Alexander Trust, den 17. August 2020

macOS Big Sur: Apple mag PHP nicht mehr

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Apple wird mit dem Wechsel zu macOS Big Sur wieder einige Veränderungen vornehmen. Doch in Zukunft werden noch weitere folgen. Eine davon: Apple wird PHP aus der Basisinstallation von macOS entfernen. Tatsächlich gibt es jetzt schon einen Hinweis in macOS Big Sur, der vor der Verwendung von PHP warnt. Wie kommt das?

Wenn man unter macOS Big Sur im Terminal den Befehl php -v eingibt, um die Versionsnummer angezeigt zu bekommen, dann liest man zunächst eine Warnung:

„WARNING: PHP is not recommended“.
Apple

Apple warnt vor der Verwendung von PHP, sieht es als Sicherheitsrisiko an. Es folgen Erläuterungen, dass PHP „nur noch“ in macOS integriert ist, um die Abwärtskompatibilität mancher verwendeter Apps zu gewährleisten. Doch in Zukunft wird Apple die Unterstützung für PHP sogar streichen. Dies fand nun Graham Campbell heraus.

Ist das schlimm? Für PHP-Entwickler bedeutet dies irgendwann in der Zukunft, dass sie die Skriptsprache erst noch installieren müssen, ehe sie ans Werk gehen. Da Apple aber mit Big Sur gleichzeitig viele Änderungen an Schnittstellen zur Virtualisierung plant, könnte es sogar sein, dass die PHP-Installation in macOS in der Zukunft in der virtuellen Maschine lagert, die man ähnlich wie einen Docker-Container verwenden kann.

Warum gibt es solche Meldungen nicht zu Python oder Ruby?

Wenn man in macOS Big Sur die Versionsnummer von Python oder Ruby im Terminal abfragt, erhält man keine Warnung. Woher kommt diese Ungleichbehandlung?

PHP, Ruby und Python sind zwar allesamt Skriptsprachen. PHP ist jedoch eine mit Blick auf das Internet und die Entwicklung von Webseiten entwickelte Skriptsprache. Genau das wird ihr in diesem Kontext aber zum Verhängnis. Denn Apple will die Nutzung seiner Webservices in macOS grundlegend umbauen. Ruby und Python sind offiziell Programmiersprachen und dienen nicht nur dem Bau von Webseiten. Das schützt sie vermutlich jetzt „noch“ davor, das PHP-Schicksal zu teilen.

Laufen PHP-Apps in Zukunft nicht mehr?

Welche Apps PHP nutzen oder nicht, ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Sollte in Zukunft eine Software weiter auf PHP setzen wollen, müsste sie dann ihre eigene Installation direkt mitliefern. Ein wenig vergleichbar ist dies mit DirectX oder .NET und anderen bei Windows. Da man die Installation nicht mehr voraussetzen kann, muss eben der App-Entwickler diese sicherstellen. Schon jetzt gibt es auch Anleitungen, wie man unterschiedliche Versionen von PHP unter macOS installiert. Man konnte seit OS X 10.0 auch mit wenigen Handgriffen PHP zusammen mit dem integrierten Webserver nutzen, ohne Tools wie MAMP einsetzen zu müssen. Doch das wird sich in Zukunft ändern.

Warum der Aufschrei nicht groß sein sollte

Natürlich gibt es jetzt auf Twitter die üblichen Diskussionen unter dem Beitrag Campbells. „Was nimmt sich Apple bloß raus?“ Nun, Apple möchte Ballast abwerfen, den andere nie hatten. Beispielsweise war es für Windows-Nutzer immer notwendig PHP eigenständig zu installieren, wollte man es nutzen. Microsoft pflegt seit einiger Zeit auch keine PHP-Pakete mehr und hat die Arbeit komplett an die Community übergeben. Die kennt sich damit auch am besten aus.

Darüber hinaus kündigte Apple diese Schritte bereits vor einiger Zeit an. Man werde Laufzeitumgeben sukzessive entfernen, die vorab geladen würden. Wenn Apps diese benötigen, müssen sie sie, wie oben erwähnt, in Zukunft selbst mitbringen. Und – zumindest in BigSur – wird es nativen PHP-Support noch geben.


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