Jeff Bezos tritt als Chef bei Amazon ab, Andy Jassy (AWS) als neuer CEO

Jeff Bezos verlässt Amazon nicht, aber der Gründer des Onlineversandhändlers und Cloudriesen übergibt seinen Chefposten an Andy Jassy. Der Wechsel an der Spitze soll zum Q3 2021 stattfinden. Bezos selbst soll dann Vorstandsvorsitzender Amazons werden.

Jeff Bezos, Bild: Steve Jurvetson (CC BY 2.0)

Jeff Bezos tritt im Q3 als CEO von Amazon zurück

Das ist eine Nachricht mit Signalwirkung, die womöglich einen Blick auf die Zukunft Amazons verspricht. Denn der Gründer des Onlineversandhändlers räumt den Chefposten zum dritten Quartal des Jahres. Er wechselt dann in den Vorstand des Unternehmens und zwar als dessen Vorsitzender.

Andy Jassy wird neuer Amazon-Geschäftsführer

Stattdessen wird Andy Jassy zum dritten Quartal 2021 neuer Geschäftsführer Amazons. Bislang leitet Jassy das Cloudgeschäft des Unternehmens, die Amazon Web Services (AWS).

Jassy selbst ist eigenen Angaben zufolge schon sehr lange beim Unternehmen. Seit Mai 1997 führte er die Geschicke von AWS, wie man seinem LinkedIn-Profil entnehmen kann. Damit kann man Jassy beinahe einen Mitarbeiter der ersten Stunde nennen. Immerhin wurde Amazon selbst nur drei Jahre zuvor, im Jahr 1994 gegründet.

Brief an die Mitarbeiter

Die Meldung veröffentlichte das Unternehmen am Dienstag in einem Brief an die Mitarbeiter. Darin betont auch Bezos, dass Jassy in der Firma bekannt ist und beinahe so lange dabei sei, wie er selbst.

Bezos will Zeit mit anderen Dingen verbringen

Jeff Bezos indes erklärt, dass er in seiner neuen Rolle zwar weiterhin bei der Produktentwicklung aktiv sein möchte, doch es für ihn noch weitere Dinge gibt, denen er sich zuwenden will, darunter auch die Washington Post, aber auch seinen Day One Fund, oder den Bezos Earth Fund, zwei Wohltätigkeitsprojekte, die sich einerseits um den Ausgleich sozialer Ungleichheit und andererseits den Umweltschutz kümmern. Außerdem möchte Bezos sich seiner Weltraumfirma Blue Origin widmen.

Bezos wird also wie vor ihm andere Firmenchefs nun mehr zum Philanthropen. Vielleicht plant der Noch-Amazon-Chef aber auch den Gang in die Politik, wer weiß das schon.

Amazon informiert über Quartalsbericht

Die Ankündigung über den Wechsel an der Spitze des Unternehmens ging Hand in Hand mit der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Die Quintessenz: Nicht nur Apple, sondern auch Amazon profitiert indirekt von der Coronavirus-Pandemie.

Das Unternehmen erzielte 125,555 Milliarden US-Dollar Umsatz (+43,5 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr) und einen Gewinn von 7,222 Milliarden US-Dollar (+120 % gegenüber dem Q4 2019).