App-Store-Piraterie: 20% der iPhone-Apps als gecrackte .ipa verfügbar?

Jedes fünfte kostenpflichtige Programm aus dem iPhone-App-Store kursiere bereits in einer gecrackten Version, einzelne Apps würden um den Faktor 100 häufiger kopiert als gekauft: auf den ersten Blick dramatische Zahlen der Analysten von Medialets. Die Debatte um kopierte iPhone-Apps entbrennt auch angesichts der ersten Bezahlseite für unlizenzierte App-Kopien, die dreisterweise gecrackte .ipa-Kopien per Abomodell vertickt. Nichtsdestotrotz: an sich alles erwartbare Phänomene, und Medialets wird in der einen oder anderen Schätzung eher zu niedrig greifen.

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20 Prozent des App Stores gibt es als Raubkopien

Von 25.000 Bezahlprogrammen im App Store kursieren um die 5.000 in geknackter Version, so die iPhone-Studie laut Wired. Die Größenordnung dürfte hinhauen und eher vorsichtig geschätzt sein: einschlägige Seiten verzeichnen einige tausend Apps, die gecrackt und kostenlos geladen werden können. In der Praxis wird die Zahl höher liegen und insbesondere noch ansteigen – praktisch kein bekanntes Desktop-Programm ist nicht auf irgend eine Weise kostenlos zu beziehen, und bei der Popularität des iPhone ist es allenfalls eine Frage der Zeit, bis es sich ebenso verhält.

Über 4.200 Pay-Programme fürs iPhone stehen alleine auf der MEGA-Liste – dem Verzeichnis eines dreisteren Vertreters des Genres, wo 10 Programme geladen werden können, bevor eine Abogebühr verlangt wird. Die zehn Dollar per Monat kann man vermutlich mit einiger Berechtigung als Deppensteuer bezeichnen, denn tatsächlich kostenlos dürfte man, ein wenig Hirn vorausgesetzt, alles dort verfügbare Material auch via Google finden. Trotzdem wird Alexander Krebs wird mit seinem bissigen Kommentar zum Thema auf den iPhone-Notes bei den meisten Lesern offene Türen einrennen.

Ändern wird das am Stand der Dinge nichts, die Erfahrungen auf dem Desktopbereich haben darüber hinaus gezeigt, dass das Katz- und Mausspiel quasi endlos betrieben werden kann. Begonnen hat es in Sachen iPhone-Apps bereits, die Frage ist, wie fortsetzen?

Einen Weg zeigt Steve Demeter auf, der „Trism“ entwickelte und damit in zwei Monaten eine Viertelmillion verdiente: er hatte laut Wired im ersten Moment nicht gewusst, ob er wütend oder begeistert sein sollte, als er sein Spiel zum ersten Mal als Torrent auf der Pirate Bay entdeckte. Demeter blieb gelassen und der Erfolg sollte ihm ausreichend Recht gegeben haben.

Bislang kann man festhalten: auch zwei Monate Crackulous haben die iPhone-Plattform keinen Deut unattraktiver gemacht, Erfolgsgeschichten gibt es genügend. Man sollte nur nicht angesichts diverser Piraterie-Statistiken die Nerven verlieren und eine ohnehin recht restriktiv gestaltete Plattform mit noch weiteren Einschränkungen versehen. Die iPhone-OS 3.0-Einblicke bislang geben jedenfalls Anlass zur Zuversicht. Von daher: die iPhone-App-Community wird es auch problemlos verkraften, wenn sich herausstellt, dass die angenommenen 5.000 gecrackten Programme, die angeblich kursieren sollen, eine etwas niedrige Schätzung waren.