Apple zu Gericht: Epic Games handelt eigennützig

Epic Games reichte auch in Australien Klage gegen Apple ein. Nun kam es dort zu einer ersten Vor-Verhandlung, in der Richter Nye Perram darüber entscheiden soll, ob es überhaupt zu einer Hauptverhandlung kommt. Die Vertreter Apples vertraten den Standpunkt, dass der Spieleentwickler eigennützig handele. Das Unternehmen wolle lediglich die Zugangsbedingungen für sich selbst verbessern.

Fortnite, Bild: Epic Games

In Sidney, Australien, kam es Medienberichten zufolge am Dienstag zu einer ersten Verhandlung zwischen Epic Games und Apple.

Angespannte Stimmung vor Gericht

Laut Guardian sei die Stimmung im Gerichtssaal sehr angespannt gewesen.

Epic Games argumentiert auch in Australien, dass Apple ein Monopol ausübt und den App Store auf eine Weise kontrolliert, wie es nicht zulässig ist.

Apple-Anwalt beschreibt Eigennutz

Apples Anwalt, Stephen Free SC, erläuterte dem vorsitzenden Richter, dass sich hier vor Gericht nicht David und Goliath treffen, sondern zwei Schwergewichte. Der Firmenwert Epic Games‘ wird auf 17 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Darüber hinaus erklärte Free, dass Epic Games über Jahre auch von Apples Hard- und Software, der Infrastruktur, finanziell profitiert habe. Nun versuche das Unternehmen durch seine Klage eigennützig diese Bedingungen fundamental zu verändern.

Epic Games möchte eigenen App Store anbieten

Epic Games plant offenbar einen eigenen App-Store anzubieten. Dies ist momentan aber nicht erlaubt. In Epics „Geschäft“ müssten sich die Anbieter nicht an Apples Rahmenbedingungen halten.

Apples Anwalt argumentiert, dass die Veränderung dieser Beziehung dazu führen würde, dass Apples Geschäftsmodell fundamental verändert würde. Derzeit würde Apple Qualität, Sicherheit und Privatsphäre in das Zentrum seiner Bemühungen stellen. Man könne dies jedoch nicht sicherstellen, wenn nicht alle Entwickler nach denselben Regeln spielen müssten.

Epic-Anwalt: Apple verstößt gegen Kartellrecht

Auf der Seite von Epic Games argumentierte Anwalt Neil Young QC, dass der iPhone-Hersteller gegen geltendes Kartellrecht in Australien verstößt.

Es wurde pathetisch in der Erklärung, dass die australische Politik mit den Gesetzen nicht beabsichtigte, sie von Regeln und Abmachungen individueller Unternehmen untergraben zu lassen.

Für Young ist das aktuelle Verfahren eindeutig. Deshalb müsse dem australischen Recht Genüge getan werden.

Richter will bald entscheiden

Richter Nye Perram gab am Dienstag keine Entscheidung bekannt, ob das Verfahren fortgeführt werden soll. Er wolle diese aber möglichst bald bekannt geben.

Was bedeutet SC und QC bei Anwälten?

Erläuterung: Wir haben die Bezeichnungen SC und QC aus der Quelle übernommen. Sie stehen für „Senior Counsel“ (SC) und „Queen’s Counsel“ (QC). Beide Begriffe sind eigentlich äquivalent und bezeichnen erfahrene Anwälte. QC geht auf Zeiten der Monarchie zurück und ist ein Titel, den Anwälte in Zeiten der Monarchie trugen und heute noch in Ländern des Commonwealth Verwendung findet. SC ist der neuere Begriff und wird als Versuch gesehen, sprachlich die Verbindung zur Monarchie zu lösen, die es so heute nicht mehr gibt.