iPhone in China: Marktstart mit Hindernissen

Am vergangenen Freitag startete in China der Verkauf des iPhones. Nicht nur wegen hoher Preise stand der Erfolg der Markteinführung bereits zuvor schon in Frage.

iPhone 3GS schwarz (Vorderseite), Bild: Macnotes

Da die Regierung noch während der Gespräche zwischen dem Mobilfunkbetreiber China Unicom und Apple darauf hingewiesen hatte, dass das im iPhone verbaute WLAN-Modul gegen chinesische Sicherheitsbestimmungen verstößt, wird das iPhone in der Volksrepublik ohne WiFi ausgeliefert. Noch kurz vor dem Marktstart am vergangenen Freitag hatte Unicom erklärt, man werde auch Käufern von Grauimporten passende Verträge zu ihrem iPhone 3G oder 3GS anbieten – vermutlich, weil man befürchtete, dass die eigenen Geräte ohne Wi-Fi nicht genügend Absatz finden würden.

Zwar wurde das Verbot der WLAN-Module später wieder aufgehoben, die komplette erste Produktionsreihe mit immerhin fünf Millionen Geräten ist aber bereits ausgeliefert worden und steht nun in den Läden. Der Preis für ein iPhone 3GS ohne Vertrag liegt dabei mit über 800€ über dem, was für ein 32GB Modell mit WiFi-Funktion auf der Straße verlangt wird – dort ist es bereits für knapp 700€ zu haben. In Hongkong wird darüber hinaus das iPhone 3G bereits für knapp 400€ angeboten. Damit sind die Kosten für ein offizielles Gerät von China Unicom im Vergleich viel zu hoch.

Offizielle Zahlen über verkaufte Geräte gibt es bisher noch nicht, lediglich haben Beobachtungen zufolge keine Campingaktionen vor den Mobilfunkshops stattgefunden wie dies in Europa und den USA der Fall gewesen war. Ein Sprecher von China Unicom teilte vorsichtshalber aber bereits mit, dass der Provider von einer Erhöhung des Absatzes ausgeht, wenn die nächste Lieferung mit WLAN-Funktion eingeht.

Dem Marktstart des iPhones in der Volksrepublik China waren nicht nur Probleme mit den WiFi-Sicherheitsbestimmungen vorausgegangen: Ein langer Verhandlungspoker zwischen Apple und den chinesischen Mobilfunkbetreibern war zuvor erst sehr spät mit dem Vertragsabschluss über drei Jahre zu Ende gegangen. Dabei war nicht der größte chinesische Marktführer China Mobile zu Apples Partner im Reich der Mitte geworden, sondern der kleinere Konkurrent China Unicom.

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Mac-User und Fernostexperte, gelten Max’ Interessen neben den Geräten und Programmen aus Cupertino auch der Situation in Japan, China, Korea und anderen weiter entfernteren Ländern, in denen Apple-Hardware nicht nur begeistert genutzt, sondern auch zu weiten Teilen hergestellt wird.

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  • Geschrieben am: 2. November 2009
  • Zuletzt aktualisiert am: 3. März 2021
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