Das neue 17 Zol MacBook Pro

Bei seiner Keynote-Premiere durfte Phil Schiller heute ein "One more thing" präsentieren. Um 19:11 Uhr deutscher Zeit stellte er das neue 17 Zoll MacBook Pro der Öffentlichkeit vor. In unserem Gerüchte-Checkup sahen wir bereits ein Update des beim Notebook-Event noch vernachlässigten Top-Modells kommen.

MacBook Pro 17 Zoll (2009), Bild: Macnotes

Unibody

Wie die kleineren Verwandten des 17″-Modells auch, verfügt Apples Top-Modell jetzt auch über den sogenannten Unibody, der maximale Stabilität bei kleinsten Abmaßen verspricht. So bewirbt Apple das überarbeitete Notebook auch als das dünnste und leichteste Notebook seiner Klasse. Trotz vergrößertem Akku (dazu später mehr) liegt das Gewicht noch immer unter 3 Kilogramm. Gegenüber dem 15″-Modell ist es etwas höher (+0,9mm), breiter (+2,9cm) und tiefer (+1,8cm).

Hardware

Bei der Hardware vollzog Apple die Angleichung an den Rest der Produktlinie. Der Chipsatz wird von Nvidia geliefert und verfügt damit auch über die 9400M-Chipsatzgraphik. Zusätzlich wird noch eine Nvidia 9600MT Grafikkarte verbaut, die gerade bei Spielen deutlich mehr Leistung verspricht.

Bei den Schnittstellen legte Apple gegenüber dem 15″-Modell noch einen weiteren USB-Anschluss drauf, so dass das 17″ MacBook Pro mit einem Gigabit-Ethernet-, einem Firewire-800-, drei USB-2.0-Ports und dem Mini-Display-Anschluss daherkommt.

Neues gibt es glücklicherweise von der Display-Front zu berichten. Das LED-hinterleuchtete Display gibt 1920×1200 Pixel aus und bietet damit etwas mehr als HD-Auflösung. Optional wird es einen Anti-Glare-Bildschirm geben, welcher allerdings mit 45,01 Euro zu Buche schlägt. Man beachte die haarscharfe Kalkulation von einem Cent. Hier versucht Apple auf Kosten der Pro-Anwender, die auf einen nicht-spiegelnden Bildschirm angewiesen sind, Kasse zu machen.

Als Festplatte bietet Apple standardmäßig ein 320GB-Modell mit 5400 Umdrehungen/min an. Wer es schneller mag kann ein Modell mit 7200 Umdrehungen/min ordern oder gleich auf die 128GB bzw. 256GB-SSD umsteigen. Wie es sich für ein Pro-Modell gehört, kommt das MacBook Pro 17″ mit 4GB RAM. Im Gegensatz zum 15″-Modell gibt Apple hier auch die Unterstützung für bis zu 8GB RAM an. Die Prozessoren sind ebenfalls alle etwas schneller getaktet als beim kleineren Bruder. Es gibt ein 2,66GHz Modell und optional eine 2,93GHz-CPU.

Ein neuer Stromspeicher

Beklagten wir in unserem Test des 15″-MacBook Pros noch, dass die Akkulaufzeiten von Apples Notebooks seit Jahren bei mehr oder weniger 5 Stunden stagnierten, so hat man sich diesen Punkt in Cupertino vorgenommen.

Nach dem MacBook Air erhält auch das 17″-MacBook Pro einen fest eingebauten Akku. Dieser ist knapp 40 Prozent größer als der Akku des Vorgängers, verfügt aber über fast 100 Prozent mehr Kapazität. Der Standardakku des 15″-Modells speichert 50 Wattstunden, der des 17″-Modells ganze 95 Wattstunden. Damit soll bis zu 8 Stunden mobiles Arbeiten möglich sein.

Erreicht wird diese Leistung durch eine neue Akkutechnik. Statt runder Zellen verbaut Apple rechteckige Zellen, die sich platzsparender und kompakter einbauen lassen. Gegenüber den alten Akkus sollen die neuen Akkus dank einer intelligenten Ladetechnik bis zu 1000 Mal aufladen lassen. Das ist bis zu 3 mal mehr als bisher. Erreicht wird das durch eine chipgesteuerte Elektronik im Akku, die den Ladestrom optimal auf die Akkuzellen verteilt.

Preise und Verfügbarkeit

Die Preise für Apples Top-Modell sind erfreulicherweise konstant geblieben und beginnen weiter bei 2499 Euro. Wer will kann dann für 1080 Euro gleich 8GB RAM einbauen lassen. Die schnellere CPU schlägt mit weiteren 270 Euro zu Buche. So kann man das Basismodell schnell auf 3849 Euro verteuern. Wem das noch nicht genug ist, der sollte einen Blick auf die 810 Euro teure 256GB SSD werfen. Bis dann das nach Wunsch konfigurierte Notebook ins Haus kommt, werden allerdings noch ein paar Wochen vergehen, denn Apple gibt die Lieferzeit noch mit 3 bis 4 Wochen an.

Fazit

Das neue 17″ MacBook Pro wird seinem Anspruch als Top-Modell wieder gerecht. Hardwaremäßig zieht es mit seinen kleineren Geschwistern gleich und geht in punkto RAM-Ausbau und Prozessorleistung sogar leicht darüber hinaus. Standards setzt es bei der Akku-Technik. Mit versprochenen 8 Stunden Laufzeit setzt das 17″-Modell neue Maßstäbe für Apples Notebooks und durchbricht nach jahrelangem Stillstand endlich die Schallmauer von 5 Stunden.

Richtig ist, dass Apple für das neue 17″ MacBook Pro auch einen Anti-Glare-Bildschirm anbieten wird. Unverständlich ist, dass diese Option zusätzliche Kosten von 45 Euro verursacht. So wird sich der Ärger vieler Benutzer nur teilweise abmildern lassen. Zudem fehlt die Option für die kleineren Modelle, denn nicht alle Benutzer wollen sich wegen eines nicht-spiegelnden Bildschirms ein 17″-Notebook kaufen.