Vuvuzela-Sound im TV filtern: Anleitung zur hörbaren Fussball-WM

Mittlerweile kennen wir sie alle: Die Vuvuzelas. Die Fans vor Ort bei der Fußball-WM in Südafrika lieben sie, hier in Deutschland werden sie schon teilweise beim Public Viewing von den öffentlichen Plätzen verbannt. Auch am heimischen Mac kann man aber etwas dagegen tun, wenn die Tröten mal wieder stören. Wir zeigen, wie das Filtern des Vuvuzela-Sounds am Mac geht - auch direkt in eyeTV.

Nicht zuletzt viele Fußballtrainer und -spieler haben sich bereits über die Vuvuzelas auf der FIFA-WM 2010 in Südafrika beschwert, die bis zu 120dB laut werden können (an der Stelle darf der Vergleich zum startenden Jumbo-Jet nicht fehlen) und in der Masse nicht nur für die absolute Unmöglichkeit jeglicher verbaler Kommunikation, sondern auch zu bleibenden Gehörschäden führen können. Zwar ist diese Gefahr zu Hause vor dem Fernseher nicht allzu groß, nerven können die kultigen trompetenartigen Krachmacher aber auch dort. Wir beschreiben, wie man den unangenehmen Ton aus dem Audiosignal des TV-Geräts oder der TV-App der Wahl herausfiltern kann.

Kurzzusammenfassung

So hört sich ein Ausschnitt vom Anpfiff des Eröffnungsspiels vor dem Filter an:

  1. Die Filter herunterladen und in Garageband öffnen.
  2. Den Fernseher mit Cinchkabel am Audioausgang (oder Klinkenstecker am Kopfhörerausgang) an den Audioeingang des Mac anschließen.
  3. GarageBand öffnen, Neues Projekt auswählen, Instrument hinzufügen und „Line-In“ als Audioquelle auswählen, Monitor auf „EIN“ schalten.
  4. Master-Hall und -Echo ausschalten.
  5. (optional) Den Mac mit der Stereoanlage verbinden.
  6. Der Sound müsste jetzt in etwa so klingen:

Hier die ausführlichere Anleitung mit Erläuterungen und Screenshots

Bei den Surfpoeten findet sich eine Anleitung für die Profisoftware LogicExpress, wir konzentrieren uns allerdings auf die einfachste Methode zum Eliminieren des Vuvuzela-Sounds, die jeder Besitzer eines relativ aktuellen Macs mit der mitgelieferten Software durchführen kann. In diesem Fall soll uns die vorinstallierte Musiksoftware Garageband aushelfen.

Zunächst ist eine Info sehr wichtig: Der Ton, den wir bei den Fussball-WM-Übertragungen loswerden wollen, ist Ais, oder auch a#. Die zu filternden Frequenzen sind 235 Hz, 465 Hz, 930 Hz und 1860 Hz. Wer GarageBand schonmal genutzt hat, fügt in ein neues Projekt die Filter ein, wie es hier im Folgenden beschrieben wird, bei Daniel Imrich und Dirk Melchers gibt es aber auch vorgefertigte Filter zum Download.

Zunächst benötigen wir eine Tonspur. Hier sollte „Echtes Instrument“ ausgewählt werden. Nun sind noch folgende Einstellungen vorzunehmen: Ganz rechts in der Mitte als Eingabequelle das Line-In des Macs wählen, darunter den Monitor auf „EIN“, dann ganz oben rechts auf „Master-Spur“ wechseln und dann unten das Häkchen bei „Echo“ und „Hall“ entfernen. Jetzt die magischen Filter zum Vuvuzela-Soundentfernen anlegen.

Im ersten Filter stellen wir 235, 465 und 930Hz ein, im zweiten die 1860. Wir klicken dazu auf den Editieren-Button unten rechts im Bildschirm und klicken auf die weißen Punkte. Aussehen soll es hinterher folgendermaßen:

GarageBand

In voller Größe (36 kB) herunterladen .
GarageBand

In GarageBand der Version iLife ’08 bekommen wir das ganze etwas klassischer, aber übersichtlicher in einer Ansicht präsentiert. Die neuere Version aus iLife ’09 zum Vergleich seht ihr unten. Hier ist die rechte Spalte oben in „Durchsuchen“ und „Bearbeiten“ aufgeteilt. In ersterer wird die Eingabequelle gewählt. In unserem Fall schließen wir den Kopfhörerausgang des Fernsehers an den Line-In des Macs an, müssen also diesen auswählen. Der „Monitor“ muss eingeschaltet sein. Dann in die andere Spalte „Bearbeiten“ wechseln und dort Master-Echo und Master-Hall ausschalten.

Einige Hinweise: Wenn der Fernsehsound über den Rechner läuft, ist der Klang in den meisten Fällen nicht mehr so gut, wie er mit den integrierten Lautsprechern des TV-Geräts gewesen wäre. Die kombinierten Ein- und Ausgänge der neuen MacBook-Reihen beispielsweise stellen uns hier vor ein Problem. Besitzer von Mac Pros, iMacs oder älterer MacBooks sowie aktueller MacBook Pros mit mindestens 15″ haben noch separate Ein- und Ausgänge. Somit kann an den Ausgang dann wiederum eine Stereoanlage angeschlossen und der Fernsehton beim FIFA-WM-Fußballgucken verbessert werden.

Zusatztipp: Den Vuvuzela-Filter mit EyeTV nutzen

Mit einer zusätzlichen Software wie „Soundflower“ lässt sich der Ton von externen Programmen wie EyeTV abfangen und durch GarageBand filtern. Nach der Installation muss dazu „Soundflower (2ch)“ in den EyeTV-Einstellungen als Ausgabe- und in Garageband wiederum als Eingabegerät gewählt werden.

Achtung: Soundflower (näheres im Review) muss gestartet werden, da es standardmäßig auf „Keine Ausgabe“ eingestellt ist. Über das Symbol in der Menüleiste oben am Bildschirmrand muss es dazu von „NONE (OFF)“ auf „Built-in Output“ umgeschaltet werden.

Fertig! Die Audioausgabe erfolgt nun von EyeTV über Soundflower durch GarageBand (und somit über die Vuvuzela-Filter) ans Ausgabegerät. Der Ton wird durch die beiden Filter zwar nicht gedämpft, aber wenn man vergleicht, erinnert der TV-Klang nun wieder mehr der gewohnten Stadionatmosphäre, anstatt dass man sich fühlt wie in einer Imkerei.

Das Ganze funktioniert natürlich auch mit anderen TV-Apps, in denen man Eingabe- und Ausgabequelle verstellen kann. Auch über Zattoo mit Livestreams kann man von den Vuvuzela-Frequenzfiltern profitieren.

Auf dem Phone und iPad lassen sich die Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft in Südafrika mit den passenden iApps von T-Mobile und Sky Sports im übrigen auch schauen – dort allerdings nur mit der ungefilterten Originalatmosphäre – und den Vuvuzelas.

(Filter vuvuzela sound on TV – english howto)

Mehr über mz:

Mac-User und Fernostexperte, gelten Max’ Interessen neben den Geräten und Programmen aus Cupertino auch der Situation in Japan, China, Korea und anderen weiter entfernteren Ländern, in denen Apple-Hardware nicht nur begeistert genutzt, sondern auch zu weiten Teilen hergestellt wird.

Metadaten
  • Geschrieben am: 15. Juni 2010
  • Zuletzt aktualisiert am: 13. März 2021
  • Wörter: 798
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  • Lesezeit: 3 Minuten 28 Sekunden