Apple mit erstem Sieg vor Gericht gegen iPhone-Chip-Entwickler

Apple A8

Gerard Williams der Dritte kommt womöglich um eine Klage nicht herum. Der ehemalige Apple-Chip-Designer gründete eine eigene Chip-Design-Firma namens Nuvia und warb außerdem einige Apple-Mitarbeiter ab. Richter Mark Pierce entschied nun im Vorfeld der Verhandlung mehrheitlich für Apple.

Apple wirft Williams vor, während seiner Arbeitszeit und gültigem Vertrag ein konkurrierendes Unternehmen geplant zu haben. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino sieht darin auch Geheimnisverrat und möchte Entschädigungen.

Williams verstößt vermutlich gegen Gesetze

In Kalifornien gibt es spezielle Gesetze, die ein Szenario wie im Fall von Gerard Williams verhindern wollen. Entsprechend pocht Apple darauf, dass Williams seinen Vertrag gebrochen hat.

Chip-Designer nicht ausspioniert

Der leitende Designer vieler A-Serie-Chips wollte jedoch die Klage des ehemaligen Arbeitgebers verhindern. Er warf Apple seinerseits Eingriff in die Privatsphäre und Spionage vor. Diesen Vorwurf ließ Richter Mark Pierce jedoch nicht gelten, wie Bloomberg berichtet.

Konkret geht es um E-Mails und Kurznachrichten, die Apple als Beweis nutzen möchte. Sie sollen zeigen, dass Williams sich während seiner Arbeitszeit damit befasste, ein konkurrierendes Unternehmen aus der Taufe zu heben.

Der Richter gab in diesem Punkt ebenfalls Apple Recht. Das Unternehmen habe keine privaten und vertraulichen Nachrichten abgehört und aufgezeichnet.

Kein Strafschadenersatz?

Apple forderte außerdem „Strafschadenersatz“ (engl. „punitive damages“). Diese Strafe geht über eigentlichen Schadenersatz hinaus und soll das Gegenüber gegenüber dem einfachen Schadenersatz zusätzlich bestrafen. Doch Richter Mark Pierce lehnte diese Form der Bestrafung ab. Das bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass Williams nicht am Ende „einfachen“ Schadenersatz leisten muss.

Weitere Anhörung am Dienstag

Viele der Punkte aus Apples Klage wurden von Richter Pierce (noch) nicht berücksichtigt. Am Dienstag gibt es in dieser Angelegenheit eine weitere Anhörung. Claude Stern, der Anwalt des Beklagten, kündigte an, an diesem Tag die Entscheidungen anzufechten.

Apples Klage wird vor diesem Hintergrund immer wahrscheinlicher.