Von Alexander Trust am 14.03.2020 (letztes Update: 14.03.2020).

Niemals geht man so ganz: Bill Gates schneidet Microsoft-Zöpfe ab

Bill Gates
Bill Gates, Bild: Microsoft

2008 verließ Bill Gates den Chefposten bei Microsoft. Er übergab die Führung des Unternehmens an Steve Ballmer. Schon damals kümmerte er sich mehr und mehr mit seiner Frau Linda um seine Stiftung. Nun trat Gates diesen Freitag auch aus dem Vorstandsgremium des Konzerns zurück, den er einst gründete.

Bill Gates ist mit Sicherheit eine Reizfigur. Schon alleine deshalb, weil der Microsoft-Gründer ein Charakterkopf ist.

Bill Gates erinnert mich an Steve Jobs

Ich bin selbst kein absoluter Fan von Apple, sondern vor allem kritischer und interessierter Beobachter. Als solcher geht an mir die Meldung nicht spurlos vorüber, dass Bill Gates nun auch als Vorstandsmitglied bei Microsoft ausschied. Gestern war es soweit, wie Microsoft in einer Pressemeldung mitteilte.

Irgendwie muss ich beim Anblick von Bill Gates aber eben immer auch an Steve Jobs denken. Beides waren oder sind Charakterköpfe, auf ihre je eigene Weise. Es war für uns alle befruchtend, wie diese beiden „Macher“ sich auch gegenseitig anstachelten.

Jobs und Gates mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten

Jobs‘ Art und Weise, etwas Gutes zu tun, beschränkte sich in erster Linie auf die Einflussnahme durch Technologie. Der Philosoph, Buddhist, Künstler und Freigeist, der Jobs auch war, er versuchte vor allem die Technologie so zu verbessern, dass sie dem Menschen mehr nützt. Jobs wünschte sich WLAN (Internet) für alle, überall. Mit 5G wird das vielleicht demnächst Wirklichkeit.

Bill Gates spricht über Steve Jobs

Bill Gates spricht über Steve Jobs

Gates hingegen war mindestens genauso ehrgeizig wie Jobs. Doch Gates ist der Entwickler, der Ingenieur, derjenige, der für ein Problem eine Lösung findet, ganz gleich, ob sie nun schön aussieht oder nicht. Wir stecken stecken ihn in einer ganz andere Schublade; Ästhetik spielt im Leben des Bill Gates keine Rolle. Dies erfährt man zum Beispiel in einer Netflix-Dokumentation, die das Leben und Wirken von Gates und seiner Frau Linda festhält.

Bill Gates der Philanthrop

Gerade der Microsoft-Gründer wirkte Zeit seines Lebens ein wenig aus der Reihe gefallen. Er war nie so eloquent wie Steve Jobs. Doch sein familiärer Kontext sorgte dafür, dass aus ihm nicht nur ein Macher, sondern auch ein Kümmerer wurde. Das soziale Engagement übernahm er von seiner Mutter, die sich früh in der lokalen Gemeinschaft engagiert.

Wenngleich er auf viele Leute wie ein „Nerd“ wirkt, der er sicher irgendwo auch ist, hat Gates doch diesen philanthropischen Zug. Er macht sich Gedanken um die Gesellschaft, entwickelt Projekte, die in Zeiten von Massentierhaltung und Antibiotika-Resistenz eine nachhaltige Landwirtschaft erlauben. Er entwickelt und fördert aber auch Projekte, damit selbst Menschen in den ärmsten Ländern der Welt die Toilette nutzen können, wie wir sie kennen, ohne zu viel Wasser zu verschwenden. Und aus der „Sch…“ produziert das Klo sogar noch Strom.

Gates und seine Frau sind in so vielen Projekten involviert, dass es fast schade ist, dass er nicht schon früher die alten Zöpfe bei Microsoft ganz abschnitt, um sich noch ausgiebiger dieser Facette seines Seins zu widmen.

Gates‘ Stiftung fördert Corona-Bekämpfung

Ich bin kein politischer Mensch, wenn das bedeutet, dass man auf Dorffesten Würstchen isst und Hände schüttelt. Ich bin aber immer schon ein politisch interessierter Mensch. Als solcher habe ich in den letzten Tagen und Wochen einige Pressekonferenzen des Gesundheitsministers und der Bundeskanzlerin zum Thema COVID-19 verfolgt.

Dass Angela Merkel beiläufig den Namen des Microsoft-Gründers erwähnte, weil auch seine Stiftung sich engagiert und zusammen mit der Bundesregierung und der EU Gelder „locker macht“, um an Lösungen für das Coronavirus-Problem zu arbeiten, war für mich einmal mehr das Indiz, dass manche Leute Gates in eine völlig falsche Schublade stecken.

Ich jedenfalls wünsche Gates noch ein langes Leben (nach Microsoft) und viel Durchhaltevermögen im Kümmern um die Menschheit.

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