Kuo im Irrtum: Satellitentelefonie beim iPhone (13)

Unlängst informierte Analyst Ming-Chi Kuo darüber, dass Apple im kommenden iPhone 13 auf Satellitentelefonie zurückgreifen wird. Es gibt aber ein Detail, auf das einige Beobachter hinweisen, die Kuo in dieser Angelegenheit einen Irrtum unterstellen.

Satellitenkommunikation beim iPhone, Bild: CC0

Auch Macnotes schrieb, wenngleich mit Fragezeichen versehen: „iPhone 13: Telefonieren auch im Funkloch?“ Nun gab es in der Folge der Berichterstattung weltweit aber einige weitere Analysten und Spezialisten, die Kuos Informationen als falsch kritisierten.

Neue Frequenz von Satelliten freigegeben

Sehr schlüssig klingt dabei Robert Grahams Erläuterung. Ihm zufolge bekommt das iPhone 13 keine Satellitentelefonie spendiert, sondern lediglich eine neue Funkfrequenz für die Nutzung mit 4G und 5G. Diese „neue“ Frequenz war zuvor von LEO-Satelliten-Betreibern genutzt worden, wird es nun aber nicht mehr.

Stattdessen dürfen Mobilfunkanbieter die Frequenz für eigene Zwecke nutzen. Es war das schon vorher erwähnte n53-Band, von dem nun auch Graham spricht. Qualcomm wird dieses erst offiziell mit dem X65 Chip unterstützen, Apple hat deshalb den X60 Chip modifiziert. Dieser Teil der Aussage Kuos ist also korrekt. Nur hat sie in dem Fall nichts mehr mit Satellitenkommunikation zu tun, sondern mit einer Frequenz am oberen Spektrum der WLAN-Kommunikation zwischen 2.483,5 und 2.495 MHz.

Entsprechend würde Apple damit am iPhone 13 die Kommunikation im Bereich 4G/5G optimieren.

Apple arbeitet an satellitengestützter Notruffunktion

Dessen ungeachtet gab es noch einen weiteren Beitrag von Bloomberg, der sich mit der Satellitenkommunikation von iPhones auseinandersetzt. Apple arbeite, beschreibt Bloomberg, an einer Möglichkeit Notrufe über ein Satellitennetz abzusetzen. Doch diese Funktion wird unmöglich bereits 2021 in den Geräten auftauchen.

Apple möchte dabei zweierlei unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten via Satellit etablieren. Zum einen möchte das Unternehmen das Senden von Notfallinformationen per Text-Nachricht erlauben. Dies wird einfach in iMessage eingebaut als drittes Übertragungsprotokoll neben SMS und iMessage-Daten. Das Senden wird nur dann möglich, wenn das Gerät keine Netzverbindung aufbauen kann. Intern würde das Projekt „Stewie“ genannt.

Die zweite Notfallfunktion soll zur Information von Notrufservices dienen. Nutzer sollen ihre Standorte und Gesundheitsdaten an Notrufbetreiber senden können, ähnlich, wie es bei einem 911-Anruf schon jetzt möglich ist.

Beide Funktionen werden auf Notfallsituationen beschränkt bleiben. Zudem kann es möglich sein, dass das iPhone nicht sofort eine Verbindung zu einem Satelliten aufbauen kann, erklärt Bloomberg. Dann würden Nutzer auf dem Display Richtungsanweisungen erhalten, wohin sie sich begeben sollen, um eine bessere Verbindung zum Satelliten aufbauen zu können. Zudem könne der Aufbau einer Satellitenverbindung bis zu einer Minute Zeit in Anspruch nehmen.