Von Alexander Trust am 05.04.2020 (letztes Update: 05.04.2020).

Wie gewonnen, so zerronnen: Schulen entfernen Zoom

Zoom für Videokonferenzen
Zoom für Videokonferenzen, Bild: Zoom

Es war die Überraschung im Rahmen der Coronavirus-Pandemie. Die Zoom-App schien für Videokonferenzen von Schülern mit Lehrern oder Dozenten und Studenten wie gemacht. Sie war kostenlos und schnell eingerichtet. Doch sie versprach mehr als sie halten konnte. Nun dürfen alle Schulen in New York die App wegen Sicherheitsbedenken aber nicht mehr einsetzen.

SpaceX verbietet die Nutzung von Zoom, genauso wie die NASA. Nun zieht die Schulverwaltung von New York City nach und untersagt ebenfalls deren Verwendung. Wie FastCompany berichtet, müssen 75.000 Lehrer in New York City wieder „umschulen“.

Denn sie hatten sich erst mit der Zoom-App vertraut gemacht, da brachen die Negativschlagzeilen über sie herein. Fast schon vergessen – da bereits behoben – ist das ungefragte Kommunizieren mit Facebook.

Viel Porzellan zerschlagen

Zoom warb damit, Ende-zu-Ende-Verschlüssel anzubieten. Doch das tut die App bis heute nicht.

Am Mac nutzte sie außerdem eine Installationsroutine, die ungefragt die Software auf den Computer spielte. Sie setzte dazu auf eine Technik, die sonst eher Malware einsetzt. Diesen „Fehler“ behob man mittlerweile.

Doch zu viel Porzellan, scheint es, ist nun zerbrochen. Viele Nutzer wenden sich von der App wieder ab. Nicht zuletzt auch deshalb, weil weitere Sicherheitsprobleme bekannt wurden, die die Kameras und Mikrofone von Nutzern zu potenziellen Zielen für Hacker machen. Nicht zum ersten Mal übrigens. Seinerzeit musste Apple einschreiten und Mac-Nutzer vor mehr Schaden bewahren.

90 Tage Quarantäne für Zoom

Doch die Entwickler? Lassen sich nicht entmutigen und versuchen sich stattdessen in Krisenbewältigung. 90 Tage lang sollen nun keine neuen Funktionen mehr programmiert werden. Stattdessen möchte man die Zeit ausschließlich für die Fehlersuche einsetzen.

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