Kommentar: (K)ein schillernder Abschied

Phil Schiller kann man keinen Vorwurf machen: Es hätte mindestens ein Verkaufsgenie wie Steve Jobs gebraucht, um für das wenige Vorzeigbare so etwas wie Begeisterung zu wecken. Und so wird diese Keynote wohl nicht nur als die letzte, sondern auch als die langweiligste in die wechselhafte Geschichte der Macworld eingehen.

Phil Schiller auf der MacWorld 2009, Bild: Macnotes

Dabei gab sich der Jobs-Vertreter sichtlich Mühe: Gut gelaunt und offenbar ebenso intensiv vorbereitet auf seinen ersten Solo-Auftritt betrat Schiller die Bühne im Moscone West. Einige Hundert Journalisten und das zigfache an Mac-Fans davor waren zwar vorgewarnt, aber dass dann selbst die geringen Erwartungen enttäuscht wurden, war tatsächlich „underwhelming“, wie man hier so schön sagt.

Das spannendste Update gab es gleich zu Anfang: iPhoto ’09 ist, nach den ersten Eindrücken zu urteilen, ein echter Sprung nach vorne. Das Update für iMovie hingegen war nach der halbfertigen Version ’08 längst fällig. Auch die sonstigen Neuerungen für iLife sind bestenfalls nett, aber ganz sicher nicht so bedeutend, dass man sie in epischer Breite hätte erklären müssen.

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Phil Schiller auf der MacWorld 2009, Bild: Macnotes
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Phil Schiller auf der MacWorld 2009, Bild: Macnotes

Das 17″-MacBook Pro war ebenfalls keine große Überraschung mehr. Eine „Anti-Glare“-Option für 45 Euro Aufpreis (!) ist ein Schlag ins Gesicht der professionellen Kundschaft. Auch der fest integrierte Akku ist zumindest fragwürdig: Zwar verspricht Apple bis zu 8h Laufzeit (was erfahrungsgemäß mit etwa 6,5h zu übersetzen ist). Wer aber für lange Außeneinsätze (Foto-Shootings etc.) mehr als das und damit einen Zweit-Akku benötigt, den lässt Apple im Regen stehen…

Auch im Pressezentrum seltene Einigkeit: „Es fehlten die Highlights“, meint Matthias Kremp (Spiegel Online). Christoph Dernbach (dpa, mac-history.de) ergänzt: „Enttäuschend, dass nicht einmal der Mac mini aktualisiert wurde“. Da ist es wohl kein Zufall, dass die Kollegen bereits am Abend weiter nach Las Vegas zur CES flogen. Vielleicht hat Steve Ballmer ja mehr zu bieten…

Interessanter ist da schon, was Apple mit iWork und insbesondere iwork.com vorhat. Apple selbst bezeichnet die Online-Version noch als Beta. Ob sich der Service in der Praxis bewährt, muss sich erst zeigen – zu hoffen bleibt, dass uns ein Desaster wie beim Start von Mobile Me erspart bleibt.

Was bleibt? Eine ziemlich klare Message: Apple hat eine Veranstaltung wie die Macworld nicht mehr nötig und sich dementsprechend wenig Mühe gegeben, den Abschied irgendwie emotional zu gestalten.

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