel und bringt die Kameras an festem Stein an. Schrauben und Dübel liegen dem Paket auch bei und zwar mehr als genug.

1080p mit Nachtsicht und Mikrofon/Lautsprecher

Kommen wir zu einem weiteren Aspekt, der bei einer Überwachungskamera wichtig ist. Die EufyCam 2c zeichnet Videos mit 1080p Auflösung auf. Das empfinde ich als ausreichend. Der Blickwinkel der 2c liegt bei 135 Grad. Das ist in der Regel ausreichend, kann aber im Einzelfall dazu führen, dass Ihr bei der Anbringung ein bisschen Phantasie verwenden müsst. Generell solltet Ihr Euch „vorher“ schon einmal überlegen, wo Ihr die Kamera am ehesten sinnvoll anbringen könnt. Ich habe dazu mehrere Positionen ausprobiert, in dem ich die Kameras dranhielt und mir vorstellte, welches Bild sie zeigt.

Die Bildqualität ist vollkommen okay. Nachts könnt Ihr bei Bedarf ein Licht einschalten oder nur per Infrarotsensor Bewegungen erkennen. Letzteres liefert in den seltensten Fällen für die Kripo verwendbares Material, aber reicht auch aus, um den Alarm losgehen zu lassen oder Eure Automationen im Haus anzustoßen. Über die eingebauten Mikrofone und Lautsprecher könnt Ihr auch mit den Leuten, die vor dem Haus sind sprechen, auch aus der Entfernung, solltet Ihr mal nicht zu Hause sein.

Vergleich mit Logi Circle 2

Wir haben „von früher“ auch zwei Logitech Circle 2 zu Hause (eine kabelgebunden, eine kabellos). Stand heute kann nur die kabelgebundene Variante auch HomeKit Secure Video. Das Feature wurde in der Beta bereits freigeschaltet und ich habe es gerne aktiviert. Denn ich wollte von der Limitierung weg, maximal eine Woche Daten bei Logitech speichern zu können (oder für den Speicher zahlen zu müssen). Dieser Satz enthält gleich zwei Einschränkungen, den zeitlichen und aber auch denjenigen der fremden Cloud. Entsprechend positiv sehe ich, dass die Eufy Homebase 2 die Daten der Kameras lokal speichert. Das konnte übrigens schon das Vorgängermodell.

Ein weiteres Kriterium ist zudem der Preis. Denn auch die Circle 2 nimmt nur 1080p auf und der Akku der kabellosen Variante bietet ebenfalls 6.700 mAh Kapazität. Also kann man sich überlegen, ob man für 200 Euro gleich zwei Kameras + Basis bekommt, oder eben nur eine Circle 2.

Mit dem Wissen von Heute würde ich die EufyCam 2c der Circle 2 vorziehen.

Fazit: Kaufempfehlung für die EufyCam 2c

Sie kann HomeKit, demnächst auch HomeKit Secure Video. Die EufyCam 2c lässt euch die Videos der Überwachungskamera lokal speichern. Der 16 GB große Speicher reicht für bis zu drei Monate. Aber Ihr könnt auch den demnächst per USB-Stick einfach erweitern. Alternativ speichert Ihr die Videobilder auf Eurem Netzwerkspeicher (NAS) oder eben in Apples iCloud, sobald das Firmware-Update herauskommt.

Schon jetzt unterstützt die Kamera Automationen mit HomeKit und ist damit prima für Alarme oder Beleuchtungsinstrumentalisierung geeignet.

Wenn Ihr eine günstige und gleichzeitig gute HomeKit-Überwachungskamera mit flexibler Anbringung (kabellos) sucht, dann spricht meiner Meinung nach Vieles für die EufyCam 2c. Derzeit kostet das Paket aus 2 Kameras und Basisstation knapp 240 Euro bei Amazon. Wie erwähnt gibt es das gleiche in Angebotsphasen auch für deutlich unter 200 Euro.


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Testergebnis

URS: 7.5 von 10
7.5

Positives

  • versteht HomeKit und HomeKit Secure Video
  • speichert Daten sonst lokal
  • leichte Einrichtung

Negatives

  • Spricht ab und zu Englisch mit dem Nutzer

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