Alexander Trust, den 28. Juli 2009

Samsung Syncmaster via DVI mit OS X betreiben

Genauer hätte man formulieren müssen Syncmaster T240HD. Noch spezieller einschränken könnte man die Situation auf eine ATI Radeon 4870. Doch bei der Recherche zu einem persönlichen Problemfall wurde schnell klar, dass das Problem nicht auf einen einzigen Bildschirmtyp einzugrenzen ist, geschweige denn gewisse Serien und Typen von Apple-Rechnern oder bestimmte Grafikkarten. Doch bleiben wir zunächst bei dem speziellen Problemfall: Wer einen Samsung Syncmaster T240HD über dessen zugehörige DVI-Schnittstelle mit einer ATI Radeon 4870 verbinden will, stößt unter OS X auf Schwierigkeiten. Der Bildschirm meldet spätestens nachdem der graue Apfel-Bildschirm abgearbeitet wurde: „Kein Signal“.

Im Endverbraucherbereich sind Bildschirme von Samsung nicht zu selten anzutreffen. Was aber tun, wenn man den neu erworbenen Bildschirm nicht problemlos angeschlossen und ans Laufen bekommt? Der Laie, der sich einen Apple-Rechner kauft, wird zunächst ins Geschäft gehen, oder bei den Herstellern (Apple, ATI, Samsung) anrufen. Versiertere und neugierige Computernutzer, die der Sache selber auf den Grund gehen wollen, recherchieren im Internet und hoffen dort eine Lösung für ihr Problem zu finden.
 

Nur mit Adapter

Fakt ist: Aktuell gibt es für den speziellen Fall, einen Syncmaster T240HD per DVI-Schnittstelle unter OS X ans Laufen zu bekommen keine patente Lösung. Die einzige wirkliche Hilfe ist folgende: Ein Adapter muss her! Wer nämlich den Bildschirm nicht via DVI, sondern z. B. über einen von beiden HDMI-Anschlüssen oder etwa den VGA-Anschluss am Syncmaster betreibt, der kann das Gerät problemlos verwenden. Gleiches gilt wohl auch für den T240 (ohne HD) oder den T220 und auch andere Modelle in dieser Samsung-Serie. Aber nur deshalb mit Adapter oder ein spezielles Kabel, da ja die Radeon 4870 (sowie zuvor 4850) über einen DVI- sowie einen Mini-Displayport-Anschluss verfügen.

Es scheint so, als handelte es sich entweder um ein softwareseitiges Problem (Treiber, OS X) oder aber um einen hardwareseitigen Fehler (Bildschirm). Wer am Ende wem den Schwarzen Peter in die Schuhe schieben mag – der Dumme ist wohl der Kunde. Denn wir könnten uns darauf einigen, dass auf beiden Seiten nachgebessert werden sollte, damit es auf Anhieb funktioniert, zumal beispielsweise schon im Jahr 2004 OS X und Samsung-Monitore via DVI nicht die besten Freunde wurden.
 

Nicht jedes Kabel

Eigentlich müsste man sagen, trüge Samsung die Schuld. Doch derselbe Monitor – angeschlossen über seine DVI-Schnittstelle – funktioniert unter einer Boot Camp-Installation von Windows Vista problemlos. Im Kleingedruckten müsste stehen, dass der Monitor nur funktioniert, wenn man aktuelle Treiber installiert hat (oder Windows XP und davor einsetzt) und mindestens ein digitales Dual Link DVI-Kabel verwendet (vgl. Wikipedia). Digital deshalb, weil der Anschluss am Monitor ein DVI-D-Anschluss ist. Ein Dual Link-Kabel müsste es streng genommen nicht sein, mit einem einfachen Single Link-Kabel hat der Betrieb jedoch nicht funktioniert. Ob das Kabel grundsätzlich mit dem Eingang harmoniert merkt man recht schnell, wenn man es bei laufendem Betrieb am Rechner aus- und wieder einsteckt. Wenn der Monitor dann nicht zumindest eine Rückmeldung gibt, bzw. aus dem Standby kurz in den aktiven Modus wechselt, um dann mitzuteilen, dass er kein Signal kriegt, hat man definitiv ein falsches DVI-Kabel zum Betrieb des Syncmaster (und anderer). Funktioniert zumindest das, weiß man, dass die Kommunikation zwischen Monitor und Rechner sicher gestellt ist. Dass dann allerdings der Monitor just in dem Moment, da die grafische Benutzeroberfläche (GUI) geladen werden soll, „Kein Signal“ als Rückmeldung gibt, und wieder in den Standby wechselt deutet ab dem Moment auf ein Softwareproblem hin. Das ist zumindest aktuell (Ende Juli 2009) die Situation vor der man steht und die man bislang nicht ändern kann. Abhilfe schafft eben nur, den Monitor über eine andere Schnittstelle anzusprechen.
 

Apple-Adapter sind tückisch

Bei den Recherchen nach einer Lösung hat sich allerdings gezeigt, dass zum einen nicht nur diese Serie von Samsung dazu neigt nicht hundertprozentig über der DVI-Schnittstelle mit OS X zu kommunizieren. Vielmehr sind noch weitere Samsung-Bildschirme, aber wohl auch Bildschirme anderer Hersteller betroffen (DELL, Benq). Aber eben jeweils nur, wenn man versucht sie via DVI zu verbinden.
Trickreich ist zudem die Situation mit Apples hauseigenen Adaptern (Mini-DVI, Mini-Displayport usf.). Wer beispielsweise einen der genannten Bildschirme als externen Monitor für ein aktuelles Macbook (Pro) verwenden wollte, der müsste darauf achten, dass der standard Mini-Displayport auf DVI-Adapter offenbar nicht alle diejenigen Signale durchschleift, die notwendig sind. In einem Apple-Support Forum fand sich ein Hinweis auf dieses Phänomen mit einer ganz anderen Konfiguration als derjenigen, die zum Schreiben des Artikels führte. Doch ließ sich das geschilderte Problem reproduzieren, denn die ATI Radeon 4870 in der Ausführung für Macs verfügt über einen Mini-Displayport-Anschluss und einen DVI-Anschluss. Das DVI-Kabel, das die Kommunikation zwischen Grafikkarte und Bildschirm hinbekam (Funktion unter Windows), verweigerte den Dienst wieder, sobald der Apple-Adapter dazwischen geschaltet wurde.
 

Wald vor lauter Bäumen

Wer die Apple Support-Foren durchkämmt, der wird eine Vielzahl von Problemkonstellationen finden. Ich habe ein ganzes Wochenende damit zugebracht dort und anderswo zu lesen und eigene Versuche nach dem Ausschlussverfahren haben mich nach und nach das Problem immer weiter einkreisen lassen. Leider hat nicht jeder immer die richtigen Kabel zur Hand, geschweige denn denkt man immer sofort daran, wie man als nächstes vorgehen kann.

Wer Schwierigkeiten hat, seinen Monitor bzw. sein TFT-Display unter OS X zum Laufen zu kriegen, der sollte zunächst überprüfen, ob es wirklich ein generisches Problem mit Apples Betriebssystem ist. Will heißen, wenn der Monitor unter Windows z. B. ebenfalls nicht funktioniert, kann man sich bei der Recherche nach Lösungen anders orientieren. Das ist immens wichtig, weil man ansonsten schnell in eine Sackgasse tappt und nicht weiterkommt. Man kann in der Folge versuchen, die Grafikkarte oder den Bildschirm selbst, aber auch etwaige Adapter oder Kabel als Ursache auszumachen. Bei meinen Recherchen bin ich auf Fälle gestoßen, in denen der einfache Wechsel des Kabels schon geholfen hat. Wann man unter OS X Monitore der Serie T2** mittels DVI problemlos wird anschließen können, bleibt abzuwarten.
 

Geht auch

ATI könnte etwas an der Treibersituation verändern müssen, weil es unter Vista, XP und anderen klappt. Samsung müsste vielleicht nachbessern, weil es nicht das erste Mal ist. Und Apple müsste an der Implementierung arbeiten, da solche und ähnliche Probleme in den Support-Foren schon diskutiert wurden. Allerdings entsteht oftmals kein Handlungsdruck bei den Beteiligten Herstellern, wenn nicht gehäuft ähnliche oder identische Problemschilderungen vorgebracht werden. Das heißt konkret: Auch wenn man ein Work Around oder eine Lösung für ein Problem findet, sollte man in irgendeiner Form den Hersteller informieren. Je mehr Nutzer das tun, desto größer wird die Einsicht bei den Beteiligten, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Zur Ehrenrettung aller drei Firmen sei gesagt, dass ein anderes Display bei mir zum Einsatz kommt (Syncmaster 2493HM), das sich sehr wohl via DVI auch unter OS X und sogar mit Apples Mini-Displayport auf DVI-Adapter einsetzen lässt.


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