iCloud+ in iOS 15: Privatsphäre-Funktionen nicht überall

Apple kündigte auf seiner WWDC21-Keynote viele neue Funktionen für seine Betriebssysteme aber auch seine Infrastruktur rund um iCloud an. Während es auf den ersten Blick hieß, Nutzer kommen in den Genuss von mehr Privatsphäre, trifft das offenbar nicht auf alle zu. Denn das „iCloud Private Relay“ gibt es offenbar nicht in China, Weißrussland, Saudi-Arabien und anderen Ländern.

WWDC 2021: iCloud wird besser, Bild: Apple

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Die Liste derjenigen Länder, in denen „iCloud Private Relay“ nicht funktioniert, liest sich wie eine Anklageschrift.

Behörden erlauben Private-Relay nicht

Die Agentur Reuters berichtet, Apple habe bestätigt, dass die VPN-Funktion für mehr Privatsphäre nicht in allen Ländern genutzt werden kann. Apple macht eine Ausnahme in folgenden Ländern:

  • Ägypten
  • China
  • Kasachstan
  • Kolumbien
  • Philippinen
  • Saudi-Arabien
  • Südafrika
  • Turkmenistan
  • Uganda
  • Weißrussland

Apples Erläuterung deutet darauf hin, dass die örtlichen Regulierungsbehörden in diesen Ländern den Einsatz von „iCloud Private Relay“ unmöglich machen.

iCloud Private Relay

Apple kündigte diese Funktion im Rahmen seiner WWDC-Präsentation an. Sie wird an mehreren Stellen im System integriert, allen voran aber beim Aufruf von Webseiten in Safari, beim Versenden von E-Mails in Apple Mail, oder eben der Kommunikation mit der iCloud.

Die Funktion steht dabei bereits jedem zur Verfügung, der Geld für iCloud zahlt und seien es nur 99 Cent im Monat.

iCloud Private Relay übernimmt dabei eine Funktion, die sonst auch von VPN genutzt wird. Die IP-Adresse des Nutzers wird bei der Kommunikation zunächst entfernt, erst dann schickt ein weiterer Server die Anfrage weiter. Dieser weitere Server wird nicht von Apple verwaltet, sondern von einem Dritten. Auf dieser Weise hat Apple selbst keine Möglichkeit nachzuverfolgen, welche Inhalte die Nutzer kommunizieren.