Google führt wie Apple mehr Transparenz beim App-Tracking ein

Google aktualisierte kürzlich ein Support-Dokument. Darin heißt es, dass es demnächst Änderungen am App-Tracking geben wird. Nutzer könnten dann entscheiden, dem Tracking vollständig zu widersprechen. Apple bietet eine solche Möglichkeit seit iOS 14.5 an und erntete dafür sehr viel Kritik, allen voran von der Werbeindustrie.

Google Play

Option nur ganz oder gar nicht

Googles Support-Seite klärt auf, dass das App-Tracking durch Nutzer nur ganz oder gar nicht eingerichtet werden kann. Vorerst bekommen Nutzer keine Möglichkeit, das Tracking für jede App einzeln zu aktivieren oder deaktivieren, wie es bei Apple möglich ist.

Die Android-Nutzer und -Nutzerinnen werden entsprechend auch nicht beim Start einer App danach gefragt. Vielmehr müssen Sie in den Systemeinstellungen die Änderung vornehmen, wenn sie dies wünschen. Entscheiden die Nutzer sich dazu, dem Tracking zu widersprechen, dann entfernt Google die individuelle „Advertising ID“ (dt. Werbe-ID). Die Nachverfolgung ist dann nicht mehr möglich.

Offenbar gilt das aber zunächst nur für das Betriebssystem und nicht für einzelne Apps.

Auf App-Ebene erst 2022?

Google möchte die neue Funktionalität als Update seiner Google Play Services „später im Jahr“ schrittweise einführen.

Die Funktion würde auf Apps, die man über Google Play installiert, allerdings erst Anfang 2022 ausgeweitet.

Werbetreibende erbost

Apple hatte ursprünglich geplant mit iOS 14 das App-Tracking auf Wunsch der Nutzer zu deaktivieren. Allen voran Mark Zuckerberg kritisierte das Vorgehen öffentlich, aber auch diverse Verbände der Werbewirtschaft opponierten. Nun ließ Apple sich mit der Einführung dann etwas mehr Zeit. Seit der Veröffentlichung von iOS 14.5 Ende April 2021 können iOS-Nutzer aber für jede App einzeln, oder für alle Apps entscheiden, nicht mehr nachverfolgt zu werden.

Generell gibt es seit der Einführung von Maßnahmen wie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und vergleichbaren mehr und mehr Sensibilität für das Thema. Die Werbewirtschaft plant daher bereits die Zeit nach dem Cookie.