Oracle und Walmart retten TikTok: Donald Trump stimmt zu

Der US-Präsident hat sich umstimmen lassen. Stunden bevor ein Betriebs- und Verbreitungsverbot von TikTok am Sonntag in Kraft getreten wäre, meldete Vanessa Pappas eine Einigung, die auch der amtierende US-Präsident Donald Trump akzeptiert. Neben Oracle spielt auch die Einzelhandelskette Walmart eine Rolle bei der Rettung TikToks in den USA.

TikTok, Bild: CC0

Samstagabend berichtete die Interimsgeschäftsführerin TikToks, Vanessa Pappas, dass man der US-Administration einen Vorschlag unterbreiten konnte, der die Sicherheitsbedenken seitens der Trump-Regierung entkräftete.

Deal-Maker Donald Trump schlägt wieder zu?!

Ob er es nun wollte oder nicht, am Ende steht wieder ein „Deal“ für Donald Trump zu Buche. Denn TikTok Global wird seine Firmenzentrale in die USA umsiedeln und versprach dem US-Präsidenten gleichzeitig 25.000 Jobs in Amerika anzusiedeln.

Gleichzeitig werde Oracle für die Speicherung der Nutzerdaten verantwortlich sein.

Walmart und Oracle werden Anteilseigner an TikTok Global

Ebenfalls Teil des Vorschlags ist, dass Oracle und Walmart gemeinsam 20 Prozent der Firmenanteile von TikTok Global erwerben. Dabei erwirbt Oracle 12,5 % der Anteile und Walmart weitere 7,5 %. Zudem bekommt Walmarts Geschäftsführer, Doug McMillon, einen Vorstandsposten bei TikTok Global. Der Vorstand des Unternehmens besteht aus fünf Personen. Vier dieser Posten sollen von Amerikanern besetzt werden.

Bei einem Börsengang von TikTok Global hofft ByteDance auf eine Bewertung von 60 Milliarden US-Dollar. Walmart und Oracle müssten dann entsprechend 12 Milliarden US-Dollar für ihre Anteile zahlen. Allerdings sind diese Details noch Bestandteil von andauernden Verhandlungen.

Unglück abgewendet?

Ursprünglich hatte das US-Wirtschaftsministerium in der vergangenen Woche den drohenden Vollzug von Maßnahmen gemeldet. Dann hätten beispielsweise Apple und Google TikTok nicht länger im App Store anbieten dürfen und aber Hosting- und Infrastrukturanbieter außerdem den Datenverkehr der App für und zu Kunden in den USA unterbinden müssen.

„We’re pleased that today we’ve confirmed a proposal that resolves the Administration’s security concerns and settles questions around TikTok’s future in the US. Our plan is extensive and consistent with previous CFIUS resolutions, including working with Oracle, who will be our trusted cloud and technology provider responsible for fully securing our users‘ data. We are committed to protecting our users globally and providing the highest levels of security. Both Oracle and Walmart will take part in a TikTok Global pre-IPO financing round in which they can take up to a 20% cumulative stake in the company. We will also maintain and expand the US as TikTok Global’s headquarters while bringing 25,000 jobs across the country.“
Vanessa Pappas

Donald Trump jedenfalls erklärte, dass er den „Deal“ als Idee abgenickt habe. Allerdings obliegt es jetzt den involvierten Parteien, das Geschäft auch zeitnah abzuschließen. Denn Trump verschob die Verbannung aus dem App Store lediglich. Sollte das Geschäft — aus welchen Gründen auch immer – doch nicht zustande kommen, hätte Trump damit auch keine Probleme.

Allerdings verpflichtete sich TikTok Global auch dazu, in einen Fonds für Bildung in den USA einzuzahlen. Von 5 Milliarden US-Dollar ist die Rede.

Was geschieht mit WeChat?

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weiterhin, was mit WeChat geschieht. Denn es gab, anders als bei TikTok, keine Meldungen über ein mögliches Geschäft mit US-Unternehmen. Der Messenger WeChat ist vor allem in Asien verbreitet. Dort dient er als App-Store-Ersatz und zudem als digitale Fahrkarte und kann aber auch für Bezahlvorgänge genutzt werden.

In jedem Fall gibt es eine Klage einer Interessenvereinigung von in Amerika lebenden WeChat-Nutzern gegen das Verbot.