Von Alexander Trust am 02.02.2020 (letztes Update: 02.02.2020).

Kommentar: Warum Apples HomePod in jedem Fall eine gute Wahl ist

HomePod von oben
HomePod von oben, Bild: Apple

Apple präsentiert den HomePod auf der WWDC 2017. Obwohl er noch im gleichen Jahr in den Handel kommen sollte, verschob sich seine Veröffentlichung auf den Februar das Folgejahres. Was wurde anfangs nicht über den Lautsprecher geschrieben. Sieht man von möglichen Einschränkungen Siris ab, würde ich den Lautsprecher aber noch heute anderen Geräten vorziehen.

Ja, der HomePod hört sich gut an, und zwei dieser Apple-Smartspeaker als Stereopaar hören sich sogar noch besser an. Tatsache ist aber auch, dass sich dieser Wow-Effekt mit der Zeit abnutzt. Es gibt dutzende Tests von Apples smartem Lautsprecher. Diese bescheinigen ihm grundsätzlich eine ordentliche Audioqualität. Er ist hochwertig produziert, aber trotzdem nicht frei von Fehlern.

Google Assistant ist clever

Ich habe über die Jahre auch andere Produkte ausprobiert. Beispielsweise würde ich „momentan“ Lautsprechern mit Google Assistant den Vorzug vor solchen mit Unterstützung für Amazons Alexa geben. Das hängt nicht an der Person Jeff Bezos oder dem Unternehmen Amazon. Vielmehr habe ich selbst erlebt, wie viel „cleverer“ Googles Sprachassistent ist. Doch diese Intelligenz hat ihren Preis und der lautet Privatsphäre.

Ich schätze deshalb Apples System der „differentiellen Privatsphäre“ ganz besonders. Dort wird anonymisiert die Schwarmintelligenz zum Einsatz gebracht, wenn nötig, und ansonsten ist man eben auf sich selbst angewiesen.

Selbst ist der Apple-Nutzer

Apple kaufte 2017 das Entwicklerstudio hinter der App Workflow. Im Ergebnis gibt es mittlerweile die „Kurzbefehle“-App, mit der man selbst komplexe Programmabläufe einrichten kann und diese mit einem selbst eingesprochenen Befehl aktivieren. Man kann sogar Befehle einrichten, die wiederum von anderen Befehl abhängen, oder solche auslösen. Das mag dem „Super-Einfach“-Prinzip widersprechen. Doch es gibt uns die Freiheit, über die eigenen Daten zu verfügen.

HomePod zerlegt

HomePod zerlegt, Bild: iFixit

Apples HomePod hat geringe Betriebskosten

Vor diesem Hintergrund, dass ich, wenn ich möchte, auch viele Dinge mit dem HomePod (über Kurzbefehle) erledigen kann, und dass mir der Lautsprecher trotzdem meine Privatsphäre nicht infiltriert, kommt aber noch ein weiteres Argument hinzu.

Denn der HomePod bietet unheimlich viel „Leistung“ bei gleichzeitig genauso unheimlich wenig Stromverbrauch. Aktiv verbraucht er als Variante für den europäischen Markt maximal 9,25 Watt. Bei Inaktivität wird lediglich 1,76 Watt verbraucht. Der aktuelle „Sonos One“ der zweiten Generation verbraucht im Ruhemodus 3,4 Watt. Die erste Generation aus 2017 verbraucht sogar 4,1 Watt, selbst wenn sie quasi „nichts“ tut außer Zuhören. Wenn man die Lautsprecher per LAN-Kabel ansteuert, verbrauchen sie 0,3 Watt zusätzlich. Das klappt beim HomePod nun erst gar nicht, sei aber erwähnt.

Google Home und Echo Plus liegen mit 2,2 und 2,6 Watt immer noch über Apples HomePod im Ruhemodus. Den Großteil der Zeit aber sind ja diese Lautsprecher in Ruhe und warten darauf, dass wir sie anquatschen.

BIO unter den Smart-Speakern?

Worauf ich hinaus will: Apples HomePod ist ein wenig wie Bio-Fleisch oder -Gemüse. Man zahlt etwas mehr dafür, hat aber unter dem Strich ein besseres Gewissen und in der Regel auch das bessere Produkt gekauft.

Ich weiß selbst, dass der Vergleich ein wenig hinkt, entsprechend freue ich mich darüber, wenn jemandem von Euch ein besserer Vergleich einfällt.

Eine Meinung

  • Stefan (3. Februar 2020) 

    Mich stören am Home-Pod drei Dinge: 1) Es fehlt ihm ein stink normaler NF-Eingang (z.B. via Cinch oder Klinke). 2) Eine Netzbuchse wäre wesentlich sinnvoller als ein Kabel, das aus dem Gehäuse kommt. 3) Das Fehlen eines mechanischen Schalters, mit dem ich das Mikrofon wirklich abtrennen kann. Alles zusammen Kosten unter 1-2€, aber bei Apple leider nicht mehr zu erwarten. Und das ist dann eigentlich ein vierter Punkt: Die Ignoranz so etwas nicht einzubauen und damit auf eine Ausdehnung des Käuferkreises einfach zu verzichten. Denn klingen tun sie sehr gut.

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