Macbook Pro 2011: Warten oder Kaufen?

Die neuen Macbook Pro-Modelle sind da, die ersten näheren Betrachtungen gemacht. Wer sollte sich eines der runderneuerten Profi-Notebooks kaufen und wer ist besser beraten, abzuwarten? Für Geduld wie auch Kauf sprechen gute Gründe, insbesondere Mac OS X 10.7 Lion wird auf manchen älteren Maschinen nicht mehr laufen, auch sonst spielt die aktuelle Ausstattung natürlich eine sehr gewichtige Rolle. Eine Entscheidungshilfe.

Schnelle i5- und i7-Prozessoren, der neue Thunderbolt-Port und ein ordentlicher Leistungsschub: es ist natürlich etwas dran am Bonmot, dass „jetzt“ immer der beste Zeitpunkt ist, einen Mac zu kaufen. Ansonsten wird man auch mit der Faustregel, dass nach drei Jahren das neue Gerät fällig wird, selten falsch fahren. Die restlichen, spezifischeren Gründe sprechen häufig sowohl für den Kauf als auch fürs Warten in Sachen neu erschienenes Apple Macbook Pro 2011.

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Macbook Pro 2011: Warten oder Kaufen?

Gründe fürs Kaufen

Leistung und Laufzeit. Die Specs der neuen Macbook Pro-Modelle sind für ein reines Update der „inneren Werte“ wirklich ordentlich, die Akkulaufzeit trotz deutlich erhöhter Rechen- und Grafikpower (höchstwahrscheinlich) nicht gesunken – denn die niedrigere Angabe von sieben Stunden Akkubetrieb ist laut TC „nur“ einer veränderten (und man mag hinzufügen: realistischeren) Testgestaltung geschuldet.

Thunderbolt. Die drastisch beschleunigte Portschnittstelle hat das Potential zum USB-Nachfolger, was den „Aufräumeffekt“ im Schnittstellendschungel angeht. Die Unterstützung der Industrie ist dem neuen Standard gewiss, das aktuelle Macbook Pro ist damit das einzige Notebook mit zukunftssicherer Schnittstellenausstattung am Markt. Andere Hersteller stehen in den Startlöchern. In Sachen Peripherie sind extrem schnell angebundene externe Speichermedien, A/V-Geräte und mehr in der Pipeline, Softwarelösungen sind ebenso bereits in Arbeit. LaCie, Western Digital und Promise unterstützen den Standard ebenso wie Apogee, Blackmagic oder Avid.

Lion. Das kommende große Betriebssystem-Update ist auf den jetzt erscheinenden Geräten bereits getestet, die Systeme darauf optimiert. Killerkriterium: Wer mit den frühen Intel-Macs mit Core Duo-Prozessor unterwegs ist, wird sich nach aktuellen Informationsstand entweder neues Gerät kaufen müssen oder Lion nicht installieren können.

Gründe fürs Warten

Thunderbolt. Denn im Ernst: die „revolutionäre“ neue I/O-Technologie und Apples Speerspitzen-Rolle bei der Markteinführung bedeutet in erster Linie, dass es noch kaum Peripherie gibt und entsprechend der aktuelle Nutzwert gering bis nicht vorhanden ist. Die Peripherie-Situation wird sich zwar zügig ändern, dennoch ist das zu Hause vorhandene Peripheriegerät auch nach dem Kauf eines aktuellen MBP nach wie vor die gleiche – und nutzt USB, Firewire, MDP/DVI etc. Und wenn sie ihren Job noch tut – warum wegwerfen? Darüber hinaus soll Thunderbolt auch noch optische Kabel unterstützen – auch mit den aktuellen Anschlüssen – und man wird auf Erweiterungen der Spezifikation warten können, die den Anschluss von mehr als den bislang möglichen sechs Geräten erlauben. Aber Hand aufs Herz: will man drauf wetten? Oder gar auf eine firmwareseitige Umsetzung dieser kommenden Weiterentwicklungen?

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Lion und iOS. Auch wenn davon auszugehen ist, dass Lion auf der aktuellen MBP-Reihe bestens läuft, so werden viele der kommenden iOS-Features von Lion aus der Touch/Tablet-Welt stammen und mit den kleinen Touchpads der aktuellen Rechner weniger schön zu bedienen sein. Wenn sich iOS-Features, Wischgesten und Touchpad-ähnliche Bedienkonzepte auf Mac OS X weiter durchsetzen, wird das Touchpad auf Apples Notebooks größer werden müssen. Das passiert frühestens in der nächsten MBP-Generation.

USB3. Auch wenn Intel Thunderbolt pusht und andere Hersteller nachziehen: USB 3.0 wird kommen und abwärtskompatibel höhere Datenraten ermöglichen. Nur eben nicht auf dem aktuellen Macbook Pro, dort ist nach wie vor USB 2.0 verbaut.

Design und Bauweise. Von den Liquidmetal-Gerüchten blieb nichts übrig, und was dem einen lieb ist, wird dem anderen altbacken erscheinen. Für die nächste Generation des Macbook Pro ist einigermaßen realistisch ein Facelift auch äußerlicher Art zu erwarten und möglicherweise ein Materialwechsel, der leichtere Geräte oder höhere Akkukapazitäten beim gleichen Gewicht erlaubt.

Fazit

Wie immer steht und fällt die Entscheidung mit der aktuell vorhandenen Ausstattung. Wer mit der aktuellen Hardware nicht mehr glücklich ist, tut sich mit einem Jahr Warterei keinen Gefallen. Wer aktuellere Hardware nutzt und mit jener zufrieden ist, wird zwar von der Leistungssteigerung profitieren, ob sie die Anschaffungskosten wert war, wird man spätestens beim Erscheinen der nächsten Generation zu bezweifeln beginnen. Ansonsten wird es helfen, oben genannte Gründe und Faktoren an den eigenen Bedürfnissen zu messen und anschließend zu entscheiden. Weitere helfende Erwägungen gerne in den Kommentaren.